Jena und die Russland-Millionen

Das staunt man nicht schlecht. Carl-Zeiss Jena zählte irgendwie immer zum grauen Inventar des deutschen Fußballs. Irgendwie waren sie immer mal wieder in der zweiten Liga dabei. Glänzen konnten sie jedoch nie so wirklich. Trotzdem haben sie die Stange für den „ostdeutschen Fußball" hoch gehalten und einen Teil zur Vereinigung beigetragen. Trotzdem: Sie waren da, es gab sie. Aber ich persönlich vermisste sie auch nicht, wenn sie mal eine Liga tiefer rumgurkten.

Vor dieser Saison sah auch alles wieder so aus, als würden sie mitspielen dürfen, um dann auch schnell wieder die Segel zu streichen. Zumindest bis kurz vor Transferschluss. Denn da gelangen den Thüringern zwei doch recht spektakuläre Transfers. Auf einmal stand in Jan Simak ein Mittelfeldspieler im Kader, der mal eine große Bundesligakarriere (in der Ersten, versteht sich) vor sich hatte. Seine Pässe sollte Sandor Torghelle in Tore ummünzen. Der Stürmer durfte bisher 18 Mal für Ungarn auflaufen und ist dank seiner beiden Tore gegen Deutschland irgendwie noch immer gegenwärtig.

Nun kommt sogar der nächste Hammer: Jena wird zum zweiten FC Chelsea. Naja, fast. Aber zumindest doch, wenn es darum geht, woher die Gelder fließen. Jena hat mit der „Alpha Group Invest Corporation" einen Millionen-Deal eingefädelt. In den kommenden fünf Jahren fließen stattliche 20 Millionen Euro in die Kassen der Zeissler. Warum gerade Jena? Ich weiß es nicht. Aber vielleicht werden die Thüringer ja doch noch ein Verein, der bunte Farbtupfer in die Fußballlandschaft setzt…

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