EM-Finale am Sonntagabend: Dürfen meine Kinder auch mitgucken?

EM-Finale am Sonntagabend: Dürfen meine Kinder auch mitgucken?

Am Sonntag, 10. Juli 2016, findet das EM-Finale im Stade de France in Paris statt. Natürlich will man dieses sportliche Großereignis am liebsten mit der ganzen Familie vor dem Fernseher schauen. Doch der Anstoß ist erst um 21 Uhr, viele Kinder müssten um diese Uhrzeit schon längst im Bett sein. Was also tun? Eine Expertin hat Tipps.



Maya Götz ist Medienpädagogin und leitet in München beim Bayerischen Rundfunk das Internationale Zentralinstitut (IZI) für das Jugend- und Bildungsfernsehen. Durch ihre Forschung zur Fernsehnutzung von Kindern und Jugendlichen weiß sie, wie Eltern am besten mit dem fußballbegeisterten Nachwuchs umgeht, der während der EM-Spiele eigentlich schon Schlafenszeit hat.

Zuschauen ja, aber nur mit klaren Regeln

Für die Medienpädagogin steht eine wichtige Voraussetzung fest: Wenn Eltern ihren Kindern erlauben, für das EM-Finale wach zu bleiben, muss es klare Regeln geben. Nach dem Spiel müssen die Kinder zum Beispiel umgehend ins Bett, am Nachmittag davor oder danach ruhen sich die Kinder bewusst aus.

Den Kindern sollte klargemacht werden, dass es sich um eine Ausnahme handelt und das Finale etwas Besonderes ist. Als Vergleich lässt sich die Silvesternacht heranziehen, an der die Kleinen auch nur ausnahmsweise länger aufbleiben dürfen. Wenn vereinbart wird, dass es eine zusätzliche Ruhepause am Tag gibt, sollen auch die Kinder darauf achten, diese einzuhalten. Ihnen muss bewusst sein, dass die körperliche Erholung wichtig ist, damit sie am nächsten Tag in der Schule wieder voll mitarbeiten können.

Über die Empfindungen nach dem Spiel sprechen

Doch manchmal will es mit dem Zubettgehen einfach nicht so recht klappen – zum Beispiel wenn die Lieblingsmannschaft, die deutsche Nationalelf, das Finale gewonnen oder verloren hat. Das kann starke Emotionen hervorrufen und die Kinder aufwühlen. Entweder sind sie euphorisch und möchten den Sieg noch mit den Großen feiern oder sie sind traurig wegen der Niederlage.

Eltern reagieren am besten, indem sie die Gefühle ernst nehmen und klar ansprechen. Sie können zum einen betonen, wie gut die Mannschaft gespielt hat und wie schön es war, das Finale gemeinsam mit der Familie zu schauen. Zum anderen versuchen sie, die Enttäuschung abzufangen und drücken Verständnis aus. Allein das Gespräch darüber kann die Gefühle meist schon besänftigen. Die Erinnerung an die vorher getroffene Vereinbarung sollte das Zubettgehen nach dem Spiel erleichtern.


Bild: Thinkstock, 501916457, Wavebreak Media Wavebreakmedia Ltd

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