Furzverbot

Trotzdem stört es mich nicht, wenn jemand an meinem Nachbartisch raucht. Wenn ich nämlich überhaupt noch in irgendeiner Situation das Verlangen nach einer Zigarette habe, dann bei einer guten Tasse Kaffee. Jim Jarmush hat schon recht: Coffee and Cigarettes – that’s a combination! Auch wenn es ungesund ist: es gibt keine bessere Kombination legaler Drogen als Nikotin und Koffein.

Was hingegen weniger gut zusammenpasst, sind Kaffee und Hundefurze. Ehrlich, ich habs gerade ausprobiert. Am Nachbartisch in meinem Stammcafé sitzt seit einer Stunde ein Hundebesitzer, trinkt gemütlich seinen Kaffee, liest Zeitung, und lässt seinen Rhodesian Ridgeback das Lokal vollfurzen. Das Tier ernährt sich scheinbar von Bohnen – etwa alle zwei Minuten kündigt ein neues *ffffffffffft* an, dass man die Luft anhalten sollte, bis die anderen Gäste den Furz weggeatmet haben.

Was daran besonders erstaunlich ist, ist die Tatsache, dass der Hundebesitzer den Geruch garnicht mehr wahrzunehmen scheint, obwohl er viel näher am After seines vierbeinigen Freundes sitzt. Bei der Konzentration, die dort vorzufinden sein muss, würde ein normaler Mensch wie ich vermutlich sofort sterben oder unkontrollierbare Spasmen erleiden. Ob ich meinen Kaffee wohl noch bezahlen muss, wenn ich ihn beim nächsten Hundefurz wieder auskotze? Und ob mich der Hundebesitzer verklagt, wenn ich dabei seinen Tisch, seine Hose und seine Zeitung in widerwärtiger Weise besudele?

Ach, wie wäre das herrlich, wenn sich jetzt ein Raucher zwischen mich und den Hund setzen würde, um den abstoßenden Gestank mit einer Prise Tabakduft zu neutralisieren. Mit etwas Glück würde die Glut der Zigarette die Aftergase des Köters entzünden und das Mistvieh in tausend Stücke zerreißen.

Ich spüre plötzlich eine starke Sehnsucht. Es scheint fast so, als würde das Rauchverbot bei mir erste Folgen zeigen… ich bin mir nur noch nicht sicher, ob es sich dabei um Passivraucher-Entzugserscheinungen oder Raucher-Nostalgie handelt.

Bild: macadelic

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  1. Transpiduum. Projekt. Magnolyy.

    Das Projekt „Magnolyy“ aus dem Jahr 2008 von der Künstlergruppe „Transpiduum“ ist die Etablierung einer jungen Frau, deren Authentizität durch Darstellung und Aussagen fragwürdig ist, in verschiedene Kommunikationsplattformen des Internets. In einem Onlinetagebuch, einer eigenen Website, diversen Forenbeiträgen und weiteren Blogs zur Darstellung der eigenen Person, wurde beobachtet, wie sich Internetuser, die mit ihrer andersartigen Art konfrontiert werden, im Netz damit auseinander setzen. Die Analyseergebnisse auf Magnolyy´s Website, mit der die unwissenden Leser konfrontiert wurden, bildete den Abschluss des Projektes. Ihr Tagebuch und die damit verlinkten Ergebnisse und das Tagebuch findet sich unter diary(minus)z(dot)de(slash)magnolyy.

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