Forever Jeans

Wir haben sie immer geliebt, unsere Jeans, die immer
schicker wurde, je abgewetzter sie war. Wir haben uns mit der Jeans in die
Badewanne gelegt, damit sie hauteng saß. Dann kam das Modell  „Karotte“,
für die damals schon Kate Moss (Calvin Klein Jeans) warb. Sie war
stonewashed, und sah aus, als ob man sie bereits seit Jahren getragen
hätte. Das war wichtig und cool. Und wir sangen den Hit: „I put my blue jeans
on, i put my old blue jeans on“ (war übrigens auch der Werbesong für
„Brutus-Jeans“, kennt doch heute keiner mehr).

Wir sind mit ihr groß geworden und haben sie unseren Lebenssituationen
angepasst. Diese ursprünglich extrem strapazierfähige Arbeiterklamotte aus den
USA, war für uns damals nicht nur praktisch, sexy und cool, sondern auch gegen
alle Konventionen – eine Hose für die Jugend und ein paar Altfreaks. Sie war
nie spießig und auch immer ein bisschen provokant. „Zieh dir doch mal etwas
anständiges an“, war die ewige Ansage, wenn man zur Verwandtschaft, ins
Restaurant, oder zu offiziellen Anlässen ging.

Allerdings zeigten wir bei der Jeans schon immer Markenbewusstsein.
Es gab irgendwelche Marken und es gab Levis und Wrangler, das war fast schon
eine Glaubensfrage.
Aber was bei der Einen super aussah, ging bei der Anderen gar nicht. Beim
Jeanseinkauf wurde gezerrt und gestöhnt und wenn es sein musste, legte man sich
in der Kabine auch mal auf den Boden, um sie zuzubekommen.
Doch dank Strechanteil, zunehmender Markenvielfalt, und diversen
Schnittvariationen wurde die Jeans für alle Körper und jede Altersgruppe
tragbar. Heute sitzen sie auf der Hüfte und machen einen hübschen kleinen Popo.
Es gibt sie teilgebleicht, mit eingefärbter Bügelfalte, als Röhrenjeans, mit
Schlag, mit diversen Taschenformen, bestickt, mit Strass besetzt und für
sensationelle Preise. Wer z.B. eine von Viktoria Beckham kreierte Krone auf
seiner Jeans haben möchte, muß sich zunächst in Wartelisten eintragen, um dann
398 € auf den Tisch zu legen.

Jeans sind zum modischen Statussymbol geworden! Je nach Modell und Label kann
man sie immer und überall tragen. Nach wie vor gibt es die „Klassiker“ wie
„Levis“, „Diesel“, „Replay“ etc. Aber ganz  besonders angesagt und teuer
sind  die, mit den kunstvollen Namen wie z.B.: „Rock &
republic
“, „Earnest Sewn“, „True Religion“, „Seven for all mankind“, oder das
Label  „Acne“ – wobei uns dieser Name wohl eher an die unschöne
Seite unserer Pubertät erinnert. Wir hingegen wollen uns schön, sexy und ewig
jung fühlen in unserer teuren Jeans. Wir lassen uns die künstliche Bleichung
und die eingewätzten Löcher viel kosten. Die lässige coolness des „used-looks“
hat halt seinen Preis, und das Schönste daran ist, jeder weiß das. Und damit die
superschicke Mami auch mit Ihrer kleinen Tochter im Partnerlook ausgehen kann,
gibt es viele der „Superlabel“ auch in Kindergrößen (feldenkirchen Kinder, neue
abc-straße 5, 20354 hamburg, 040 41547143).

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