Kamine und Öfen im Vergleich: Was eignet sich am besten für Ihr Zuhause

Sogar die Neandertaler nutzten das Feuer schon als Licht- und Wärmequelle, zur Verteidigung vor wilden Tieren, als Medium zu einem göttlichen Wesen und, ganz banal, zum Kochen.

Nun, glücklicherweise müssen wir nicht mehr bei kaltem, regnerischem Wetter, verzweifelt und hungrig durch das Dickicht streifen und nach einem trockenen Plätzchen und nicht ganz so durchnässtem Holz suchen, mit dem wir ein Feuer entfachen können, um uns zu wärmen und etwas zu Essen zu bereiten. Wir können inzwischen beim nahegelegenen Pizzaservice anrufen und die Heizung anstellen.

Aber das behagliche Gefühl beim Prasseln eines Feuers ist geblieben. Sicherlich einer der ausschlaggebendesten Gründe für die Anschaffung eines Kamins. Jedoch wird es auch wirtschaftlich und ökologisch immer attraktiver, regenerative Energien zu nutzen.

Um sich den Vor- und Nachteilen der vielfältigen Heizmethoden widmen zu können, stellt sich die Frage, was denn der eigentliche Unterschied zwischen einem Kamin und einem Ofen sei, welche Unterarten es gebe und welche Brennmaterialien.

Grundsätzlich werden der Kamin (lat. „caminus“) und der Ofen (althochdt. „ovan“) insofern unterschieden, als dass ein Ofen ein geschlossener Heizkörper, während ein Kamin offen ist. Es gibt jedoch ganz viele Mischformen und Unterarten von Heizkörpern, wie: Bioethanolkamin, Gaskamin, Gelkamin, Grundofen (Kachelofen), Heizkamin, Kaminofen, offener Kamin, Pelletofen und wasserführende Kaminöfen.

Kamine und Öfen – eine Übersicht

  • Bioethanolkamin

Der Brennstoff für diese Kamine ist Bioethanol, welches aus Mais, Weizen oder Zuckerrübe besteht. Man sollte sich von dem Begriff „Kamin“ im Namen jedoch nicht irreführen lassen, zwar entsteht Hitze, jedoch nicht genug, um als Heizungsersatz zu dienen. Wenn das Ethanol verbrennt, entsteht Wärme, Wasserdampf und Kohlendioxid. Das Kohlendioxid wird zwar nur in geringen Mengen freigesetzt, und da es aus einer Pflanze stammt, verstärkt es den Treibhauseffekt nicht zusätzlich, jedoch sollte regelmäßig gelüftet werden, und dies ist dem Wärmeeffekt natürlich abträglich.

Der Bioethanolkamin ist in erster Linie sinnvoll, um als Dekoration genutzt zu werden. Vor allem, da er nicht zulassungspflichtig ist, leicht zu montieren und keinen Schornstein benötigt, bietet er sich an, um ein kuscheliges Gefühl, in eine Hochhausmietwohnung zu bringen.

Allerdings ist die Vermarktung der Kamine von Stiftung Warentest kritisiert worden. Es würden zu viele Versprechungen gemacht, und zu wenig informiert. Es gebe keine allgemeingültige Pflichtprüfung für die Nutzung der Geräte und dies sei in Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei Ethanol um einen hochentzündlichen Stoff handle sehr bedenklich.

  • Gaskamin

Ein Gaskamin wird auf Knopfdruck betätigt (nahezu alle Modelle sind aber auch per Fernbedienung steuerbar). Die Flamme ist zunächst blau, wechselt jedoch rasch zu der charakteristischen gelb-orangenen Farbe des Feuers; um Authentizität zu erreichen, befinden sich in den meisten Gaskaminen Holzscheitimitate und Astimitate aus feuerfester Keramik.

Im Gegensatz zu Bioethanolkaminen produzieren Gaskamine Wärme, die der Leistung von Holzkaminen entspricht. Die Installation eines Gaskamins muss von einem Fachmann erfolgen. Ein Gasanschluss ist nicht zwangsläufig notwendig, er kann auch aus Propanflaschen gespeist werden.

  • Gelkamin

Der Gelkamin kann zusammen mit dem Bioethanolkamin eingefasst werden in die Kategorie „Dekorationskamine“.  Das Brenngel in diesem Kamin besteht ebenso aus Ethanol oder Isopropanol, das mit einem Verdickungsstoff, wie z.B. Zellulose, vermischt wird. Dies hat den Vorteil, dass sich das Brenngel nicht so leicht verteilt wie das Ethanol und daher in Bereichen, die Erschütterungen oder Stößen ausgesetzt sind, präferiert wird. Der Nachteil gegenüber dem Ethanol ist, dass Verbrennungsrückstände zurückbleiben, weswegen die Verbrennung immer in eingesetzten Brenndosen innerhalb des Kamins erfolgt, die jedes Mal gesäubert werden müssen.

  • Grundofen

Der Grundofen, auch bezeichnet als Kachelofen, da er oft mit Kacheln verkleidet ist, besteht aus einem Brennraum und nachgeschalteten, keramischen Heizzügen. Er ist ein Zeitbrandofen, d.h. das Brennholz, welches abbrennt, erzeugt Wärme, die im Schamottenstein gespeichert wird, und über einen längeren Zeitraum abgegeben wird. Daher braucht der Grundofen sehr lange die Räume zu erheizen, gibt dann jedoch über einen Zeitraum von 24 Stunden kontinuierlich Wärme ab. Er wird meist als Ergänzung zu einer Heizungsanlage genutzt.

  • Heizkamin

Heizkamine haben kaum Speichermöglichkeiten, d.h. sie geben Wärme ab solange das Holz brennt, daher muss bei ihnen beständig nachgelegt werden. Jedoch können sie eine Wohnung sehr schnell erhitzen und eignen sich so hervorragend als Zusatzheizung.

  • Kaminofen

Der Kaminofen ist in der Lage schnell und kontinuierlich Wärme abzugeben, und kann die Heizung vollständig ersetzen.

  • Offener Kamin

Der Offene Kamin gilt auch als der „klassische Kamin“. Er hat keine Glastüren, die die Glut abgrenzen, sondern ist eine gemauerte Feuerstelle ohne Verwendung eines Kamineinsatzes. Zum Heizen des Hauses ist er nur bedingt geignet, da 80 % seiner Heizkraft verloren gehen. Sein Geheimnis liegt in den Augenblicken, die man vor dem prasselnden Feuer sitzt und es genießt.

Zudem darf er nur „gelegentlich“ betrieben werden, da es sich um eine offene Feuerstelle handelt, die „im Auge behalten“ werden muss.

Der Pelletofen wird mit Pellets betrieben (Erläuterung der Pellets s.u.), ansonsten ist er den klassischen Kaminen sehr ähnlich.

  • Kaminöfen wasserführend

Hinter wasserführenden Kaminöfen steckt die Idee, dass sie Wasser anwärmen, welches mithilfe der Leitungen durch das gesamte Haus geführt wird, und sie so die Funktion der Heizung übernehmen. Dies hat den Vorteil, dass es Kosten senkt und ökologischer ist. Insgesamt wird es als „effizientes Heizen“ betrachtet, weshalb der Staat die teure Anschaffung mithilfe von Förderprogrammen subventioniert.

Zu den Förderungsprogrammen der Bundesregierung geht es hier.

Die richtigen Brennmaterialien

  • Feuerholz

Holz von Buche, Eiche, Birke oder Nadelholz ist sicherlich die populärste Art, seinen Kamin zu heizen. Der große Vorteil von Brennholz ist, dass es nur soviel Kohlendioxid freisetzt wie innerhalb weniger Jahre wieder gebunden werden kann. Obwohl die Preise für Brennholz innerhalb der letzten Jahre gestiegen sind, ist es im Vergleich zu fossilen Brennstoffen immer noch preiswert.

Wer nur gelegentlich mal etwas Brennholz braucht, kann es beruhigt im Baumarkt kaufen. Obgleich es dort ein bißchen teurer ist, spart man sich doch die Transportkosten, die anfallen, wenn man bei einem Erzeuger kauft. Das Holz beim Hersteller zu kaufen, rentiert sich nur bei häufiger Nutzung von Brennholz. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit eines preisgünstigen Erwerbs bei Holzaktionen und Ebay.

  • Pellets

Pellets sind zylinderförmige Pressprodukte aus den Resten der Holzverarbeitung. Sie haben den Vorteil gegenüber anderen Brennstoffen, einen hohen Energiewert und Brenngehalt zu haben und nur sehr wenig Asche zu erzeugen, außerdem sind sie beim Erwerb schon völlig fertig, getrocknet, und können daher in geschlossenen Räumen gelagert werden.

  • Briketts

Es handelt sich um Braunkohle, die unter hohem Druck in eine bestimmte Form gepresst worden ist. Da sie viele feste Bestandteile haben, benötigen sie zur Verbrennung viel Luft. Außerdem sollte der Kamin unbedingt mit einem Unterzug zur Frischluftversorgung ausgestattet sein und ein Brennrost im Feuerraum haben. Obgleich Briketts sehr gute Energieträger sind, sollte es gut überlegt sein, sie zu nutzen, da sie, im Gegensatz zu Pellets und Holz, die Umwelt sehr stark mit Kohlendioxid belasten.

  • Bioethanol

Bioethanol besteht aus reinem Alkohol, d.h. bei der Verbrennung wird Wärme, Wasserdampf und Kohlendioxid freigesetzt, wobei die Pflanze an Kohlendioxid lediglich das freisetzt, was sie vor kurzem gespeichert hatte. Die Vorteile sind die ökologische Unbedenklichkeit, dass kaum Rauch und Dreck freigesetzt wird, kein Schornstein gebaut werden muss und es im Vergleich relativ billig ist.

Nichtsdestotrotz sind schon ökologische Bedenken angemeldet worden. So wird befürchtet, dass aufgrund eines erhöhten Bedarfs von Bioethanol der Anbau von Lebensmitteln zurückgefahren wird, was zu schwerwiegenden, wirtschaftlichen Veränderungen in der Lebensmittelbranche führen könnte.

  • Gas

Verwendet man Gas als Brennstoff besteht das Hauptproblem sicherlich in dem ordnungsgemäßen Anschließen des Gaskamins. Ansonsten gestaltet sich Gas denkbar unkompliziert und preislich (ca. 2 Euro/Std.) ist es einer der billigsten Brennstoffe.

2 Meinungen

  1. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass Bioethanolkamine und Gelkamina bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen!Es ist auf jeden Fall zu beachten, dass der Kamin vom TÜV zertifiziert ist.Diese Zertifizierung ist bei deutschen Herstellern in der Regel immer vorhanden, jedoch werden viele dieser Kamine auch aus anderen Ländern importiert!

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