Jenseits aller Vernunft

Lange habe ich mich darum gedrückt, zu diesem Thema zu schreiben. Das hat gute Gründe, ich bin ratlos und kann mich mit keiner Konfliktpartei identifizieren.

Humanistisch sozialisiert wie ich nun mal bin, gilt mein erstes Mitgefühl den Schwachen, in diesem Konflikt sind das die Palästinenser. Allerdings sind diese „armen Opfer“ nicht nur militärisch und wirtschaftlich schwach, sie sind auch irgendwie geistesschwach oder wie läßt sich erklären, dass dieses Volk reflexhaft jeden „schwarzen Peter“ zieht, der sich bietet. In den 70er Jahren hatte schon die PLO nichts Besseres zu tun, als sich mit der RAF, IRA und allerlei anderem Mordgesindel gemeinzumachen. Natürlich hielten es Arafat und Co. auch mit dem Ostblock, ganz einfach weil Erzfeind Israel westlich orientiert ist. Nach dem Ende der Sowjetunion mutierten die palästinensischen Sozialisten problemlos zu Islamisten, weil sie bei denen finanzstarke Unterstützung fanden.

In Summa ist die Liste der palästinensischen Allianzpartner der absolute politische Megagau. Es ist bemerkenswert, wie sich der legitime Wunsch nach einem autonomen Staat derartig diskreditieren läßt! Die Palästinenser haben es nachhaltig geschafft, von uns nur noch als Terroristen mit Dynamitgürtel wahrgenommen zu werden. Mit der Hamas hat sich das palästinensische Volk erst kürzlich eine absolut friedensunwillige Vertretung gewählt:

Die Israelis sind ebenfalls durch den Wunsch nach einem eigenen Staat in diesen Konflikt geraten. Die Gründung eines jüdischen Staates ist durch die jüngste Geschichte mehr als legitimiert und seine Verteidigung erst recht. Bemerkenswert ist, dass auch die Zionisten als Terroristen begonnen haben. Die Irgun   hatte kein Problem 1946 das King David-Hotel   in die Luft zu sprengen. Die Opfer hatten das Pech für die Britische Mandatsverwaltung zu arbeiten, eine Institution die an historischen Maßstäben gemessen, ein humanes Regime führte. Richtigen Freiheitskämpfern ist so was selbstverständlich egal, da wurde schon immer zivilisiertes Verhalten mit Schwäche gleichgesetzt. Als Deutscher steht mir aber kein moralische Urteil in dieser Sache zu. Wer in Auschwitz Politik lernen musste, der kann auf den arabische Schlachruf „Treibt die Juden ins Meer“ nur mit unerbittlicher Härte reagieren.
 
Recht und Unrecht haben beide Lager gleichermaßen. Israelis und Palästinenser haben das Recht auf unabhängige Staaten und ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Sicherheit. Grausamerweise haben aber auch beide Seiten Unrecht, nämlich in der Wahl ihrer Mittel! Der Zweck soll zwar angeblich die Mittel heiligen, allerdings hat in diesem Dauerkriegszustand noch keine Seite den angestrebten Zweck erreicht. Weder Wohlstand, noch Sicherheit in der Region ließen sich bis heute militärisch nachhaltig herstellen. Offensichtlich ist der Konflikt mit Gewalt nicht lösbar, es sei denn die Eskalation wird so weit geführt, dass ein Volk das andere komplett aus Palästina  vertreibt.
 
Israel könnte die Lebensverhältnisse in den Palästinenser-Homelands soweit verschlechtern, dass die arabische Bevölkerung schließlich durch Auswanderung und Geburtenrückgang zu einer bedeutungslosen Minderheit schrumpft. Alternativ könnten die Gebiete auch durch gewaltsame Vertreibung ethnisch gesäubert werden.
 
Da den Palästinensern und ihren Verbündeten die notwendigen militärischen Kräfte zur Beseitigung Israels fehlen, bleibt ihnen nur die Wahl zwischen einem endlosen Terrorkrieg und der Ultima Ratio der Selbstmordattentäterei, der Zündung einer Atomwaffe. Ein wirkungsvoller Nuklearangriff auf Israel würde unweigerlich auch die Palästinensergebiete auf unabsehbare Zeit unbewohnbar machen, also eine Art erweiterter „Genosuizid“.
 
Aber was ist eine realistische Alternative zu dieser ausweglosen Situation? Ganz sicher werden beide Seiten nicht übernacht vom heiligen Geist erleuchtet und werfen die Waffen weg, um die Hände zur brüderlichen Umarmung freizuhaben – so etwas geschieht nicht mal mehr im „Heiligen Land“. Einen Ausweg können beide Seiten nur ganz allmählich finden. Zunächst müssen Palästinenser und Israelis sich endlich eingestehen, dass sie zu einem militärischen Sieg unter erträglichen Opfern unfähig sind. Wenn die Palästinenser sich zu gewaltlosem Wiederstand nach dem Vorbild von Ghandis und Mandelas entschließen, wird der moralische Druck auf Israels Bellizisten innenpolitisch und international allmählich zunehmen und ihre brutale Besatzungspolitik immer mehr diskreditieren. Auf der anderen Seite kann Israel die breite Unterstützung der Terrororganisationen durch eine Verbesserung der ökonomischen Situation in den Palästinensergebieten verkleinern. Je mehr Menschen eine positive Lebensperspektive bekommen, um so weniger Menschen werden diese durch Terror selbst zerstören. Die aller größte Teil der Menschheit möchte einfach Kinder großziehen, arbeiten und etwas ganz banales Glück erleben!
 
Selbstverständlich kann auf eine angemessene, d.h. polizeiliche Bekämpfung der Terroristen nicht verzichtet werden. Je weniger die Situation der Gesamtbevölkerung durch solche Maßnahmen beeinträchtigt wird, umso erfolgreicher werden die Aktionen schließlich werden.
 
Solche Gedanken sind natürlich nicht neu und wurden in der Vergangenheit durch die Falken und Extremisten beider Seiten immer wieder erfolgreich konterkariert. Womöglich bleibt nur übrig abzuwarten, dass die Leute entgültig die Schnauze voll bekommen. Das kann aber noch Jahrzehnte dauern oder passiert nie, schließlich liegt der Berg von Megiddo im nördlichen Israel und da hat bereits die Bibel das letzte Schlachtfeld der Menschheit prophezeiht (Har Megiddo > Harmagedon, dort befindet sich das klassische Schlachtfeld Kanaans >Richter 4,12-16<) . Das Potenzial zum Weltenbrand hat der Konflikt mit Sicherheit. Die jüngsten Aktionen der iranisch finanzierten Hamas und Hisbollah und Israels unverhältnismäßige Reaktion gegen den Libanon machen das nur allzu deutlich. Die Zerstörungen libanesischer Infrastruktur treibt den islamistischen Extremisten neue Anhänger zu und legitimiert die Attacken der Hisbollah in den Augen eines großen Teiles der arabischen Welt.
 
Die Perspektive ist ziemlich trostlos oder? Ich sehe für lange Zeit keine realistische Friedenschance für die Region. Im Gegenteil, ich erwarte eine weitere Eskalation in den kommenden Monaten, da der Iran über seinen Einfluss auf die libanesischen Schiiten mittelbar Stärke gegenüber den USA zeigen kann.

3 Meinungen

  1. Ja, der Staat Israel wurde 1948 gegründet und hatte damit über Nacht mehrere Kriegserklärungen am Hals. Seit dem, also seit 58 Jahren, lang brodelt es im Nahen Osten mal stärker mal schwächer. Selbst der Rückzug Israels aus Südlibanon und Gaza hat nichts gebracht. Warum sollte in den nächsten 58 Jahren dort Frieden sein?

  2. Filmtipp, unbedingt angucken: „Peace, Propaganda & The Promised Land“ about Israeli and American crimes and the role of the US mediahttp://video.google.com/videoplay?docid=-7828123714384920696&q=peace+propagandaPeace, Propaganda & The Promised Land Bathsheba Ratzkoff and Sut Jhally 1 Std. 19 Min. 14 Sek. Peace, Propaganda & the Promised Land provides a striking comparison of U.S. and international media coverage of the crisis in the Middle East, zeroing in on how structural distortions in U.S. coverage have reinforced false perceptions of the Israeli-Palestinian conflict. This pivotal documentary exposes how the foreign policy interests of American political elites–oil, and a need to have a secure military base in the region, among others–work in combination with Israeli public relations strategies to exercise a powerful influence over how news from the region is reported. Through the voices of scholars, media critics, peace activists, religious figures, and Middle East experts, Peace, Propaganda & the Promised Land carefully analyzes and explains how–through the use of language, framing and context–the Israeli occupation of the West Bank and Gaza remains hidden in the news media, and Israeli colonization of the occupied terrorities appears to be a defensive move rather than an offensive one. The documentary also explores the ways that U.S. journalists, for reasons ranging from intimidation to a lack of thorough investigation, have become complicit in carrying out Israel’s PR campaign. At its core, the documentary raises questions about the ethics and role of journalism, and the relationship between media and politics.

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