Für jeden zu sehen

Die katalanische Internetseite "canal*ACCESSIBLE" gewann den Wettbewerb „Digital Communities". Das Prinzip dahinter ist einfach: Rollstuhlfahrer bewegen sich durch ihre Stadt, in dem Fall Barcelona, und photographieren mit ihrem Handy alle Hindernisse, die ihnen so begegnen. Hunderttausende von Details, die den Nichtbehinderten niemals auffallen würden. Diese Photos werden mit Kommentar auf die Seite gestellt. Aus der alltäglichen Arbeit von zahlreichen Rollstuhlfahrern entsteht so langsam ein Stadtplan der Stadt aus Behindertensicht, „ganz von alleine", also nicht mit großer Planung oder Strategien wie „heute fahren alle da und da lang".

Skeptiker könnten sagen, dass so die Probleme ja noch nicht gelöst sind. Schon wahr, aber sie sind für jeden im Detail zu sehen. Und jeder, der an einer bestimmten Stelle eine Lösung kennt, sie z.B. einfach dadurch verwirklichen kann, dass er einen Pflasterstein wieder einsetzt, hat direkt die Information.

Ist es nicht ein Problem heutiger Politik resp. der Demokratie, dass zu viele Ebenen zwischen Problem und Lösung stehen, zwischen Alltag und den Ausschüssen, Parteien, Parlamenten, die unseren Alltag erleichtern sollen? canal*ACCESSIBLE ist ein Ansatz, strikt von unten und aus praktischen Problemen heraus die Dinge zu kommunizieren, die zu tun sind. Teil 2 der Übung wäre jetzt, wie diese Informationen die Leute erreichen, die sie lösen können. Auch da gibt es Ideen für die Zukunft. Davon später mehr in diesem Blog.

Diese unspektakuläre, detail- und lösungsorientierte Art ist es, die Demokratie in Zukunft ausmachen sollte. Keine Programme, Helden und Utopien. Kommunikation und Lösungen.

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