Exotisches in Schwabing – im Restaurant Blue Nil wird mit den Fingern gegessen.

Ein Abend im Blue Nil in der Siegesstraße nache dem Englischen Garten. Leichte Irritation gleich zu Beginn. Am Nebentisch sitzt ein Pärchen vor einer großen Platte. Darauf eine Art Pfannkuchen mit verschiedenen Gemüse- und Fleischgerichten darauf. Die Beiden essen mit den Fingern!

Nach einem Blick auf die weiteren Gäste und in die Restaurantkarte ist klar: im Blue Nil gibt es äthiopischen Pfannkuchen für alle. Aber der Pfannkuchen ist natürlich kein wirklicher Pfannkuchen, sondern das traditionelle Fladenbrot, das gleichzeitig auch Hauptnahrungsmittel ist. Die äthiopische Injera ist aus sogenanntem Teff-Mehl. Teff ist eine grasartige Getreidesorte mit sehr kleinen Körnern. Auf diesem Fladenbrot werden dann die verschiedenen Beilagen gereicht und mit den Fingern gegessen. Das Ganze schmeckt nicht nach viel – ist aber praktisch zum Einwickeln der Speisen. Ach ja, für Vegetarierer bietet das Blue Nil eine große Auswahl an Gemüsesorten!

Das Blue Nil in der Siegesstraße in Schwabing überzeut durch die leckere Küche und den sehr netten Service, die Einrichtung ist eher nüchtern und nicht ganz so heimelig. Aber allein der Exotik-Faktor macht den Abend im Blue Nil auf alle Fälle zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Und wer es ausprobieren möchte – hier gleich das passende Grund-Rezept für einen äthiopischen Abend daheim:

Fladenbrot oder Injera

21/2 Tassen Wasser mit 2 Tassen Teff-Mehl in einer Schüssel verrühren, die gleiche Mixtur mit normalem Mehl in einer anderen Schüssel ansetzen. Beide Schüsseln 2-3 Tage stehen lassen, bis sie zu säuern beginnen und das Wasser sich an der Oberfläche absetzt. Das Wasser dann vorsichtig abgießen und den Inhalt der beiden Schüsseln zusammenrühren und 2 Stunden ruhen lassen. Die Mixtur mit lauwarmem Wasser verdünnen, bis sie die richtige Konsistenz hat. Eine dünne Schicht in eine erhitzte, beschichtete Pfanne geben, Deckel drauf und bei kleiner Hitze garen lassen – aber nicht braun werden lassen. Der Fladen ist daher einem Eierkuchen vergleichbar. Und dazu gibt es dann Fleisch oder Gemüse.

5 Meinungen

  1. War auch schon dort. Finde aber sehr wohl, dass das Essen einen guten Geschmack hat. Wer sonst viel Hülsenfrüchte isst, z.B. beim Inder wird hier positiv überrascht werden. Denn es schmeckt im Gegensatz zum Inder viel milder und angenehmer. Eine wirkliche Abwechslung. Aber Vorsicht: Sieht immer wenig aus, und ist dann doch viel. Für 2 Personen reichen 2 Gerichte (die meisten bestellen gleich 3, muss aber nicht sein).

  2. Handykarten Lothar

    Klingt ja interessant – und man bekommt gar kein Besteck gereicht? Ich werde es mal ausprobieren, guter Tipp!

  3. Also, das „mit den Fingern essen“, beziehungsweise das aus den Schüsseln wischen mit labrigen Teigfladen ist definitiv Geschmackssache. Nicht dass es schlecht schmecken würde, aber mir ist das wahrlich zu anstrengend. Sollte ich noch mal da hin gehen, werde ich mir Besteck mitbringen.

  4. Im Blue Nil habe ich bisher auch nur gute Erfahrungen gemacht. Nicht so im Casa de Tapas am Kurfürstenplatz München…Eine Warnung für alle, die am Ende des Abends nicht ebenso reinfallen wollen wir meine Freundin und ich. Man bekommt die doppelte Menge von dem, was man bestellt hat zum fast dreifachen des erwarteten Preises. Weißt man den Wirt freundlich auf den Fehler bzw. das vermeintliche Missverständnis hin, wird sofort mit Polizei gedroht. Vielleicht eine professionalisierte Masche? Auch einem Kompromiss war der Wirt leider nicht zugänglich und zudem kundenunfreundlich und unhöflich. Das braucht niemand, nach einem schönen Abend.

  5. Das sieht aber interessant aus, kannte es bis heute nicht. Das Essen ist den Fingern zu essen, ist vielleicht zu Anfang wirklich gewöhnungsbedürftig.

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