Hin und weg!

„Ich weinte, während ich mein Testament schrieb" (Joachim Ringelnatz: Als Mariner im Krieg).

„Es war in jener Zeit, als ich in Kristiania umherging und hungerte, in dieser seltsamen Stadt, die keiner verlässt, ehe er von ihr gezeichnet worden ist …" (Hamsun: Hunger).

„Von allen Zentralgefängnissen Frankreichs ist Fontevrault das erregendste" (Jean Genet: Das Wunder der Rose).

„Die Trottas waren ein junges Geschlecht" (Joseph Roth: Radetzkymarsch).

„Eine Blume, die sich erschließt, macht keinen Lärm dabei" (Wilhelm Raabe: Alte Nester).

„Geographie hatten wir beim roten Gierke" (Tucholsky: Ein Pyrenäenbuch).

„Dies Buch ist für die Guten und nicht für die Bösen" (Bettine von Arnim: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde).

„Der kluge Mann reist nur in Gedanken" (W. Somerset Maugham: Honolulu).

„Der Irrsinn einer herbstlichen Prärie-Kaltfront, näher kommend" (Jonathan Frantzen: Die Korrekturen).

„Es war einmal ein Edelmann im Pommerlande, der so viel Ahnen hatte als Tage im Monate, und ein Schloß, und ein paar Hufen Landes umher, und ein Dorf, wo Bauren drin wohnten, und etliche hundert Bäume, die er seinen Forst nannte, und sechs oder sieben räudige Köter, die hieß er seine Kuppel, und wer ihm die schief ansah, der griff ihm an die Seele" (Johann Gottwerth Müller: Siegfried von Lindenberg).

„Wer die Insel Tana Masa auf der Landkarte suchte, fände sie genau am Äquator, ein wenig westlich von Sumatra; fragt man aber Kapitän J. van Toch an Bord der Kandong Bandoeng, was es mit dieser Tana Masa, wo er soeben vor Anker ging, auf sich hat, wird er zunächst mächtig schimpfen und dann sagen, dies sei das dreckigste Loch auf den Sunda-Inseln, noch viel gottverlassener als Tana oder Bala, aber zumindest ein ebenso verdammter Fleck Erde wie Pini oder Banjak; der einzige Mensch, der dort lebe – die lausigen Bataks natürlich nicht mitgerechnet – sei ein betrunkener Agent, eine Kreuzung zwischen Kubu und Portugiesen und ein noch größerer Gauner als ein ganzer Kubu und ein Weißer zusammengenommen; und wenn es etwas Verdammtes auf der Welt gäbe, dann sei es das verdammte Leben auf der Tana Masa, Herr" (Karel Capek: Der Krieg mit den Molchen).

So – wer will, soll seine Favoriten ergänzen.

12 Meinungen

  1. Opa Nietzsche-wo

    Das Glück meines Daseins, seine Einzigkeit vielleicht, liegt in seinem Verhängnis: ich bin, um es in Rätselform auszudrücken, als mein Vater bereits gestorben, als meine Mutter lebe ich noch und werde alt.F.N. – Ecce homo

  2. So, also hierher kommen die Leute, um zu leben, ich würde eher meinen, es stürbe sich hier.R.M.R. – Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge)

  3. Schierlingsopa

    Warst du selbst, Phaidon, bei Sokrates an jenem Tage, als er das Gift trank im Gefängnis, oder hast du es von einem andern gehört?

  4. Wenn man es eigentlich richtig nimmt, ist das Radfahren eine große Dummheit.(Karl Valentin – All Heil-1899)

  5. Ich war in großer Verlegenheit: eine dringende Reise stand mir bevor; ein Schwerkranker wartete auf mich in einem zehn Meilen entfernten Dorfe; starkes Schneegestöber füllte den weiten Raum zwischen mir und ihm; einen Wagen hatte ich, leicht, großrädrig, ganz wie er für unsere Landstraßen taugt; in den Pelz gepackt, die Instrumententasche in der Hand, stand ich reisefertig schon auf dem Hofe; aber das Pferd fehlte, das Pferd.(Franz Kafka – Ein Landarzt)

  6. Trotz dem Zepter der blitzdummsten Kausalität schenkte mir eine gütige Verkettung der Dinge ein Erlebnis, das ich hier wiedererzählen will; und daß ich es erlebte und wiedererzählen darf, dafür bin ich dem Leben genauso dankbar, wie ich ihm nach jedem grimmigen Fluch noch für das Erlebnis des Fluchens dankte.(Gustav Sack – Eva)

  7. Er lag unbequem in dem flachen Grab.(Wolfgang Borchert – Jesus macht nicht mehr mit)

  8. Jesus!

  9. Wenn ich da auch noch ein Triplet anbringen darf:Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer.Heimito von Doderer – Ein Mord den jeder begeht.Ich liege im Bett, in meinem Winterbett.Wolfgang Hildesheimer – Tynset.Eines morgens um acht Uhr stand ein junger Mann vor der Türe eines alleinstehenden, anscheinend schmucken Hauses.Robert Walser – Der Gehülfe.

  10. Es war der Sommer, in dem zum erstenmal Menschen den Mond betraten. Paul Auster – Mond über Manhattan

  11. Mal lustige Literatur:“Eines Tages erwachete der Fönig zum Gezwitscher einer Fohlmeise, eines Folibris und eines Faninchens, denn in seinem Königreich wurden alle Ks durch Fs ersetzt.“ (Walter Moers. Der Fönig)So, und jetzt muss ich aufs Flo. Und morgen ist Klohmarft.

  12. Bücher sind zum Lesen daderien – Aphorismen

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