„Firepower“ von Judas Priest: Die letzte Patrone?

„Firepower“ von Judas Priest: Die letzte Patrone?

„Firepower“, das neue Album der Heavy-Metal-Legende Judas Priest, kam mehr oder weniger gleichzeitig mit der Nachricht, dass Gitarrist Glenn Tipton (70) aufgrund seiner Erkrankung an Parkinson nicht mehr auf Tour gehen kann. Es scheint fast so, als wenn die Ära Judas Priest sich ihrem Ende entgegen neigt –fast 50 Jahre nach Gründung der Band. Sollte „Firepower“ wirklich die letzte Patrone im Arsenal sein, verabschieden sich die Mannen um Sänger Rob Halford jedoch mit einem Donnerschlag.

Zeitlos-klassischer Heavy Metal

Das 18. Album der Band, die wie ihre Kollegen von Black Sabbath aus Birmingham stammt, klingt so zeitlos, wie guter Metal eben klingen muss. Mal schnell wie auf dem Titelstück und bei „Lightning Strike“, mal metallisch groovend („Evil Never Dies“) und auch mal mit Pop-Anflügen („No Surrender“). Derweil sägen die Riffs der beiden Gitarristen Tipton und Richie Faulkner, während Halford zwar nicht mehr die ganz hohen Töne schafft, aber immer noch über eine unverwechselbare Stimme verfügt.

Das Songwriting wirkt insgesamt deutlich griffiger als beim Vorgänger „Redeemer of Souls“ (2014) – beide Alben bedienen sich ausgiebig im umfangreichen Back-Katalog der Band, aber wo die Stücke auf „Redeemer“ oft etwas von „Malen nach Zahlen“ hatten, wirken die „Firepower“-Songs organisch und wie aus einem Guss. Gut, 13 Lieder (plus ein kurzes Instrumental) und fast eine Stunde Spielzeit  hätten es vielleicht nicht sein müssen, aber trotz ein paar Schwächen („Children of the Sun“) bleibt „Firepower“ ein überraschend starkes Metal-Album.

Produzenten-Legende an den Reglern

Auch hinter den Kulissen wurde der Geist alter Glanzzeiten bemüht: Für die Produktion engagierte Judas Priest Tom Allom, der bei sämtlichen Priest-Scheiben zwischen „Unleashed in the East“ (1979) und „Ram It Down“(1988) an den Reglern saß. Sein Co-Produzent Andy Sneap ist übrigens der neue Gitarrist von Judas Priest auf der anstehenden Tournee.


Bildquelle: Pixabay, 2823831, Mainzer

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