Ergotherapeut werden: welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es?

Der Beruf des Ergotherapeuten ist in Deutschland noch relativ jung. Erst 1999 wurde das Berufsbild gesetzlich geregelt, später folgten auch einheitliche Vorschriften für die Ergotherapeuten-Ausbildung. Ergotherapeuten behandeln Menschen, die infolge einer Behinderung oder Krankheit in ihrem Alltagsleben beeinträchtigt sind. Sie beraten und motivieren ihre Patienten, trainieren mit ihnen zum Beispiel die Motorik, den Umgang mit Hilfsmitteln oder Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltags und fördern Kinder mit Entwicklungsverzögerungen. Die physischen und psychischen Anforderungen dieses Berufs sollten nicht unterschätzt werden. Der Einsatz erfolgt unter anderem in Kliniken, Altenheimen oder Ergotherapie-Praxen. Für die Tätigkeit als Ergotherapeut/in ist eine Zulassung vom Landesverband der Krankenkassen erforderlich. Eine eigene Praxis dürfen Ergotherapeuten führen, nachdem sie mindestens zwei Jahre Berufserfahrung erlangt haben. Der Verdienst variiert sehr stark und hängt unter anderem von der Berufserfahrung, dem Arbeitgeber, der Region, gewählten Spezialisierungen und Zusatzqualifikationen ab. Die Ergotherapeuten-Ausbildung ist gesetzlich geregelt, und deswegen auch der übliche Weg, dieses Berufsziel zu erreichen.

Ergotherapeuten-Ausbildung: Was wird benötigt?

  • Verantwortungsbewusstsein
  • Einfühlungsvermögen
  • Geduld
  • Interesse an Menschen
  • physische und psychische Belastbarkeit

 

Ergotherapeuten-Ausbildung: So wirds gemacht!

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Ausbildung an der Berufsfachschule

Im Normalfall erfolgt die dreijährige Ergotherapeuten-Ausbildung an einer staatlichen oder privaten Berufsfachschule. Vorausgesetzt wird mindestens der Realschulabschluss, beziehungsweise ein Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bestandteile der Ausbildung sind der theoretische und praktische Unterricht an der Schule und vier verschiedene Praktika in entsprechenden Kliniken oder Einrichtungen. Ausbildungsinhalte sind unter anderem medizinische Grundlagen, ergotherapeutische Verfahren, Psychologie, Pädagogik und handwerkliche und gestalterische Techniken. Es handelt sich bei dieser Ausbildung nicht um eine duale Berufsausbildung, sondern um eine schulische Ausbildung, die nicht vergütet wird. Eine BAföG-Förderung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

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Verkürzte Ausbildung nach bestimmten Berufsabschlüssen

Falls die Schülerin oder der Schüler bereits über einen Berufsabschluss als Krankengymnast/in, Physiotherapeut/in oder Erzieher/in verfügt, verkürzt sich die Ausbildung auf zwei Jahre. Auf Antrag können auch andere Ausbildungen angerechnet werden.

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Ausbildungsbegleitendes Studium

Wer als Ergotherapeut/in zugelassen werden möchte, muss die Ausbildung entsprechend der Ausbildungsverordnung absolvieren. Einige Schulen bieten auch eine Kombination aus Ausbildung und Studium, bei der nicht nur der Berufsabschluss, sondern auch ein zusätzlicher Diplom- oder Bachelorabschluss erlangt werden kann. Dieser erhöht die späteren Chancen auf leitende Positionen und auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Wer seine berufliche Zukunft eher in der Lehre oder Forschung sieht, kann danach auch ein Masterstudium absolvieren. Natürlich gibt es auch Möglichkeiten, nach dem Abschluss als Ergotherapeut/in berufsbegleitend zu studieren.

Tipps und Hinweise

  • Teile der Ergotherapeuten-Ausbildung können auch im Ausland absolviert werden. Innerhalb Europas erleichtert der Europass die Ausbildung im Ausland, da in diesem europaweit einheitlichen Dokument sämtliche Ausbildungserfolge dokumentiert werden können. Entsprechende Beratungen führt die Auslandsvermittlung der Arbeitsagentur durch.
  • Zugelassene Ergotherapeuten müssen sich regelmäßig in einem vorgeschriebenen Umfang fachspezifisch weiterbilden. In der Regel spezialisieren sich die Ergotherapeuten auf bestimmte Gebiete.

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