Diese drei Punkte!

Was soll das? Da ist jemand, der das schöne goethische Wort "Arsch" nicht in die Tastatur tippen mag. Andererseits möchte er das Wort aber "irgendwie doch schon" erwähnen. Also schreibt er "A…h". Meine unmaßgebliche Meinung: Diese drei Punkte haben in einem Blog überhaupt nichts zu suchen, drei Punkte gibt's sinnvollerweise nur hier:

Über die Ursachen für die galoppierende Seuche in Blogville kann ich nur spekulieren: Ich nehme an, diese Zeitgenossen fürchten entweder patrouillierende Spam-Roboter, oder ihr Selbstbild ist zu fein ziseliert für jede Form von "Fäkalsprache". Vielleicht wollen sie aber auch nicht in die optische Nähe einer Pornoseite geraten, indem sie vom "V…n" oder "F…n" sprechen. Dann sollen sie aber diese Wörter auch nicht in amputierter Form mit diesem Verband aus drei Zensurpunkten in den Text pflanzen. Der Leser ergänzt ja doch sofort das Fehlende, statt "Sch…e" liest er nun mal "Scheiße". Und der Schreiber hat trotzdem stark nach Fäkalien duftende Tippfinger. 

Wir müssen uns also entscheiden: Soll die Drastik in unseren Texten keinen Raum haben, wollen wir also keinesfalls so schreiben wie bspw. ein Jean Genet, ein Peter Rühmkorf oder ein Vladimir Nabokov, dann dürfen wir diese Boo-Wörter auch in verstümmelter Gestalt niemals verwenden. Sie seien uns immer tabu. Ein Satz dieser "Klemmies" unter unseren Zeitgenossen laute dann so: "Die ganze Nacht hindurch betrieb ich den Austausch von Körperflüssigkeiten mit einer Unternehmerin aus dem käuflichen Gunstgewerbe". Wer stilistisch etwas anspruchsvoller ist, der wiederum soll so reden, wie uns der Mund das Maul gewachsen ist. Tertium non datur …  

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.