Ethik im Gesundheitswesen

Vom 2. bis 22. Juni 2007 treffen sich die Akteure des deutschen Gesundheitswesens zum Hauptstadtkongress 2007 in Berlin, um – Achtung, kein Gag: "Perspektiven zu diskutieren und zu entwickeln, wie auch künftig gute Medizin zu bezahlbaren Preisen verwirklicht werden kann". Sind das etwa die gleichen Leute, die das deutsche Gesundheitswesen schon lange als Selbstbedienungsladen ansehen und sich bereits ihr Stück vom großen Kuchen gesichert haben? Ich glaub es nicht! Das ist so, als würden sich Bankräuber treffen und darüber palavern, was gegen Banküberfälle getan werden kann. Doch es wird noch komischer. Im "Ethischen Café" darf laut darüber nachgedacht werden, was heute Ethik im Gesundheitswesen ausmacht. Liebe Leute, Ethik in der Medizin ist heute genauso out wie gute Manieren, sein Wort halten, Rückgrat zeigen oder Fairness in unserer Gesellschaft. Der Patient ist ein Kostenfaktor und ein Zeitfresser. Und die Ärzte, die noch mit ihren Patienten sprechen möchten, haben nicht die Zeit dazu, weil eine überbordende Bürokratie wertvolle Ressourcen im Praxisbetrieb verschwendet.

Wenn ich dann auch noch höre, dass es einen Verein "Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie" e.V. gibt, der ebenfalls in Sachen Ethik auf dem Kongress aktiv wird, dann habe ich Zweifel, ob nicht irgendwo eine versteckte Kamera oder Hape Kerkeling hinter den Kulissen lauern. Wie gut funktioniert eine freiwillige Selbstkontrolle bei Alkoholikern? Ähnlich dürfte es im Pharmabereich sein.

Ich bin sicher, dass alle Kongressteilnehmer eine schöne Zeit in unserer faszinierenden Hauptstadt haben werden. Ich hatte meine Freude schon bei der Lektüre des Kongress-Programms. Und für meine Gesundheit konnte ich auch viel tun, denn Lachen ist ja bekanntlich die beste Medizin.

3 Meinungen

  1. Guten Tag,

    mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel „Alzheimer: Selbsthilfe – wie man sich selbst helfen kann“. Ich möchte Sie an dieser Stelle gerne auf meine „Erfindung“, den ICH-PASS aufmerksam machen. Der ICH-PASS ist eine Biographie im Passformat, in dem jeder Mensch für sich ausfüllen kann, welche Vorlieben und Abneigungen er/sie hat. Ein persönliches Dokument für Zeiten der Bewusstlosigkeit im weitesten Sinne.

    Mehr gibt’s unter http://www.ich-pass.de. In der Rubrik „Presse/TV“ finden Sie
    diverse Zeitungsartikel, zwei Radio- und ein TV-Interview.

    Viele Grüße aus Freiburg

    Sigrid Hofmaier
    http://www.ich-pass.de
    http://www.komtext.com

  2. Stefanie Guim Marcé

    Hallo,

    herzlichen Dank für diesen tollen Artikel!
    Bei meinem Vater ist gerade Alzheimer diagnostiziert worden, und jetzt suchen wir nach Möglichkeiten, ihn auf Trab zu halten.
    Durch Ihren Artikel haben wir jetzt neue Anregungen erhalten, was man mal ausprobieren kann, Vielen Dank daher für die wirklich interessanten Informationen!

    Gruß,
    Stefanie

  3. Stefan Stuhlsatz

    Der Artikel ist zwar schon etwas älter, hat aber an seiner Aktualität bis heute nichts eingebüßt. Was macht heute Ethik im Gesundheitsdienst aus??? Wird Ethik überhaupt noch gelehrt?? Was ist Ethik? Was? Gibt es überhaupt irgendetwas oder nicht viel mehr Nichts?(Nietsche)
    Stefan Stuhlsatz

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