Hollande ist der neue Präsident Frankreichs: Wer ist der Politiker?

Francois Hollande wurde am 12. August 1954 in Rouen, im Department Seine-Maritime geboren. Seine weiteren Vornamen sind Gerard und Georges. Aufgewachsen in einem wohlhabenden Elternhaus, sein Vater war Hals-Nasen-Ohren-Arzt seine Mutter Sozialarbeiterin, besuchte er das Lycee Pasteur in der kleineren Stadt Neuilly-sur-Seine. Sein Vater war Gegner der Resistance und auch nach dem 2. Weltkrieg war er am rechten politischen Rand aktiv. Francois Hollande studierte nach seinem Abschluss an der Universität Paris II Rechtswissenschaften und erwarb zudem noch Abschlüsse an der Handelshochschule HEC, an der Ecole nationale d'administration (kurz gesagt ENA) und am Institut für Politische Studien (SciencesPo). Privat ist er mit der Journalistin Valerie Trierweiler seit 2007 liiert. Bis 2007 war er mit der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Segolene Royal zusammen. Aus dieser Beziehung gingen zwei Töchter und zwei Söhne hervor.

Die politische Kariere des neuen Präsidenten von Frankreich Francois Hollande

Bereits 1974 stand er während seines Aufenthalts an der HEC einem Komitee zur Unterstützung des ehemaligen Präsidenten Francois Mitterand (1916-1996) zu. 1979 trat er der Partei Parti Socialiste (PS) bei. Dank der Fürsprache von Jacques Attali wurde Francois Hollande Berater Mitterands in Wirtschaftsfragen. Als Francois Mitterand 1981 dann zum Präsidenten gewählt wurde, folgte Hollande ihm als Berater in den Elysee-Palast. Ebenfalls 1981 kandidierte Hollande für ein Parlamentsmandat im Departement Correze, scheiterte aber an dem späteren Präsidenten Jacques Chriac. 
1983 wurde Hollande zum Gemeinderat von Ussel (Correze) gewählt. Ebenso wurde er Büroleiter der Pressesprecher der Regierung von dem Politiker Pierre Mauroy. Im gleichen Jahr versuchte Hollande Bürgermeister von Ussel zu werden, aber bereits an der Bürgermeisterkandidatur scheiterte er.
Als 1988 Francois Mitterand erfolgreich wiedergewählt wurde, kandidierte Hollande erneut für ein Parlamentsmandat im Departement Correze und gewann. Grund dafür war aber auch, dass er den Wahlkreis wechselte. Im gleichen Jahr wurde er Professor für Ökonomie an der SciencesPo und war dies bis 1991.
Im Jahr 1989 wechselte er in den Gemeinderat von Tulle und wurde dort Beigeordneter des Bürgermeisters.
1993 folgte ein Rückschlag. Er verlor das Abgeordnetenmandat, nahm bis 1997 dann den Vorsitz des politischen Clubs „Club Temoin“ und arbeitete nebenher als Rechtsanwalt.
1997 gelang das politische Comeback und er wurde durch den Sieg der Allianz „Gauche plurielle“ (eine Allianz aus  verschiedenen linken französischen Parteien) wieder zum Abgeordneten für Correze gewählt. Im selben Jahr wurde er Parteivorsitzender der PS.
1999 war er für vier Monate Abgeordneter im Europäischen Parlament und wurde im gleichen Jahr Vizepräsident der „Sozialistischen Internationalen“ (eine Organisation weltweiter sozialistischer Parteien und Gruppen)
2001 wurde er Bürgermeister von Tulle.
Durch das Debakel bei der Präsidentenwahl 2002 und der Niederlage der PS bei den Parlamentswahlen übernahm Hollande die Führungsrolle der PS. Seitdem ging es bei der PS auch wieder bergauf. 2004 gewann die PS die Regional- und Kommunalwahlen, bei der Europawahl im selben Jahr gewann sie auch mit 29 Prozent. Ebenso war er ein Befürworter der Europäischen Verfassung.
Bei der Präsidentschaftswahl 2007 verzichtete er zugunsten seiner damaligen Partnerin Segolene Royal auf die Kandidatur. Diese scheiterte am Ende allerdings gegen Nicolas Sarkozy der Präsident von Frankreich wurde. Anschließend trennten sich Royal und Hollande, da die Beziehung bereits davor am Ende war und Hollande angeblich bereits eine Affäre mit seiner heutigen Partnerin Valerie Trierweiler hatte.
2008 legte er trotz Wiederwahl das Amt als Bürgermeister und das Gemeinderatsmandat von Tulle ab und wurde Präsident des Generalrates von Correze. Im November 2008 kandidierte er nach 11 Jahren nicht mehr als Premier Secretaire der PS.

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Francois Hollande wird neuer Präsident von Frankreich

Am 31. März 2011 gab Francois Hollande seine Bewerbung als Präsidentschaftskandidat der PS bekannt. Unmittelbar davor wurde er als Präsident des Generalrates in Correze wiedergewählt. Er galt von Anfang an als einer der Favoriten, der Hauptfavorit wurde er, als Dominique Strauss-Kahn nach Vergewaltigungsvorwürfen auf eine Kandidatur verzichtete. Im 1. Wahlgang als Kandidat lag er mit 39 Prozent vor seiner Gegnerin  Martine Aubry die 30 Prozent der Stimmen holte. In der Stichwahl gewann er gegen diese mit 57 Prozent.
Im 1. Wahlgang der Präsidentschaftswahlen holte Hollande 28,63 Prozent der Stimmen, knapp vor dem amtierenden Präsidenten Sarkozy (27,18 Prozent). In der Stichwahl siegte er ebenfalls knapp mit genau 51,62 Prozent gegen Nicolas Sarkozy, der 48,38 Prozent der Stimmen holte.

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