Ford zu Fahrer-Assistenzsystemen und umweltschonenden Antrieben: Ein Interview mit Isfried Hennen

Wir sprachen mit Isfried Hennen, Leiter Produktkommunikation.
Ford hat 1964 mit dem Mustang das Segment der Pony Cars begründet. Nun schickt sich die vor allem für Hybridautos bekannte Marke Toyota an, mit dem FT-86 ein dem Stang sehr ähnliches, aber kleiner konzipiertes Fahrzeug auf den Markt zu werfen. Beschert uns der Erfinder des Pony Cars in Europa eine heckgetriebene Coupe-Antwort im Stil des Ford Capri?
Sorry, aber diese Frage werden wir nicht beantworten, da sie sich auf die künftige Modellpolitik bezieht.

Bleiben wir noch kurz beim Mustang, am besten gleich beim Shelby GT 500 – wird er oder zumindest eine der ziviler motorisierten Versionen angesichts des ab Herbst offiziell in Europa vertriebenen Chevrolet Camaro ebenfalls bald bei jedem Ford-Händler zu bestellen sein?
Definitiv nein. Es gibt aber natürlich auch in Deutschland die Möglichkeit, diese Ford Dream Cars bei Firmen zu erwerben, die sich auf den Import von US-Autos spezialisiert haben.

Früher war allen klar: „Ford. Die tun was.“ Doch was tut Ford Deutschland in den nächsten Jahren, um sich gegen die traditionellen deutschen Konkurrenten Opel und VW in Bezug auf umweltschonende Antriebe abzusetzen? Hybrid? Elektroauto? Verstärktes Engagement beim Motoren-Downsizing?
Unser aktueller Slogan heißt: „Ford – Feel the difference!“ Und anders, als so mancher unserer Wettbewerber setzen wir bei umweltschonenden Antrieben nicht alles auf eine Karte, sondern setzen auf unterschiedliche Technologien. Ford-Modelle mit Hybrid-Antrieb? Sind in den USA schon lange auf dem Markt. In Deutschland sind sie ab 2013 zu kaufen. Ford-Elektroautos: Kamen in den USA vergangenes Jahr auf den Markt und Mitte dieses Jahres auch in Deutschland. Downsizing: Die neue Ford-Motoren-Generation, die in Baureihen wie dem neuen Focus, dem C-MAX/Grand C-MAX, dem Mondeo, dem S-MAX oder dem Galaxy zum Einsatz kommt, arbeiten nach dem Downsizing-Prinzip. Es sind direkteinspritzende Benziner, die mit Turbolader beatmet werden. Wir nennen diese 1,6-Liter und 2,0-Liter großen Motoren „EcoBoost“. Will heißen: geringer Verbrauch (Eco) und viel Kraft (Boost). Weitere, noch in Bezug auf den Hubraum noch kleinere EcoBoost-Motoren werden folgen.

Nicht allen ist es bekannt, doch Ford Ka und Fiat 500 nutzen dieselbe Plattform. Plant Ihr Unternehmen im Hinblick auf Ihre amerikanische Konzernmutter und Fiat, den neuen Hausherrn bei Chrysler, einen Ausbau der Zusammenarbeit? Oder müssen sich beide Automobilkonzerne, womöglich aus kartellrechtlichen Gründen, neue Partner suchen?
Auf diese Frage lässt sich nichts Konkretes sagen.


Warum sollte jemand ein Produkt von Ford Deutschland dem eines Mitbewerbers, sagen wir aus Wolfburg oder Rüsselsheim, vorziehen: Was sind die Stärken vom Mittelklassemodell Ford Mondeo und dem Kompaktwagen Ford Focus? Womit kann keiner der üblichen Konkurrenten auftrumpfen?
Beispiel neuer Ford Focus (seit 9. April in Deutschland auf dem Markt): Kein anderer Hersteller kann in diesem Segment (Mittelklasse) auch nur annähernd so viele Fahrer-Assistenzsysteme anbieten wie Ford. Diese Systeme sind kein überflüssiger Schnick-Schnack, sondern können die Verkehrssicherheit tatsächlich konkret verbessern. Der „Tote-Winkel-Assistent“ meldet sich mit einem orangefarbenen Warnlicht in den Außenspiegeln, sobald sich ein Fahrzeug im toten Winkel befindet. Das „Active City Stop“-System minimiert im Stadtverkehr das Risiko eines Auffahrunfalls im Falle eines Falles durch aktive Bremsmanöver. Der Infrarot-Laser-Sensor ermittelt 100 Mal pro Sekunde den Abstand und die Differenzgeschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug und berechnet daraus die nötige Verzögerung, mit der im Notfall eingegriffen werden muss. Der „Fahrspur-Assistent“ warnt den Fahrer durch Vibrationen im Lenkrad, sobald die Frontkamera ein möglicherweise ungewolltes Verlassen der Fahrspur registriert. Der „Fahrspurhalte-Assistent“ nur in Verbindung mit Fahrspur-Assistent) geht sogar noch einen Schritt weiter: Reagiert der Fahrer nicht auf die Lenkrad-Vibrationen, wird er durch einen zeitlich begrenzten Eingriff der elektrischen Servolenkung beim Zurücklenken in die Fahrspur unterstützt, sobald die Frontkamera ein möglicherweise ungewolltes Verlassen der Fahrspur registriert. Der „Müdigkeitswarner“ (nur in Verbindung mit Fahrspur-Assistent) errechnet den aktuellen Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers und stellt ihn auf Wunsch symbolisch im Multifunktionsdisplay der Instrumententafel dar. Die Bewertung erfolgt über den statistischen Abgleich der Daten der Frontkamera (Fahrzeugposition in der Fahrspur) mit fahrzeuginternen Daten (z.B. Gierverhalten).
Das Interview führte der Automobiljournalist Arild Eichbaum.

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