Gesellschaft: Vorlesen stärkt das Familienband

Vorlesen ist eine der schönsten Freizeitgestaltungen.Eltern, die ihren Kindern vorlesen, fördern nicht nur deren Sprachkompetenz und Wortschatz. Sie stärken auch die sozialen Bindungen in der Familie.

Das ist das Ergebnis der diesjährigen Vorlesestudie 2014, die Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. „Wenn in Familien vorgelesen wird, stößt das über die Geschichten hinaus oft Gespräche an“, sagte Studienleiterin Simone Ehmig. Die vertrauensvolle Stimmung sei auch eine Möglichkeit, um über belastende Situationen oder Probleme zu reden.

Doch nicht alle Kinder erhalten hierzulande diese Chance: Fast ein Drittel aller Mütter und Väter liest Kindern selten oder gar nicht vor, so die Ergebnisse der Studie. Das diesjährige Ergebnis (31 Prozent) ähnelt dem aus dem Vorjahr (30 Prozent) kam verändert. Dennoch seien die Aufrufe und Programme zur Förderung des Vorlesens nicht vergeblich gewesen. Denn die Bereitschaft zum Vorlesen sei seit Beginn der Studien 2007 in bildungsfernen Familien und bei Vätern gestiegen.

Kinder wünschen sich vorlesende Eltern

Positiv ist auch, dass mehr als zwei Drittel der Eltern (69 Prozent) das Vorlesen gern und gezielt in den Alltag einbringen. Einige (7 Prozent) tun es mehrmals oder einmal am Tag (21 Prozent) – andere zumindest mehrmals pro Woche (41 Prozent). Den Kindern kommt das Vorlesen sehr entgegen: 70 Prozent der Kinder wünschen sich vorlesende Eltern. Wie die Untersuchung ergab, verbinden sie mit dem Vorlesen nicht nur das Interesse an Geschichten, sondern zudem den Wunsch nach Zeit, Nähe und ungeteilter Aufmerksamkeit der Eltern. Zwei Drittel der befragten Eltern genießen demnach die gemeinsame Vorlesezeit.

Es spielt keine Rolle, mit welchem Medium Eltern ihren Kinder vorlesen. Klassische Kinderbuch, Tablet oder Computer – egal! Hauptsache Eltern nehmen sich die Zeit. Wenn Väter vorlesen, greifen diese gern zur neuen Technik. Die positiven Wirkungen, die das Vorlesen erwiesener Weise mit sich bringt, entfalten sich auch, wenn Eltern nicht in deutscher Sprache vorlesen. Wissenschaftler raten Familien mit Migrantionshintergrund, ihren Kindern in der Sprache vorzulesen, in der sie sich selbst am wohlsten fühlen

Für die diesjährige Studie wurden 250 Mütter und 250 Väter mit mindestens einem Kind im Vorlesealter (zwei bis acht Jahre). Die Vorlesestudie 2014 ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Deutsche Bahn Stiftung.

Foto: Thinkstock, iStock, Fuse

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.