Mal abgesehen von diesem Aspekt, der Lesbos lange Zeit zum Anlaufpunkt von lesbischen Paaren machte, was wiederum die Einwohner der Insel mit Argwohn beobachteten, hat Lesbos vor allem kulturell und landschaftlich jede Menge zu bieten. Die teilweise sehr gut erhaltenen Überreste der griechischen und römischen Besiedlung in der Antike, die wunderbare Architektur von Häusern und Festungen mit italienischen Einflüssen aus dem Mittelalter und – nein, Zeugnisse der Moderne lassen sich eher weniger hier finden. Vielmehr hat man oftmals den Eindruck, die Zeit könnte auf Lesbos stehen geblieben sein.
Wanderungen ins Inselinnere sind selbst für jahrelange Wanderer eine Herausforderung, denn die teils karge Landschaft mit vulkanischem Gestein ist nicht jedermanns Sache. Zudem gibt es noch genau das Gegenteil auf Lesbos, blühende Wiesen und immergrün erscheinende Olivenhaine – aber gerade diese Vielfalt macht die Insel so sehenswert.
Für historisch interessierte Besucher finden sich über die gesamte Insel verteilt Zeugnisse fast jeder Besiedlungsepoche. Römischen Aquädukten, italienisch geprägte Festungsanlagen, osmanische Moscheen und die typischen, weißen griechischen Wohnhäuser sind nur eine kleine Auswahl dessen, was den geneigten Gast auf Lesbos erwartet.
Auch wenn man in der griechisch geprägten Bevölkerung keinen großen Wert darauf legt, könnte Lesbos aufgrund der Nähe zur Türkei als Vorzeigebeispiel der Völkerverbindung dienen. Man könnte eine Reise nach Lesbos auch mit einer Küstenreise in der Türkei verbinden, wo Orte wie Ephesos, Troja, Miles und Pergamon äußerst sehenswert sind.