Eine Rundreise durch British Columbia ist mit dem Wohnmobil am schönsten

British Columbia ist Kanadas drittgrößte Provinz. Die Landschaften sind abwechslungsreich und beeindruckend. Wer das Meer liebt, kommt an der wilden Pazifikküste auf seine Kosten, wen es in die Wüste zieht, findet im Okanagan-Tal sogar Kakteen und Klapperschlangen, wer in einer heißen Quelle in einem dichten Zedernwald baden will, kann sich im Vorgebirge der Rocky Mountains umschauen. Und wer sich einen echten Chinook-Lachs fangen will, sollte seine Angelrute nicht vergessen. Mächtige Flüsse wie der Columbia, Fraser oder Kootenay River durchziehen das Land wie Lebensadern. Der Westen Kanadas gehört nicht ohne Grund zu den beliebtesten Reisezielen bei Naturliebhabern.

Rundreise durch British Columbia: Was wird benötigt?

  • Wohnmobil
  • Taschenlampe
  • Bärenspray
  • Angelausstattung
  • Funkgerät
  • Signalleuchte

 

Rundreise durch British Columbia!

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In welcher Stadt starten? Vancouver oder Calgary?

Die meisten Reisenden, die mit dem Wohnmobil durch Kanada und British Columbia fahren wollen, werden aus Europa wohl mit dem Flugzeug anreisen. Es gibt zwei große Städte, von wo die Reise starten sollte. Wer im äußersten Westen, an der Pazifikküste mit der Rundreise durch British Columbia beginnen will, wird nach Vancouver fliegen. Wer dagegen die alte Route der ersten europäischen Siedler verfolgen will, fliegt in die Haupstadt der Provinz Alberta nach Calgary und beginnt mit der Rundreise in den Rocky Mountains.

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Wo bekommt man ein Wohnmobil?

  1. Sowohl Vancouver als auch Calgary verfügen über zahlreiche Vermieter von Wohnmobilen. Ein Geschäft, das jeden Sommer boomt und immer weiter wächst. Die Vermieter stellen geduldige und oft auch Deutsch sprechende Mitarbeiter ein, die eine gründliche Einweisung in die Technik und Funktionsweise der Wohnmobile geben.
  2. Die Preise der großen Anbieter liegen je nach Größe des Wohnmobils zwischen 800 und 1700 Dollar pro Woche. Das hängt von der Reisezeit ab, dem Anmietort und der Nachfrage. Die meisten Vermieter erwarten, dass man das Wohnmobil für mindestens zwei Wochen ausleiht.Die Hauptreisezeit sind die Sommermonate Juni bis August. In der Nebensaison wie April bis Mai und Oktober bis November ist es billiger, aber dann kann es schon Schnee in höheren Lagen geben und manche Straßen sind gesperrt.
  3. Wer die Absicht hat, länger unterwegs zu sein und vielleicht  gar mit dem Gedanken der Einwanderung spielt, sollte sich ein Wohnmobil kaufen. Viele Einwanderer, die sich ein Stück Land kaufen wollen, wie etwa in den von Deutschen und Schweizern heiß geliebten Kootenays stellen sich als erste Bleibe ein  Wohnmobil auf die Parzelle. Das kann man dann später wieder verkaufen. Gebrauchte Wohnmobile kann man günstig auf der stadteigenen Anzeigenliste Craigslist finden. Einfach den Standort Vancouver oder Calgary eingeben und die Angebote nach RV (Recreational Vehicle), Trucks oder Caravan durchsuchen.
  4. Die Caravan-Verleiher verfügen aber auch selbst über eine Flotte von gebrauchten und neuen Wohnmobilen, die zum Verkauf stehen. So etwa Go West RV aus dem Vancouver Vorort Coquitlam.
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Wie ist ein Wohnmobil ausgestattet?

  1. Alle modernen Wohmobile sind heute so ausgestattet, dass man darin bequem wochenlang leben kann. Es gibt kleinere kompakte Wagen, die sogenannten Pick-Up Trucks für Paare, und größere, im LKW-Stil gehaltene Caravans oder RVs für Familien mit bis zu 7 Mitfahrern. Amerikanische und kanadische Wohnmobile verfügen fast ausschließlich über Fordmotoren und Automatik-Getriebe.
  2. Man muss bei der Berechnung der Reisezeit beachten, dass die Strecke länger dauert, je größer das Wohnmobil und Gewicht ist. Die meisten Wohnmobile fahren höchstens 90 km/h. Die beste Reisegeschwindigkeit mit dem wenigsten Spritverbrauch liegt auf flachen Straßen bei rund 80 km/h.
  3. An Bord ist alles, was man für das Überleben in der freien Natur braucht. Der Tank fasst bis zu 68 Liter, es gibt einen extra Benzin- bzw. Dieseltank für 100 Liter Sprit. Außerdem befindet sich ein Tank für Trinkwasser mit einer Füllmenge von 128 Litern an Bord und ein extra Wassertank für Trinkwasser. Das Brauchwasser wird ebenfalls in einem extra Tank aufgefangen. Man fährt also mit ziemlich viel Eigengewicht umher – hinzu kommen noch Lebensmittel und das Gewicht der Insassen. Der Spritverbrauch muss entsprechend hoch kalkuliert werden, gerade, wenn es in bergige Gegenden wie in den Kootenays oder in die Rocky Mountains geht. Wer Kraftstoff sparen will, sollte seine Reise vielleicht doch eher vom Osten aus planen, weil die Fahrt Richtung Küste und Vancouver dann eher bergab als bergauf führt.
  4. Die Betten sind bequem und groß genug, um jedem Platz zu geben. Außer großen Doppelliegen, gibt es noch mittlere Liegen für die Kinder. Alle Wohnmobile verfügen über Standheizungen, Stromgeneratoren und Klimaanlagen. Duschen, vollausgestattete Küchen und die Stereoanlage gehören zur Standardausstattung.
  5. Wer auf den oft weitab von Städten oder Siedlungen gelegenen Campingplätzen längere Zeit bleibt, sollte auf jeden Fall eine Ausstattung für Notsituationen dabei haben. Neben dem Verbandskasten, sind auch Signalleuchten und Bärenspray zur Abwehr zu empfehlen. Ein satellitengestütztes Funkgerät ist auch nicht zu verachten, da viele Regionen über kein Handynetz verfügen. Ansonsten ist, wie auch bei großen Segeltouren zu empfehlen, den Daheimgebliebenen einen genauen Reiseplan mit Route da zulassen. Man kann sich auch eine Zeit zwischendurch ausmachen, in der man sich zu Hause oder bei einem Bekannten meldet, damit keine Panik entsteht. 
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Sehenswertes auf der Rundreise

  1. Eine Rundreise durch British Columbia sollte mindestens drei Wochen dauern. Denn die Entfernungen zwischen den wichtigsten, sehenswerten Orten sind doch sehr weit. Wer noch auf die vor Vancouver vorgelagerte Insel Vancouver Island übersetzen will, muss sich eine Fahrt mit der Fährgesellschaft BC Ferries buchen. Das geht bequem online oder direkt am Schalter. Im Sommer muss man mit langen Wartezeiten rechnen. Für Vancouver Island selbst sollte man eine Woche einrechnen. Die beliebtesten Campingplätze wie im Pacific Rim National Park sind in der Hauptsaison oft ausgebucht. Auch hier sollte man bei der Planung der Reise vorab reservieren, um einen Platz zu bekommen.
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  3. Im Wohnmobil ist man sicher vor Bären
  4. Wohnwagen eignen sich auch deshalb besonders gut für eine Rundreise durch British Columbia, weil in den tiefen Wäldern viele Wildtiere leben, die auch gefährlich werden können. In einem Wohnmobil ist man vor Attacken von Bären sicher, während das Zelten weitaus gefährlicher ist. Schwarzbären, Grizzlies, Pumas oder der zwar selten gesehene, aber äußest angriffslustige Vielfraß leben überall in der freien Natur. Bären halten sich gern in der Nähe von Campingplätzen auf, weil sie dort oft etwas zu fressen finden. Dabei ist es strafbar, Wildtiere zu füttern oder sich fahrlässig zu verhalten und Essensreste liegen zulassen. In ganz Kanada stehen bärensichere Mülltonnen bereit, in die man seine Müllreste unbedingt entsorgen sollte.
  5. A und O in der wilden Natur: Nachrichten hinterlassen
  6. Wenn man für kleinere Abstecher zu Fuß das Wohnmobil in Gegenden, wo sich Bären aufhalten – oft sind Warnschilder aufgestellt – das Wohnmobil verlässt, sollte man einen Notizzettel sichtbar hinter der Windschutzscheibe mit Telefonnummer, Start und Ziel der Wanderung und geplante Rückkehr anbringen. Oft werden teure Suchaktionen gestartet, wenn Wohnmobile länger verwaist herumstehen. Bei Wanderungen macht sich auch eine Bärenglocke sehr gut, die man am Rucksack oder an der Jacke festbindet und die ständig bimmelt und so Bären frühzeitig vor der Nähe von Menschen warnt. Tipps zum richtigen Umgang mit Bären in der Natur erhält man von der Parkverwaltung oder Online.
  7. Ziele auf der Rundreise: Diese Orte und Landschaften in British Columbia sollte man gesehen haben
  8. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in British Columbien zählen neben der schönen Stadt Vancouver, die gleichnamige Insel Vancouver Island mit dem beliebten äußersten westlichen Küstenabschnitt Long Beach und der Provinzhaupstadt Victoria, die abwechslungsreichen Golfinseln zum Kayakfahren, das Skigebiet Whistler Blackcomb mit dem Wandergebiet Garibaldi Park, das Fraser River Tal, die Kootenays, das Okanagan-Tal mit seinen Obstplantagen und Weinbergen und die Rocky Mountains. Ehemalige Bergarbeiterstädte und Goldgräberdörfer, sogenannte Mining Towns, wie Nelson oder Barkerville, sind heute von jungen Aussteigern bewohnt, die dort in gemeinschaftlichen Kooperativen Landwirtschaft betreiben und einen alternativen Lebensstil wagen. Wer einen Ausflug in die Zeit der Goldgräber und frühen Siedler machen will, sollte sich für solche geschichtsträchtigen Orte inmitten grandioser Natur ruhig Zeit nehmen.
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Tipps und Hinweise

  • Je früher man seine Reise plant und das Wohnmobil bucht, umso billiger wird es.
  • Vermieter geben keine Wohnmobile an Gäste heraus, die gerade erst nach einem Transatlantikflug aus dem Flugzeug gestiegen sind. Unbedingt eine Hotelübernachtung mit einplanen.
Schwierigkeitsgrad:  

7 Meinungen

  1. Reisebüro Aachen

    Ich liebe British Columbia! Ein herrliches Stück Natur! Leider war ich erst einmal da. Dank eurem Bericht kommt die Erinnerung daran aber ein wenig wieder…

  2. Mit einem Wohnmobil zu Reisen ist schön etwas sehr tolles, und dann noch auf Britisch Columbia. Natur Pur. Sehr schöner Bericht. LG

  3. Also Kanada hat mit Sicherheit traumhafte Landschaften „anzubieten“! Freunde von mir haben sich vor 2 Jahren getraut, eine Tour mit „LittleGuy“ zu machen. Wer war denn Little Guy, fragt Ihr ? 🙂 Na ein Mini-Camper, was sonst? Ganz beliebt in America übrigens (die Deutsche Variante läuft unter dem Branding Camp Runner) und wirklich sehr günstig zu bekommen (war es bei den Freunden damals mindestens). Nicht für Jedermann, aber für diejenige die eher Wert auf Abenteuer und Flexibilität legen, die perfekte Kombination.Würde ich auch seher gerne machen … vielleicht klappt es doch bald :)LG

  4. Ich war vor einiger Zeit in Kanada und kann es nur jedem empfehlen. Wer ein Tour plant, egal ob mit dem Auto oder Wohnwagen sollte unbedingt! den icefield parkway (im Banff National Park zwischen Lake Louis und Jasper) abfahren. Es gibt dort verschiedene Haltemöglichkeiten um türkisfarbenen Seen, einen Gletscher, Wasserfälle und noch viel mehr der kanadischen Landschaft zu entdecken. Wenn ich daran denke, möchte ich gleich wieder hin.

  5. Meine Freundin schwärmt schon seit gut zwei Jahren davon…und ich, ich war nie begeistert davon. Aber nach dem tollen Artikel und dem filmchen bekomme selbst ich darauf Lust. Ich sehe wohl, dass ich dort bald mit meinem Schatzi hinfahren (Fliegen) werde.Bg Mark

  6. An den Verfasser !Die Provinzhauptstadt von Alberta ist nicht Calgary ,sondern Edmonton ! Dein Hinweis , das der Trip von Osten (Calgary) beginnend mit weniger Steigungen zum „Spritsparen“ mehr geeignet ist , ist wohl nicht richtig !!! Wer Sprit sparen will ,sollte sich auf die Provinzen Saskatchewan und Manitoba beschraenken . In BC ist das Speedlimit auf den meisten Strassen 90 -100km/h . Eine Empfehlung ,hier max.80 zu fahren ist Quatsch .Es gibt Menschen ,die auf diesen Strasse nicht fuer Urlaub unterwegs sind und fuer diese sind die spritsparenden Wohnmobile einfach nur laestig .Dein Tip , dass man ein Wohnmobil kaufen sollte um in Canada zu bleiben ist Mist. Es gehoert schon sehr viel mehr dazu , um in Canada einzuwandern !Ich lebe seit ueber 5 Jahren in Canada . Benutze die Strecke zwischen Toronto und Vancouver regelmaessig .Gruss Holger

  7. Ein Reise durch Kanada steht auch auf unserer Liste, allerdings im Winter. Ich bin mir aber nicht sicher ob das mit einem Wohnmobil realisierbar ist, denn wenn es dort schneit dann wohl richtig.

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