„Geisel der Menschheit“ oder „Geißel der Menschheit“ – was ist korrekt?

Besonders gemein sind die Fehler, die Ihre automatische Rechtschreibkorrektur nicht als falsch markiert, obwohl sie falsch sind Meist passiert das im Zusammenhang mit Redewendungen, die aus mehreren Wörtern bestehen. Beispiel gefällig? „Geisel der Menschheit“ oder „Geißel der Menschheit“? Das Word-Programm von Microsoft würde weder das eine noch das andere als falsch markieren. Doch was ist korrekt?

Ausdruck steht für eine Art Peitsche

Im Zusammenhang mit dieser Redewendung darf es nur „Geißel“ heißen. Damit ist eine Art Peitsche und im übertragenen Sinne eine Plage gemeint. Die „Geißel“ der Menschheit“ ist also eine „Plage der Menschheit“. Krankheiten wie Krebs oder AIDS werden häufig in den Medien als solche bezeichnet. Weitere Beispiele:

  • Korruption ist die größte Geißel der Menschheit.
  • Krebs: Unbesiegbare Geißel der Menschheit?
  • Die ständige Erreichbarkeit ist für viele eine moderne Geißel der Menschheit.

Eine Geisel hingegen ist eine gefangene Person, mit der für gewöhnlich eine Leistung erpresst werden soll.

Ursprung aus dem Mittelhochdeutschen

Verwirrend ist jedoch der Ursprung der Wörter: So bedeutete „Geisel“ im Mittelhochdeutschen noch Geißel. Die „Geisel“ hingegen hieß in der dieser alten Variante des Deutschen „Gisel“.

Im nicht übertragenen Sinne war eine „Geißel“ ursprünglich eine Peitsche oder ein Stab mit Riemen zur Selbstkasteiung. Später erfuhr das Wort jedoch einen Bedeutungswandel. Heute steht es lediglich für eine „Peitsche“. Ein Kutscher oder ein Landwirt schwingt also die Geißel, um Pferd und Vieh anzutreiben.

Bild: Thinkstock, 179693695, Wavebreak Media, Wavebreakmedia Ltd.

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