Verhindert ein Handyverbot an Schulen Gewalt? Happy Slapping beschreibt eine neue Art der Gewalt, die insbesondere unter Jugendlichen auftritt. Meist unbeteiligte Passanten werden dabei von den Jugendlichen ohne Vorwarnung angegriffen, manchmal verprügelt oder sogar sexuell genötigt. Das Gesamte wird mit dem Mobiltelefon gefilmt und das Happy Slapping Video anschließend auf Videoportalen im Internet wie Youtube oder MyVideo veröffentlicht.
Handyverbot an Schulen wegen Happy Slapping Videos
Happy Slapping Videos werden häufig von Jugendlichen aus dem Internet auf ihr Handy downgeloaded und untereinander ausgetauscht. Der Austausch von Gewaltvideos findet eben häufig auch in Schulen statt und soll durch ein Handyverbot an Schulen verhindert oder zumindest eingedämmt werden.
Doch stellt sich die Frage, ob Happy Slapping Videos neue Gewalt entstehen lassen oder vielmehr bereits bestehende sichtbar macht. Denn warum haben Jugendliche Interesse an Gewaltverherrlichung, finden Spaß an sexuellem Missbrauch und bejubeln Kriminalität?
Contra Argument: Handyverbot ignoriert wahre Probleme
Diese Vorlieben pubertierender Schüler resultieren sicherlich nicht aus der Technologie der Mobiltelefone, die flüchtige Fotos und Videos möglich machen. Die Gewaltverbreitung per Internet und Handy ist weniger ein technologisches Problem, sondern ein pädagogisches und psychologisches! Und hier greift eine oberflächliche Bekämpfung der Symptome durch ein Handyverbot an Schulen nicht ein, es ignoriert das wahre Problem vielmehr.
Lehrer und Eltern müssen die Ursachen für die Gewalt-Videos erörtern und geeignete pädagogische Maßnahmen entwickeln, die nicht nach dem Motto „In der Not ein Verbot“ wirken. Auch das häufig gehörte Pro-Argument, Schüler bräuchten in der Schule kein Handy, ist eine Phrase. Denn nur weil etwas überflüssig ist, gehört es noch lange nicht verboten!
Ein Handyverbot an Schulen ist leicht ausgesprochen, doch völlig fehl am Platz! Es bleibt viel zu tun, um die Gewaltbereitschaft unter Jugendliche zu bekämpfen!
