Laterne, Laterne ? Blaulicht, Mond und Sterne

Dann kam endlich der große Tag. An dem es sogar Petrus gut mit den Kleinen meinte: es nieselte nur ganz sanft. Treffpunkt war der Schulhof nebenan. Ein wahres Lichtermeer, dutzende aufgeregte Kinder und Eltern, ein in Schale geworfener Spielmannszug. Noah warf einen Blick auf diese Szenerie – und fing an zu heulen. Der einzige Grund, warum er letztlich doch noch auf eine halbe Runde mitkam,  waren die Blaulichter der beiden Polizeiwagen, die den Zug eskortierten. Und die Tatsache, dass er keinen einzigen Schritt laufen musste, sondern von uns im Buggy kutschiert wurde.


Eine erneute Chance, wahre Begeisterung zu zeigen, bekam Noah gleich am darauf folgenden Wochenende. Der ultimative Laternenumzug vorm Hamburger Michel. Untoppbar: Neben noch größerem Spielmannszug wurden zudem Blasorchester, Kinderchor, Fackelzug und – Achtung festhalten – Pferd mit Reiterin aufgeboten. Die sollte den heiligen St. Martin verkörpern, was meinen Sohn aber nicht annähernd interessierte. Genauso wenig wie all das restliche Getue. Einziges Highlight aus seiner Sicht: die obligatorischen Polizeiblaulichter und die Tatsache, dass das Pferd einen Riesenhaufen "Kacka"! auf dem gebenedeiten Kopfsteinpflaster vor der altehrwürdigen Kirche fallen ließ. In den auch prompt ein halbes Dutzend Laternengänger hineintraten. Haben deren Laternen offenbar nix genützt. Kein Wunder, bei diesen billigen elektrischen Budni-Funzeln. 


Schade, denn ein wenig enttäuscht waren wir schon vom mangelnden Enthusiasmus unseres Sohnes, im Nieselregen bei Minusgraden eine flackernde Luftballonleiche vor sich her zu wedeln. Waren wir doch insgeheim richtig Feuer und Flamme für Laternenumzüge. Aber vielleicht springt der Funke ja im nächsten Herbst auf Noah über. Wenn er alt genug ist für eine richtige Kerze anstelle dieses Fifi-Glühbirnchens.

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