Kann eine künstliche Gebärmutter den Brutkasten ersetzen?

Werden menschliche Frühchen demnächst nicht mehr in Brutkästen liegen, sondern in einer beutelartigen künstlichen Gebärmutter. In der Tiermedizin haben sich zahlreiche Frühchen wie Lämmer so gut entwickelt, dass Experten große Hoffnung in diese Methode setzen. Sie soll nämlich auch menschlichen Frühchen die fehlende Zeit im Mutterbauch ersetzen.


Eine übliche Schwangerschaft dauert. 40 Wochen. Kommen Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt, gelten sie als Frühchen. Die meisten Frühgeburten werden durch gesundheitliche Probleme der Mutter ausgelöst. Etwa 14 Prozent der lebend geborenen Kinder in Deutschland kommt als Frühchen zur Welt. Von ihnen haben etwa 500 Babys (0,08 %) kaum eine Überlebenschance. Kaum sind die Frühgeborenen auf der Welt, müssen sie in Brutkästen ums Überleben kämpfen, hängen an Schläuchen und Sonden. Ärzte tun alles um das Überleben der Babys zu sichern. Eine künstliche Gebärmutter könnte neue Hoffnung bringen, da sie der natürlichen Gebärmutter sehr ähnlich ist und so dem Kind die nötige geschützte Umgebung bietet.

Internationale Zustimmung

In dem sogenannten Biobag , der mit künstlich erzeugtem Fruchtwasser gefüllt ist, ist die Nabelschnur des Frühchens mit einer Maschine verbunden, die Sauerstoff und Nährstoffe liefert. Der Versuch amerikanischer Forscher mit Tierfrühchen war bereits erfolgreich, weshalb man hofft, dass die Methode auch beim Menschen funktioniert. Die Überlegung findet internationales Interesse und fachärztliche Zustimmung. Wichtig sei jedoch, dass man die Unterschiede zwischen Tier und Mensch erkenne und diesen gerecht würde. Das Prinzip ist identisch.

Bis es soweit ist, dass auch menschliche Babys mit der künstlichen Gebärmutter versorgt werden, dauert es aber noch. Forscher datieren die Einführung auf voraussichtlich 2027.

Foto: Thinkstockphotos, iStock, 122405481, Ingram Publishing

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