Gedächnis oder Gedächtnis

Das Gedächtnis ist zum einen unser Vermögen, uns Informationen über einen mehr oder weniger langen Zeitraum zu merken, andererseits kommt das Wort auch im Sinne von Gedenken oder Andenken an jemanden oder etwas vor. Beide Bedeutungen ändern nichts an der Tatsache, dass Gedächtnis mit „t“ geschrieben wird. Das lässt sich zum einen aus der Etymologie des Wortes herleiten. Gedächtnis kommt vom althochdeutschen „kithehtnissi“, das im Mittelhochdeutschen durch Konsonantenschwächung zu dem für moderne Ohren schon sehr viel bekannter klingenden „gedæhtnisse“ wurde.

Zu erklären ist das „t“ in Gedächtnis auch durch die Morphologie des Wortes selbst: Gedächtnis kommt von denken, dies wiederum wird im Konjunktiv II zu (ich, du, er, sie, es) dächte flektiert und auch das Partizip gedacht gibt Hinweis darauf, dass es nicht Gedächnis heißen kann. Denn wohin sollte das „t“ plötzlich verschwinden, wenn man das Wort „Gedächtnis“ aus dem Partizip gedacht und dem Suffix -nis bildet?

Dass man in der gesprochenen Sprache das „t“ oft nicht hört, ist in der beliebten Verschleifung bestimmter Konsonanten und Vokale begründet, die wiederum an der uns eigenen Sprachökonomie  liegt. Etwas weniger hochtrabend könnte man diese „Ökonomie“ auch als Faulheit bezeichnen, die uns auch dazu bringt, nich statt nicht oder gibt’s statt gibt es zu sagen.

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