Hollunder oder Holunder?

Denn damals, als man sich noch auf Mittelhochdeutsch unterhielt, da nannte man ihn „Holunter“ und sprach ihn dementsprechend auch mit einer Betonung auf der ersten Silbe aus.

„Holunder“ trotz Endbetonung

Das wurde später zu „Holunder“, allerdings mit einer Verlagerung der Betonung auf die zweite Silbe, die eigentlich annehmen lässt, dass das Heilmittel mit zwei „l“ geschrieben wird, was aber nicht der Fall ist.

Die auch als „Fliederbeere“ bekannte Frucht sollte man nicht einfach so verzehren, auch wenn der bei uns weit verbreitete schwarze Holunder so schön verlockend glänzt. Der Holundersaft ist hingegen besonders zur Bekämpfung einer Erkältung ein probates Mittel.

Eine Pflanze mit göttlichem Hintergrund

Der Name „Holunder“ soll übrigens von den Nordgermanen und deren Göttin „Hel“ abstammen. Auch, wenn sie öfter einmal mit der Kissen-klopfenden alten Dame Frau Holle verwechselt wird, hat Hel einen sehr viel imposanteren Hintergrund. Hel ist in der nordischen Mythologie die Totengöttin gewesen, deren Haut zum Teil normal, zum Teil blauschwarz war, wie eben die Holunderbeere. Hel war die Tochter von Loki, dem nordischen Gott, der nur Gaunerei und Schabernack im Hinterkopf hatte. Entgegen unserer christlich geprägten Vorstellung war Hels Reich – die Hölle – jedoch kein reiner Ort des Leidens, sondern ein neutrales Totenreich, in dem die Seelen verweilten. Auch die Flammenberge und die Lavaflüsse konnte man dort nicht finden, stattdessen wird es in den Sagen häufig als recht düster und kalt beschrieben, weshalb ein Schluck Holundersaft gegen die drohende Erkältung sicher ein guter Begleittrunk wäre, sollte man die Frau Hel einmal auf ein Käffchen besuchen wollen.

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