Rohheitsdelikte wie Körperverletzung, Raub und Nötigung nehmen zu, vor allem bei Kindern und Jugendlichen unter Alkoholeinfluss.
Jugendgewalt – Hemmschwelle von Jugendlichen sinkt
Die Hemmschwelle der Gewalt bei Jugendlichen sinkt. Formen und Ausmaße von Jugendgewalt haben sich im Laufe der Zeit geändert. Auch früher wurde gerauft und geprügelt, doch wenn der Gegner am Boden lag, war meistens Schluss. Heute sind Schlägereien weniger verbreitet, dafür wird umso enthemmter zugeschlagen.
Das Maß an Verrohung und Brutalität zeigt, dass eine radikale Welt- und Wertumdeutung von statten gegangen sein muss, die auch Pädagogen und Psychologen ratlos macht. Berichte von exzessiven Gewalttaten von Jugendlichen, lässt die Forderung nach Verschärfung der Bestrafung laut werden. Das ist jedoch nur eine oberflächliche und bequemste Lösung dieses Phänomens.
Blinde Wut und Ausbruch von gehemmten Aggressionen
Studien belegen, dass Gewalttäter häufig selbst Opfer von Gewalt geworden sind und sich in der Opferrolle erfahren haben, die sie das Recht ableiten lässt mit Gewalt gegen ihre Umwelt vorgehen zu können. Erschreckend ist, dass in vielen Fällen die eigenen Eltern ihre Kinder geschlagen und misshandelt haben. Umfragen ergaben, dass jeder vierte Schüler häusliche Gewalt erlebt hat.
Wenn Jugendlichen weder Grenzen noch der richtige Umgang mit Gewalt gezeigt wurden, ihnen stattdessen Gewalttaten vorgelebt werden, ist es nicht verwunderlich, dass viele Jugendliche regelrecht nach Gelegenheiten suchen, um auf andere loszugehen.
Arbeit und Erfolge der Gewaltprävention
Einzelfälle auf die gesamte Jugend zu übertragen ist jedoch falsch. Statistiken zeigen, dass Jugendgewalt nicht gestiegen ist. Die Zahl erfasster schwerer und gefährlicher Körperverletzungen von Jugendlichem im Alter von 14 und 18 Jahren ist 2008 im Vergleich zum Jahr 2007 bundesweit um 6 Prozent zurückgegangen. Viele Schulen bieten Programme an, die den Jugendlichen beibringt mit Wut und Aggressionen richtig umzugehen.
Polizei und Schulen übernehmen vermehrt die Aufgaben der Eltern. Ebenso wie der Kampf gegen Jugendgewalt muss ein Kampf für das Verständnis für die Kinder geführt werden, der verhindert, dass Jugendliche ihre Emotionen in brutalen Attacken Ausdruck verleihen. Der Kampf gegen Jugendgewalt ist immer auch ein Kampf für intakte Familien und eine Erziehung durch die Eltern, die den Bedürfnissen der Kinder entspricht.
