Liam Finn: Songwriter und mehr aus Neuseeland

Die Grätsche zwischen exzentrischen Experimenten und tanzfreundlicher Popmusik zerreißt einen nicht selten, aber genau das will Liam Finn erreichen: auf den ersten Blick betören und dann beeindrucken.

Liam Finn – Musik in den Genen

1983 geboren ist Liam der Sohn von Neil Finn, Frontmann der berühmten australischen Band Crowded House. Sich selbst betrachtet Liam Finn jedoch wohl eher als Neuseeländer, denn dort verbrachte er seine Kindheit. Nachdem sich seine Band Betchadupa getrennt hatte, veröffentlichte er 2007 als Singer-Songwriter sein erstes Soloalbum, dessen unzählige Soundschichten er live mit diversen Loop-Techniken erreichte (dabei werden einer oder mehrere gespielte Parts aufgenommen und können parallel und unmittelbar beliebig oft wiederholt werden). Damit türmt er eine Spur nach der anderen auf, um letztendlich einen vollen Sound zu erhalten, ein beeindruckendes Erlebnis, wenn man im Publikum steht. Beizeiten besorgt er sich auch eins, zwei Mitmusiker, büßt dabei jedoch nichts an Präsenz ein, was man beispielsweise an Auftritten mit dem ehrwürdigen Eddie Vedder (Pearl Jam) erkennen kann.

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FOMO – das aktuelle Album

„fear of missing out“, so das Akronym seines Albums FOMO, doch nicht das Verpassen von Erfolg und Ruhm bereitete Liam während der Aufnahmen Sorgen, sondern vielmehr das „wahre“ Leben, das bei einer Musikerkarriere schnell auf der Strecke bleibt.

Die Zusammenarbeit mit Produzent Burke Reid für dieses Album, war extrem kreativ und produktiv, gleichzeitig auch anstrengend, da Reid vor allem die rohen, unvollendeten Songs von Liam bevorzugte, um an ihnen zu arbeiten, genug Platz, um Einfluss zu nehmen, aber auch genug Platz, um sich aneinander zu reiben und die Fetzen fliegen zu lassen. Gerade diese schwierige Zusammenarbeit resultierte jedoch in einem Album, dass sich scheinbar überall bedient und alles gekonnt wie ein Mosaik zusammen steckt, auch wenn man nicht genau sagen kann, welches Genre Finn nun verkörpert (mal Indie, mal Folk, mal diese elektronischen Spielereien, die instrumental vermischt an Peter Gabriel erinnern, nur um Sekunden später zu sperrigen Rocksongs zu mutieren), seine Musik fühlt sich richtig an, wird niemals langweilig und hat in den besten Fällen, etwa im kauzigen „Struggle“, eine Ruhelosigkeit inne, die in die Glieder fährt.

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Mehr Infos zum Release, Touren usw. gibt es auf Liams Homepage.

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