Krieger, Entdecker, Händler: Die Zeit der Wikinger

Man kennt ihre Mythologie und weiß, dass sie gefährlich waren: Die Wikinger beflügeln auch heute noch die Fantasie der Menschen und insbesondere der Drehbuchautoren. In Filmen, Fernsehserien und Videospielen wird oft der kriegerische Aspekt der Wikinger hervorgehoben. Doch was zeichnete die historischen Wikinger sonst noch aus?

Entdecker der Meere und Länder

Das Zeitalter der Wikinger erstreckte sich von 700 bis 1.100 nach Christus. In dieser Zeit segelten die hauptsächlich im heutigen Schweden und Norwegen beheimateten Wikinger von Skandinavien aus nach ganz Europa. Bald unterhielten sie Siedlungen in Großbritannien, Dänemark, der Normandie und dem heutigen Estland. Auch Island und Grönland wurden von den Wikingern erkundet und besiedelt. Die größte heute bekannte Festung der Wikinger lag aber in Deutschland: Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert war Haithabu bei Schleswig die Drehscheibe Nordeuropas und ein wichtiger Handelsknotenpunkt.

Der kriegerische Aspekt

Der Name „Wikinger“ bedeutet so viel wie Pirat oder Plünderer und entstand, da die Völker Festland-Europas oft lediglich die kriegerische Seite der Wikinger zu Gesicht bekamen. Diese überfielen, um für ihre Familien in der Heimat zu sorgen, wehrlose Klöster und Küstenstädte. Auf der Suche waren sie dabei nach Luxusgütern wie Silber, Seide, Gewürzen oder Glas und Keramik. Die Wikinger plünderten nicht nur, sondern betrieben oft auch Handel mit anderen Völkern und boten Waren wie Honig, Zinn, Wolle, Pelze oder Eisen zum Tausch an. Dabei kam das Volk weit herum: Sogar mit dem weit entfernten Konstantinopel (heute Istanbul) unterhielten die Wikinger Handelsbeziehungen. Auch bis nach Russland wagten sie sich – dank ihres weit verzweigten Netzes an Schiffsrouten. Ihre größte Waffe waren dabei ihre Schiffe: Diese waren so gebaut, dass sie der Witterung auf See gut trotzten. Sie waren klein genug, um auch Flüsse zu befahren und dabei gleichzeitig so leicht, dass sie zwischen zwei Flüssen über Land transportiert werden konnten. Dies half den Wikingern, ihre Raubzüge in ganz Europa für Jahrhunderte durchzuführen.

Mythen, Sagen und Einflüsse heute

Bekannt sind die Wikinger bei uns heute auch für die Sagen und Mythen, die ihren nordgermanischen Glauben umgaben. In der Schule haben die meisten bereits vom Weltenbaum Yggdrasil gehört – oder auch von Walhalla, dem Paradies der als Helden gestorbenen Krieger. Auch Thors Hammer Mjölnir ist dank der Sagen um den Donnergott noch immer vielen Menschen ein Begriff. Die nordgermanische Mythologie hat viele europäische Sprachen und Gepflogenheiten beeinflusst und findet sich oft in der Popkultur wieder. So ist Thors Hammer einigen auch durch die beliebten Marvel-Filme rund um den nordischen Gott bekannt. Ähnlich wurden viele mobile Videospiele von Wikingern, ebenso wie vom alten Rom oder Mittelalter, inspiriert. In der TV-Serie „Vikings“ wurde die Gesellschaft der Wikinger detailgetreu verfilmt. Dabei darf man nicht vergessen, dass sich diese Darstellungen oft lediglich auf den kriegerischen Aspekt der Wikinger beziehen: Das Familienleben, die Kultur und die altnordische Sprache, die damals in ganz Skandinavien gesprochen wurde, bleiben bei diesen Darstellungen oftmals außen vor.

Fazit

Die Wikinger waren nicht nur tapfere Krieger, die zwischen 800 und 1.100 die Vormachtstellung auf den europäischen Meeren hatten. Sie waren auch ein Volk von Händlern mit reicher Kultur, dessen Einfluss bei uns bis heute zu spüren ist: in der Sprache, Populärkultur und in den Mythen und Sagen. Mehr über die Wikinger und damit die Geschichte Europas zu erfahren, lohnt sich. Denn auch im 21. Jahrhundert kann man noch einiges von den nordgermanischen Kämpfern lernen.

Bild: pixabay.com, nadruksklep, 2637102

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