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    Start » Gürtelrose (Herpes Zoster): Symptome und Therapien
    Besser Leben

    Gürtelrose (Herpes Zoster): Symptome und Therapien

    23. April 20084 Minuten Lesezeit

    Die optische Wahrnehmung der Gürtelrose war auch für die Namensgebung verantwortlich. Ausgehend von der Wirbelsäule breitet sich der Ausschlag entweder einseitig aber auch beidseitig aus und legt sich wie ein „Gürtel“ um den Körper. Jedoch kann die Gürtelrose auch an anderen Körperstellen auftreten und ist häufig mit starken Schmerzen und einem langwierigen Heilungsprozess verbunden. Laut Statistik leiden jährlich bis zu 400.000 Menschen in Deutschland an Gürtelrose.

    Varizella-Zoster-Virus: Der Krankheitserreger

    Eine Erkrankung lässt sich bei keinem Menschen prinzipiell ausschließen, da 98 Prozent der Bevölkerung bereits mit dem Virus in Berührung gekommen ist und dieser latent im Körper vorhanden ist. Beim Erreger, der eine Gürtelrose auslöst handelt es sich nämlich um den Varizella-Zoster-Virus (VZV), der zu den Herpes-Viren gehört. Dieser ist auch für Windpocken verantwortlich. Folglich besteht also bei annähernd jedem Menschen die Möglichkeit einer Erkrankung, aber der Virus bricht nicht zwangsläufig aus.

    Wie erkrankt man an Herpes Zoster?

    Auch wenn jeder Mensch den Virus in sich trägt, leidet nicht jeder Mensch an der Krankheit. An Herpes Zoster erkranken vor allem Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben. Häufig kann auch Stress ein Ausbruch der Krankheit bewirken, in seltenen Fällen kann Sonnenlicht ein Auslöser sein. Wenn es soweit kommt, findet keine Neuinfektion statt, sondern ein „Reaktivierung“ des im Rückenmark gespeicherten VZ-Virus. Dann entzündet sich das Nervengewebe und es kommt zu starken Schmerzen, in dem Teil der Haut, der durch den betroffenen Nerv versorgt wird.

    Was sind die Symptome und wie ist der Krankheitsverlauf?

    • Zunächst fühlt sich der Patient häufig müde, unwohl und leidet an Übelkeit. Nach zwei bis drei Tagen beginnt dann die Bildung des charakteristischen Hautausschlages. Dieser tritt zunächst in Form kleiner Bläschen und einer Rötung der Haut auf.
    • Nach weiteren zwei bis drei Tagen füllen sich die Bläschen mit klarer Flüssigkeit, später mit Lymphe. Dann brechen die gefüllten Bläschen auf und nach spätestens einer Woche sind sie ausgetrocknet.
    • Die Flüssigkeit ist in hohem Maße ansteckend und für Mitmenschen gefährlich. Nach dem Austrocknen entsteht eine gelb-braune Borke auf der Haut, die erst nach zwei bis vier Wochen abheilt. In dieser Zeit ist die Haut besonders anfällig für Folgeinfektionen durch Bakterien, was die Gefahr der Narbenbildung noch einmal erhöht. Manchmal werden im Verlauf der Krankheit auch Nervenbahnen dauerhaft geschädigt.

    Der Herpes-Zoster tritt an den Stellen auf, die mit dem betroffenen Nerv versorgt werden. Häufig ist das der Brustkorb, aber auch Arme, Beine und der Rücken. Bei manchen Krankheitsverläufen können auch die Augen betroffen sein, was sogar zur Erblindung des Patienten führen kann. Sind die Ohren erkrankt, kann es zur Störung des Gleichgewichtssinns und der Hörvermögens kommen. Bei starker Schwächung des Immunsystems, wie bei einer AIDS- oder Krebserkrankung, kann die Gürtelrose sogar lebensgefährlich sein, da in diesen Fällen häufig das gesamte Nervensystem befallen ist.

    Weiteres Unheil droht dem Körper auch durch Komplikationen während der Erkrankung am VZ-Virus. Wenn Nerven dauerhaft geschädigt wurden, kann es zu extremen Nervenschmerzen kommen, dabei sind meist ältere Patienten betroffen. Manchmal bleibt sogar eine Behandlung mit Schmerzmitteln ohne Erfolg. Bei Menschen mit extrem geschwächten Immunsystem kann es zu einer Hirngewebs-, Rückenmarks- oder Hirnhautentzündung kommen. Es gibt auch Fälle bei denen eine temporäre Lähmung der Gesichtsnerven auftritt.

    Welche Heilmethoden gibt es?

    Bei einer Herpes Zoster-Erkrankung sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Häufig ist eine effektive Behandlung im Frühstadium der Krankheit nicht möglich, da Patienten allgemeine Symptome wie Müdigkeit und Unwohlsein oft nicht direkt in Zusammenhang mit einer Gürtelrose bringen. Meist suchen sie erst ärztlichen Beistand, wenn der Hautausschlag begonnen hat.

    Die Behandlung der Krankheit erfolgt meist mit Arzneien, die die Vermehrung der VZ-Virus hemmen. Hier ist es wichtig so früh wie möglich mit der Einnahme der Medikamente zu beginnen, besonders wenn das Immunsystem des Patienten in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zur Linderung der Schmerzen erhält der Patient Schmerzmittel, oft auch in Verbindung mit einer Elektrotherapie. Damit der Hautausschlag besser verheilt, kann man auch Puder oder ähnliches einsetzen.

    Gerade auf dem Gebiet der Gürtelrose konnten Wissenschaftler zuletzt Impfstoffe entwickeln, die eine Erkrankungsgefahr auch im gehobenen Alter erheblich reduzierten.

    Wer ist besonders gefährdet?

    Theoretisch kann jeder am VZ-Virus erkranken, besonders gefährdet sind jedoch Menschen mit geschwächten Abwehrkräften. Das bedeutet, dass die Krankheit vor allem bei älteren Menschen ausbricht. Zwei Drittel der Herpes Zoster-Patienten sind älter als 50 Jahre. Rund ein Viertel der Bevölkerung leidet im Laufe des Lebens an Gürtelrose.

    Für betroffene Patienten ist es besonders wichtig Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden, da der Hautausschlag sehr ansteckend ist. Erhöhte Alarmbereitschaft gilt beim Kontakt mit Schwangeren: Bei Frauen, die nicht geimpft sind oder keine Antikörper in ausreichender Menge produzieren, kann es zu einer Windpockeninfizierung kommen, die dem Embryo schwere Schäden zufügen kann. Kurz vor der Geburt kann ein Ausbruch der Windpocken sogar lebensgefährlich für das Kind sein.

    Bild: Thinkstock, iStock, joloei

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