Frag Jesper Juul: Europas gefragtester Familientherapeut verrät die Antworten auf die am häufigsten gestellten Familienfragen

Unsere Kinder sind Außerirdische für uns

Kinder wollen meist das tun, was sie noch nicht können. Klar, denn so entwickelt sich die Gattung Mensch. Den Kleinen schrittweise Verantwortung zu übertragen, so der berühmte dänische Familientherapeut, und ihnen das Vertrauen zu schenken, dass sie damit umgehen können, sind also das A und O der Kindererziehung. Doch dazu muss man mit den Kindern in Kontakt treten und genau daran scheitern die meisten Erziehungskonzepte. „Es lohnt sich, Kinder als Wesen eines anderen Planeten anzusehen, die zu Besuch gekommen sind“, erläutert Jesper Juul in der Einleitung seines Buches 'Frag Jesper Juul – Gespräche mit Eltern'. „Sie tun ihr Bestes, und wenn wir den Eindruck haben, dass das nicht gut genug ist, brauchen sie uns als Wegweiser.“

Der Autor zahlreicher Bücher zum Thema und Gründer der 'familylabs' weist immer wieder in seinen praxisbezogenen Beispielen, in denen sich Eltern wiederfinden können, darauf hin, wie wichtig es für ein Kind ist, ernst genommen zu werden. Wie wichtig es aber auch für die Eltern ist, die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren.

'Eltern müssen zulassen, dass Kinder ihr Leben bereichern, auch wenn es weh tut'

Dass jugendliche Familienmitglieder Besucher eines anderen Sterns sind, das zumindest würden die meisten Eltern pubertierender Teenager sofort unterschreiben. Diese Eltern aber finden eher Unterstützung im 'Familienhaus'. Ein Buch, in dem 'der Papst der Gelassenheit', wie ihn die Süddeutsche einmal betitelte, alle Phasen der Kindheit von der Geburt bis zur Pubertät beleuchtet. Jesper Juul geht hier durch die Räume eines virtuellen Familienhauses, wobei die Räume Gefühle und Entwicklungen symbolisieren. Auch hier gelingt es ihm, ein Gefühl von persönlicher Ansprache zu vermitteln.

Auch wir Eltern sind nicht fehlerlos

Ohne den Zeigefinger zu erheben, zeigt Jesper Juul uns Eltern sowohl in 'Das Familienhaus' als auch in 'Frag Jesper Juul' wieder einmal den Spiegel: Schließlich sind die meisten von uns ganz groß darin, über die Fehler der Kinder zu klagen, ohne die eigenen dabei zu sehen.

Das zu erkennen, ist bereits ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine gute Eltern-Kind-Beziehung. Die dann auch in der Lage ist, die stürmische Zeit der Pubertät unbeschadet zu überstehen.

'Das Familienhaus', erschienen im April 2012 bei Kösel-Verlag in München. Das gebundene Buch ist zu haben für 16,99 Euro.

'Frag Jesper Juul – Gespräche mit Eltern',erschienen bei Beltz im Juli 2012, ebenfalls gebunden. Das Buch kostet 16,95 Euro.

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