Gastro-Rauchverbot: Bestellte Wahrheiten

Vor einem Jahr wurde der Deutsche Hotel- und Gaststätten-Veband (Dehoga-Bundesverband) für eine Studie stark kritisiert. Die Untersuchung hatte nachgewiesen, dass genügend Gastronomen der Nichtraucher-Selvstverpflichtung nachkommen. Da die Befragung durch ein Marktforschungsinstitut der Branche, Marktplatz Hotel, vorgenommen wurde und der Partnerverband IHA Hotelverband an dieser Firma indirekt beteiligt ist, wurde die gesamte Studie in Frage gestellt.

Nun stellt sich heraus, dass dies womöglich nur ein vorgeschobener Grund war, um eine neue bestellte Wahrheit zu lancieren. Das Bundesgesundheitsministerium hatte eine neue Studie (PDF-Download) in Auftrag gegeben, nach der die Gastro-Selbstverpflichtung gescheitert sei. Die Untersuchung wurde bei der Verbraucher-Bundeszentrale in Auftrag gegeben, die widerum das Kölner Institut IFAV mit der Befragung beauftragte.

Für die neue Studie (veröffentlicht Februar 2007) wurden gerade einmal 1.927 Gastronomen bundesweit befragt. Bei der alten Studie (publiziert März 2006) waren es sogar 4.792 Gastronomiebetriebe. Marktforscher sind sich einig: An der Methodik ist bei beiden Untersuchungen nichts auszusetzen.

Es waren nur zwei unterschiedliche Wahrheiten, von der nur eine – dieser Eindruck drängt sich auf – eben wirklich gewünscht und bestellt war.

3 Meinungen

  1. Dieter Petereit

    .Hier geht es aber nicht um akademische Fragestellungen, sondern um über 3.000 tote Passivraucher und ein vielfaches an toten Aktivrauchern pro Jahr..Da darf es gar als scheißegal gelten, inwieweit wer welche unzulängliche Selbstverpflichtung eingehalten hat..

  2. Das Rauchverbot in Lokalen finde ich sogar als Raucher ok. 1. Seh ich kein Problem, wenn ich unbedingt eine rauchen möchte, dass ich dabei ins Freie gehe. Denn warum soll ich als Raucher andere belasten wenn ich mich e schon selber belaste. und 2. is es auch ein positiver Beigeschmack wenn man in einem Nichtraucherlokal ist, weil man dann nicht wie geräuchert riecht, wenn man das Lokal verlässt. Oder sind das nicht zwei Argumente die normal ein Raucher vertretten sollte?

  3. Also ich finde, dass niemand gezwungen wird in ein Raucherlokal zu gehen. Als Raucher möchte ich zum Bier meine Zigarette. Wenn einen Marktlücke nach Nichtraucherlokalen bestehen würde dann gäbe es das schon längst viel stärker.Andereseits verstehe ich jeden Nichtraucher der im Qualm des Nachbarn sitzen muss und neben dem Gestank auch gesundheitliche Schäden mitkriegt.Und als zugegebene „Suchtkranker“ find ich mich erstens mit den Nichtrauchergesetzen ab und wenn dadurch auch Jugendliche vielleicht weniger in diese Sucht getrieben werden, weil Sie eben in Lokalen nicht mehr, nur um in zu sein mitrauchen anfangen, dann nehm ich meine Unbequemlichkeit eigentlich gern in Kauf.

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