Freitag-Taschen: Die Kulttasche aus der LKW-Plane

Es klingt fast wie ein Märchen, wenn man sich die Gründungsgeschichte der Freitag-Tasche anhört:

Die beiden Brüder Markus und Daniel Freitag waren vergeblich auf der Suche nach einer fahrradtauglichen Messenger-Tasche, die sie auf dem Weg zur Arbeit  – welcher per Fahrrad zurückggelegt wurde – auch bei Regen problemlos nutzen konnten.

Wasserfest war also das Mantra! Die Idee, diese dann aus garantiert wasserundurchlässiger LKW-Plane, einem ausrangierten Autogurt als Tragegurt und einem Fahrradschlauch als Einfassung herzustellen, war der Startschuss der heutigen Trend-Tasche.

Freitag-Tasche: Jede ein garantiertes Einzelstück

Die seit 1993 erhältlichen Messenger-Taschen entwickelten sich dabei relativ schnell vom praktischen Nutz- zum gefragten Designer-Objekt. Die Freitag-Tasche kaufen kann man mittlerweile nicht mehr nur in der Schweiz, sondern in mehr als 350 Läden von Berlin über Davos nach New York, oder eben direkt über den Online-Shop der Firma. Hergestellt werden die Einzelstücke aber immer noch am Ort der Inspiration, gleich an der Zürcher Transitachse in der Schweiz. Bei der Herstellung werden ausschließlich Materialien verwendet, die auf der Straße zu Hause waren, und da jedes Produkt aus Originalplanen mit unterschiedlichen Farben, Aufdrucken und Ausschnitten gefertigt wird, ist es automatisch ein Unikat.

Umweltfreundliches Konzept

Vor allen Dingen das Konzept, wirklich alle ihnen zugängliche LKW-Planen, die auf Europas Straßen nicht länger genutzt werden, aufzukaufen, und in einem aufwändigem Verfahren zu reinigen, zurecht zu schneiden und zu einem zweiten Leben zu verhelfen, macht die Tasche dabei besonders. Da Planen nicht wie Sand am Meer vorhanden sind, hat die Tasche einen gewissen Seltenheitswert, da jedes Plane anders ist, wird sie zum persönlich lieb gewonnenen Einzelstück.  Für alle Umweltbewussten gibt die Tatsache, dass die Entsorgung solcher Planen normalerweise nicht allzu umweltfreundlich ist, den vielleicht entscheidenden dritten Faktor zum Kauf.

Erweiterung der Linie

Neben den seit Anbeginn erhältlichen Messenger-Taschen hat sich das Angebot mittlerweile vergrößert: Man kann nicht nur die ikonische Freitag-Tasche kaufen, die für die Fahrradfahrer so praktisch war. Auch für Business-Leute, die weniger auf dem Rad unterwegs sind, gibt es mittlerweile eine Kollektion. Mit der Reference-Kollektion schlägt der sonst so lässige Freizeit-Taschenhersteller ein neues Kapitel auf. Gedeckte Farben, Vintage-Planen und stylishe Formen machen die LKW-Plane businesstauglich und modern. Und auch in die andere Richtung geht Freitag mit ihren neuen Rucksäcken, Einkaufstaschen und Accessoires, die das Angebot abrunden. Wer eine Freitag-Tasche kaufen will, hat mittlerweile also nicht mehr nur beim Design die Qual der Wahl. Das Manko mag für einige wahrscheinlich der stolze Preis der Taschen sein. Allerdings sei gesagt, dass diese Investition einiges aushält: Denn LKW-Planen haben für ein laues Stadtwindchen oder ein bisschen Regen wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln übrig.

2 Meinungen

  1. Hab mal einen Bericht über ein ähnliches Prinzip gesehen, da wurden Taschen aus alten Sportgeräten in Schulen gemacht, beispielsweise die Lederbezüge von Böcken. Retrolook und so. Neu ist die Idee nicht… aber wer drauf steht

  2. Muss mir jetzt auch mal so eine Tasche zulegen. Bin viel draußen unterwegs, eine wasserdichte Tasche hätte schon was. Sehr lobenswert finde ich den umweltschützenden Hintergedanken.

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