Ford Mustang Test: Vier gewinnt

Muss es immer der Ford Mustang GT sein, klassisch mit V8-Sauger? Nein, wenn auch das Gros der Mustang-Käufer so denkt. Doch mit dem Basis-Motor, dem auch im Focus RS zu findenden Turbovierzylinder, ist der Ford Sportwagen gleichfalls nicht zu verachten. Wie viele Pferde braucht ein Pony Car, um Spaß zu machen?

Diese grundsätzliche Frage stand bei unserem Ford Mustang Test im Sommer 2018 im Raum, und unser im aufpreispflichtigen Velocity Blau metallic gespritztes Fastback beantwortete sie aus unserer Sucht sehr zufrieden stellend. Dieses vorweg: mit 290 PS und 440 Nm Drehmoment rangiert der EcoBoost-Vierer durchaus auf dem Level älterer V8 ’stangs. Nicht etwa denen aus der von Leistungsschwund gekennzeichneten Malaise Era, sondern in einer Liga mit dem nicht gerade schwächlichen 2007er GT. Von 0 auf 100 rauschen beide in 5,5 Sekunden – der ältere traditionell bollernd, sein Nachfahre durch die Doppelrohr-Anlage nicht unansprechend grollend.

Zehngänge-Menü im Ford Sportwagen

Auch die Spitzengeschwindigkeit des Mustang 2.3 von 233 km/h erlaubt keinen Raum für Kritik, sein Ahne ist auch nicht schneller. Doch sind das rein theoretische Überlegungen, in der Praxis verdiente sich der Hengst seine Sporen dennoch. Gab man ihm selbige, trabte er willig nach vorn und produzierte schon im Drehzahlkeller reichlich Dampf. Ab etwa 6000 Touren ging Freund Pferd dann etwas die Luft aus, aber dorthin musste man sich schon aus eigenem Antrieb mit den Schaltwippen klicken. Gangwechsel erledigte die neu eingeführte Zehnstufen-Automatik sanft und flott, kein Tadel. Allerdings hätten wir es beim Ford Mustang Test zu schätzen gewusst, wenn im niedrigeren Tempobereich auch mal ein Gang gehalten werden würde, das permanente Hoch- und Runterschalten wirkte hibbelig.

Der Mustang 2.3 EcoBoost glänzte mit hoher Agilität

Gegen die Nervosität fand sich auf der Mustang Probefahrt jedoch ein probates Heilmittel: Gas auf, mindestens 50 Sachen erreichen, dann waltete der Automat merklich souveräner. Das passte auch zum optionalen MagneRide-Fahrwerk, mit dem das regulär 19-zöllig bereifte Ford Coupé auf kurvigen Bergischen Landstraßen die reinste Freude war. Knackig, verbindlich, aber nicht zugeknöpft, strafte der EcoBoost-Mustang all jene lügen, die US Cars immer noch kein anständiges Handling zutrauen. In punkto Haptik muss sich der Sportler indes Kritik gefallen lassen: Statt mit glattem hätte das Lenkrad gerne mit perforiertem Leder oder gleich mit Alcantara bezogen und überdies hinaus auch weniger knautschig gepolstert sein dürfen. Denn nur für 402 Meter geradeaus ist die neue Mustang-Generation viel zu schade.

Der Fastback-Ford war spitze ausgestattet

An Bord hatte unser Testwagen serienmäßig die Adaptive Cruise Control mit Pre-Collision Assist, LED-Scheinwerfer sowie Fahrspur-Assistent inklusive Fahrspurhalte-Assistant. Ob der mäßigen Sicht achteraus gehörten das Park-Pilot-System und eine Rückfahrkamera ebenfalls dankenswerterweise zum Standard. Die Lenkradheizung war bei Temperaturen von über 30 ºC nicht von Interesse, die Ford Power-Startfunktion für schlüsselfreies Starten samt Ford KeyFree System ersparte bei der Hitze dafür unnötige Anstrengungen. Den Sohlen schmeichelten die Aluminium-Auflagen der Pedalerie, dem Auge das digitale Cockpit mit 12 Zoll Diagonale, den Fingern schließlich die vier Alu-Kippschalter in der Mittelkonsole. Von diesen Prachtstücken hätten wir beim Ford Mustang Test gern noch ein paar mehr gehabt.

Daumen hoch nach dem Ford Mustang Test

Zu unserer großen Freude verschönerte das Premium-Paket II den Ford Mustang Test. Es bescherte dem Infotainmentsystem SYNC 3 mit AppLink und 8,0-Zoll-Touchscreen ein Navi sowie das 1000 Watt starke B&O PLAY Premium Sound System mit 12 Lautsprechern. Darüber hinaus wertete es die schwarzen Kunstledersitze vorn mit Mittelbahnen in Echtleder und Heizung wie auch wirkungsvoller Lüftung auf. Die in diesem sehr empfehlenswerten Paket ferner enthaltenen speziellen Türverkleidungen und der Armaturenträger in Leder-Optik mit Ziernähten trugen ihre weiteres bei, dem ordentlich verarbeiteten Innenraum zu mehr Chic zu verhelfen. „Sehr empfehlenswert“ lautet auch unser Urteil über die Basis-Motorisierung: Fahrdynamisch lässt der Mustang 2.3 EcoBoost absolut nichts zu wünschen übrig, und rund der ermittelte Verbrauch von 10 l/100 km konnte sich ebenfalls sehen lassen.

Bilder:  ©Arild Eichbaum

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