Gregory Crewdson: Die Kunst der Inszenierung

Gregory Crewdson ist vermutlich einer der Fotografen, denen ein Gedenkstein gesetzt werden sollte für ihre Fotokunst – und er gehört sicher zu den Top 100 lebenden Fotografen weltweit.

Gregory Crewdsons Fotos sind auf jeden Fall beeindruckend.
Ob man die Melancholie schätzt, die in seinen teilweise gar surreal anmutenden Fotos mitschwingt, sei dahin gestellt, die teilweise düstern Fotos lassen Traurigkeit aufkommen und faszinieren doch zugleich.

Gregory Crewdson und die Verzweiflung

Ob es ein brennendes Haus ist, ein hoffnungsloser Mann auf einem Sessel sitzend in den Trümmern einer ausgebombten Wohnung, oder der Blick durch das Fenster eines billigen amerikanischen Hauses auf eine, ihr nacktes, auf einem vergleichsweise überproportionieren Doppelbett schlafendes Baby betrachtende Frau ist – immer wirken die Fotos irgendwie trostlos. Kulisse für die Inszenierungen sind oft kleine, amerikanische Städte oder Dörfer, manchmal auch ein Blick in ein Zimmer.

Viele Bilder beschäftigen sich auf eine leise Art mit Zerstörung und Verfall. Die Schauspieler, die Crewdson für seine Fotos engagiert, wirken meist lethargisch und hoffnungslos und zeigen oft Menschen am Ende von irgendetwas. Trauer steht ihnen fast fortwährend in allen Bildern ins Gesicht geschrieben.

Und doch würde man gern eines dieser Kunstwerke besitzen, weil man sich tief im Inneren mit ihnen identifizieren kann.
Und fast jeder Fotograf wird Gregory Crewdson wohl beneiden um seinen Ideenreichtum und erst recht die finanziellen Möglichkeiten, seine kostspieligen Ideen und Inszenierungen zu planen, die aufwändig wie Filme mit einer großen Crew geplant und umgesetzt werden. Er selbst steht dann bei der Umsetzung der Inszenierung oft gar nicht mehr hinter der Kamera.

Keine Frage, die Bilder des Gregory Crewdson berühren auf den ersten Blick und man wünscht, er würde einen bitten:“Let Me Take Your Photo“. Mit dem Song hatte er vor Jahren übrigens eine kurze Rockstarzeit mit den „Speedies“.
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Eine Meinung

  1. Crewdson ist absolut großartig – habe seine Bilder im c/o gesehen und war geplättet. Er ist ganz vorne in einer Reihe zu nennen mit dem großen Jeff Wall, mit der Selbstdarstellerin Cindy Sherman oder Francesca Woodman (leider zu früh gestorben). Es kommen aber auch richtig interessante Leute nach… Oliver Raht, Hannah Fee Kreuzer, Brian Oldham – vielleicht sollte man die Jungen auch mal beleuchten.

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