Eine kleine Wasserkunde

Erster Anhaltspunkt ist die Wasserkategorie. Sie besteht in Deutschland aus drei Sorten: Tafel-, Mineral- und Heilwasser. Das Qualitätsgefälle dazwischen ist beträchtlich.
 
Tafelwasser rangiert in der Hierarchie ganz unten. Das klare Nass mit dem vornehmen Namen ist Leitungswasser, das mit Zutaten wie Meerwasser, Mineralstoffen und Kohlensäure aufgepeppt wurde.
 
Natürliches Mineralwasser ist schon hochwertiger. Es kommt aus unterirdischen Wasservorkommen und wird vor Ort abgefüllt. Welche Inhaltsstoffe das jeweilige Produkt hat, wird bestimmt durch den Weg, den es von den Wolke bis in die Flasche zurücklegt. So findet man in der Nähe von Kalkgebirgen kalziumreiches Mineralwasser. Fließt das Wasser durch granitreiche Böden ist es wesentlich kalziumärmer.
 
Und was das betrifft, so ist die Qualität des heimischen Mineral- und Heilwassers, das aus über 700 Quellen sprudelt, ausgezeichnet. Wer aufs Etikett schaut, wird schnell selbst feststellen, dass die meisten der einheimischen Marken mineralstoffreicher sind, als die weitgereiste Produkte. 
 
Allerdings: So gesund Mineralien auch sind, man muss sie nicht trinken. Wer sich ausgewogen ernährt, nimmt sie normalerweise in ausreichender Menge zu sich. In bestimmten Lebenssituationen ist aber durchaus sinnvoll sich eine Extraportion der wertvollen Substanzen zu sichern. Dabei sollte man vor allem auf den Gehalt von vier Inhaltsstoffen achten: Kalzium, Magnesium, Fluorid und Natrium.
 
Kalzium und Magnesium
Kalziumreiches Mineralwasser enthält in der Regel auch viel Magnesium. Während Kalzium die Knochen stärkt, senkt Magnesium den Blutdruck und hält die Muskeln in Schwung. Beide Mineralstoffe sind wichtig für Menschen, die sich und ihrem Körper zumuten. Das gilt für alle, die beispielsweise eine Diät machen oder sich beim Sport regelmäßig auspowern. Frauen sollten speziell die Kalziumversorgung ernst nehmen, vor allem während der Schwangerschaft und Stillzeit. Auch mit dem Beginn der Wechseljahre wird Kalzium enorm wichtig, um dem Knochenschwund (Osteoporose) vorzubeugen. Magnesium wiederum hilft gegen Stress. Für Menschen, die im Beruf stark gefordert werden, sind daher Produkte mit mehr als 100 Milligramm Magnesium pro Liter sinnvoll. Auch bei heißen Temperaturen ist der Magnesium-Bedarf erhöht.
 
Fluorid
Dieses Spurenelement hält die Zähne gesund. Allerdings muss man auf die Menge achten. Ein bis zwei Milligramm am Tag sind ideal, ab fünf Milligramm fangen die schädlichen Wirkungen an. 
 
Natrium
Natrium ist der Hauptbestandteil von Kochsalz. Im allgemeinen nehmen wir davon genug oder sogar zuviel über die Nahrung zu uns. Darum sollte der Natriumgehalt in Mineralwasser eher niedrig sein. Das gilt insbesondere für Menschen, die unter Bluthochdruck leiden. Für sie ist Mineralwasser mit weniger als 20 Milligramm Natrium pro Liter geeignet. Personen, die viel schwitzen, sollten dagegen zu natriumhaltigen Wasser greifen. Deswegen ist Mineralwasser, in dem mehr als 200 Milligramm Natrium pro Liter stecken, für Sportler ideal.
 
Sonderfall: Heilwasser
Heilwasser enthält besonders viele Mineralstoffe und hat eine medizinische Wirkung. In manchen Sorten steckt beispielsweise viel Natron. Das lindert die Beschwerden bei Sodbrennen und Gastritis. Andere Heilwässer wiederum haben einen hohen Schwefelgehalt. Sie helfen gegen Akne und Neurodermitis. Gegen welche Krankheiten die einzelnen Marken wirken, steht auf dem Etikett.
 
Und was ist mit dem „Kranburger“? Leitungswasser muss nicht mineralstoffarm sein. Die Qualität hängt von der Wohngegend ab. Im allgemeinen gilt die Faustregel: Je härter das Wasser, desto reichhaltiger ist es. Dafür ist die Erfrischung aus dem Wasserhahn billig und fast überall in Deutschland ein gesunder Durstlöscher. Der kleine Unterschied liegt allerdings in dem Wörtchen „fast“. Denn Leitungswasser ist im Gegensatz zum Mineralwasser kein Tiefenwasser. Es setzt aus Grund- und Oberflächenwasser zusammen, das mit Düngemittel oder Pestizide verunreinigt sein kann. Deswegen wird es mit einer Reihe von Chemikalien gesäubert. Trotzdem kann es in einigen Regionen immer noch mit Schadstoffen wie Nitrat belastet sein. Dann ist es vor allem für Kleinkinder nicht geeignet.
 
Hin zu kommt: Bis zum heimischen Wasserhahn muss es häufig einen weiten Weg durch lange Rohre zurücklegen. Möglicherweise kommt es dabei durch ein Bleirohr – und dieses giftige Schwermetall geht ins Trinkwasser über. Hier schafft eine Trinkwasseranalyse Klarheit. Ist alles okay, kann man jedoch beruhigt den Wasserhahn aufdrehen – und das am besten so oft wie möglich. Denn viel wichtiger als die Herkunft des Wassers ist die Menge, die wir trinken.

6 Meinungen

  1. „kann man jedoch beruhigt den Wasserhahn aufdrehen – und das am besten so oft wie möglich“ … das dachte ich auch immer, bis ich vor kurzem bei Clever von Wiegald Boning gelernt habe, dass 8! Liter Wasser, ich weiß, das ist viel, aber trotzdem … zum Tod führen können. Dann platzen die Gehirnzellen, und man trinkt gar kein Wasser mehr. Übrigens: Früher eine beliebte Foltermethode … Prost!

  2. Sicher ist auch das schlechteste Leitungswasser hierzulande noch besser als das, was man als Tourist in vielen Ländern der Welt (z.B. Mexiko) aus Plastikflaschen trinkt. Das ist zwar weitgehend keimfrei aber zumeist einfach aufbereitet und entsalzen.

  3. Ach du liebe Güte…..Millionen von Milben könnten in meinem gemütlichen Bettchen sein. Das ist ja so gar nicht sexy, schlimmer als ein schnarchender Partner. Da bin ich aber froh, dass ich Frau Kellers Ratschlag bereits kürzlich umgesetzt habe und neues Bettzeug gekauft habe. Ich niesse nicht und schlafe gut!

  4. Warum die Aufregung, sieht doch nett aus dasTierchen!Schöne Träume noch…..

  5. Ich habe mir eine Ozon-Filteranlage angeschafft. Allerdings bekommt mir das gefilterte Wasser nicht, es schlägt mir auf den Magen. Ich weiß bis heute nicht, woran das liegt – habe noch nie gehört, dass jemand Magenprobleme wegen Wasser bekommen kann. Jetzt kaufe ich wieder echtes Quellwasser aus der Flasche. Das ist und bleibt wohl doch das beste.

  6. Hallo,

    ich bin Inhaber eines Bettenhauses, Heilpraktiker und seit fast 25 Jahren u. a. Fachberater für Schlafsysteme und Bettwaren.

    Den Artikel zu Hausstaubmilben finde ich recht gut. Er gibt kurz zusammengefasst die wichtigsten Informationen. Eine Anmerkung möchte ich allerdings noch geben zu dem geäußerten Tipp, man möge für „Allergien geeignete Decken und Kissen“ verwenden.

    Milben haben leider überhaupt keine Vorlieben, was das Material angeht, in dem sie sich einnisten. Wenn Hautschuppen da sind, lassen sie sich in allem nieder, egal ob Federn, Daunen, Naturhaare, oder synthetische Fasern.

    Insofern haben Kissen und Decken aus synthetischen Fasern zunächst keinen Vorteil gegenüber Naturmaterialien, was oft nicht bekannt ist. Dennoch werden sie gerne auch dezidiert Milbenallergikern empfohlen.

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