Glyphosat: Anwendung als Unkrautvernichtungsmittel gefährlicher als gedacht

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten verkaufte Pflanzengift. Dabei handelt es sich um einen Inhaltsstoff, der in vielen Unkrautvernichtungsmitteln enthalten ist. Allein in Deutschland werden jedes Jahr tausende Tonnen des Pflanzengifts auf Feldern versprüht. Lange Zeit galt der Wirkstoff, der bei Hobbygärtnern auch unter dem Handelsnamen Roundup bekannt ist, als völlig unbedenklich. Nun jedoch schlagen immer mehr wissenschaftliche Studien Alarm, dass die Anwendung von Roundup erhebliche Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier mit sich bringen könnte.

Glyphosat im Urin von Rindern und Menschen gemessen

Wissenschafter des Instituts für Bakteriologie und Mykologie an der Universität Leipzig haben das Herbizid im Urin von Rindern in ganz Deutschland entdeckt. In der Folge wurde das Pflanzengift erst bei Landwirten und dann auch bei Menschen festgestellt, die nicht in der Landwirtschaft tätig sind. Inzwischen haben die Wissenschaftler das umstrittene Herbizid in geringerer Konzentration sogar bei sich selbst nachgewiesen.

Die aktuelle Studie führt die Leipziger Wissenschaftler zu der Annahme, dass Glyphosat im Zusammenhang mit der bislang unerforschten Rinderkrankheit Botulismus stehen könnten. Dabei handelt es sich um eine Vergiftung, die für Rinder tödlich ausgehen kann und die auch für Menschen gefährlich sein könnte. Wie die neuen Forschungsergebnisse belegen, tötet der Wirkstoff gesundheitsfördernde Bakterien (z.B. Lactobazillen und Bifidobakterien) und stört so erheblich das Gleichgewicht des Magen-Darm-Trakts. Die Forscher vermuten weiterhin, dass eine Glyphosat-Vergiftung gefährlichen Keimen wie dem Botulismuserreger, den ein unversehrtes Immunsystem leichthin verkraftet, überhaupt erst den Weg ebnet.

Giftdusche, damit dass Getreide abstirbt und schneller trocknet

Absurd: Die Giftdusche wird auf Feldern oft eingesetzt, damit das Getreide abstirbt und so gleichmäßig trocket. Die Pestizid-Behandlung wird oft sogar Hülsenfrüchten, Kartoffeln und Ölsaaten zuteil. Im Bio-Anbau ist die Behandlung mit Roundup und anderen chemischen Spritzmitteln jedoch nicht erlaubt. Wer die Ernährung mit Pestiziden vermeiden möchte, sollte deshalb pflanzliche Öko-Lebensmittel kaufen.
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Bundesinstitut sieht noch keine Gefahr

Für die Bewertung von Gesundheitsrisiken, welche durch Pestizidrückstände in Futter- und Lebensmitteln verursacht werden, ist das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin zuständig. Bislang sieht das Institut die Hypothese der gesundheitsbedenklichen Auswirkungen von Glyposat auf den menschlichen und tierischen Organismus als unbegründet. Die in Leipzig gemessenen Werte im menschlichen Urin seien zudem erwartbar. Wichtig sei die Beachtung der festgelegten Höchstgehalte des Herbizids in Lebensmitteln. Solange diese nicht überschritten würden, sei zwar das Auftreten von Rückständen möglich. Diese seien jedoch unbedenklich.

Roundup: Hersteller weist Vorwürfe zurück

Auch der US-Konzern Monsanto, welcher das Unkrautvernichtungsmittel zuerst auf den Markt brachte, weist jegliche Gesundheitsrisiken zurück. In einer schriftlichen Stellungnahme wurde betont, dass das Unkrautvernichtungsmittel lediglich für Pflanzen tödlich sei, indem es nämlich einen Stoffwechselweg unterbräche, über den Mensch und Tier gar nicht verfügten. Demnach sei eine Gefährdung der Gesundheit von Mensch und Tier „unwahrscheinlich“.

Wirkstoffkontrolle wurde verschoben

Eigentlich wäre in diesem Jahr eine routinemäßige EU-Kontrolle des Wirkstoffs auf Risiken fällig gewesen. In Absprache mit der EU-Kommission wurde diese Überprüfung jedoch auf 2015 verschoben.

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