Fotokunst in Hamburg:
„Auf der Autobahn in die moderne Welt“

Im Rahmen seiner Reihe „Die Sammlung Fotografie im Kontext“ hat das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg bis zum 30. April 2017 die Fotografie der Nachkriegszeit im Fokus. Zu sehen sind Langzeitbelichtungen und Experimente mit Licht, die die Aufbruchsstimmung und urbane Modernität ihrer Zeit wiederspiegeln.

Lichtbildner der Nachkriegsmoderne

Im Mittelpunkt der Schau „Auf der Autobahn in die moderne Welt“ stehen Nachtaufnahmen in Städten, die Autobahn und der Verkehr generell – in den Fünfzigerjahren noch Synonyme für Fortschritt und Modernität. Fast alle Motive eint die Lust zur Experimentierfreudigkeit, was sie an die Tradition der Kunst der Zwanzigerjahre anknüpfen lässt. Interessant dabei ist, dass die gezeigten Fotografen nicht die sachliche Wiedergabe ihrer Umwelt propagieren, sondern mit den fotografischen Mitteln wie der Langzeit- oder Mehrfachbelichtung vielschichtige Aussagen über ihre Zeit und Umwelt schaffen. Wichtiger Einfluss hierbei ist die von Otto Steinert propagierte Subjektive Fotografie, die die individuelle Perspektive des Fotografen in den Mittelpunkt stellt – bei der Gestaltung und Themenwahl ebenso wie beim Stil. Gezeigt werden 30 Aufnahmen von deutschen Lichtbildnern der Nachkriegszeit – unter anderem Heinz Hajek-Halke, Peter Keetman, Guido Mangold, Max Scheler sowie Otto Steinert. Die gezeigten Fotografien stammen alle aus den Beständen des MKG.

Sichtbarmachung der Geschwindigkeit

Den Bildern der Ausstellung ist gemein, dass sie sich durch besondere Kreativität im Umgang mit der Kamera und in der Dunkelkammer auszeichnen. Hinzu kommt eine Tendenz zur Abstraktion, was durch die Wahl des Bildausschnitts erreicht wird. Sie alle dokumentieren nach der Schreckenszeit des Zweiten Weltkriegs eine Aufbruchsstimmung, die sich durch neue Technologien und wirtschaftlichen Wohlstand begründete. Andere Bilder wiederum zeigen bereits mögliche Folgen des Technologieglaubens: Von Autobahnen durchschnittene Landschaften sind hier als ein Beispiel zu nennen.

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz
20099 Hamburg

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag: 10-18 Uhr
Donnerstag: 10-21 Uhr
Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10-18 Uhr
Kassenschluss jeweils 30 Minuten vor Schließung des Museums.


Bildnachweis: Thinkstock, 117948318, iStock, TommL

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