Die Struktur des Gehirns ähnelt einer Walnuss und seine Konsistenz einem Pudding. Eigentlich wollten wir es gar nicht so genau wissen, aber Dank der modernen bildgebenden Verfahren kann die ungeliebte Großtante schon seit Jahren die genervte Verwandtschaft mit den Verfallsfortschritten ihres atrophierten Hirnbalkens beglücken. Erstellt werden solche Bilder mit MRT-Magnetresonanztomographie und PET-Positronenemissionstomographie.
Wem die Bildauswahl der Großtante dann doch zu willkürlich ist, der kann sich einen systematischeren Überblick sowohl über das organisch gesunde, als auch das erkrankte Gehirn online verschaffen. Einen sehr ausführlichen Atlas bietet die Harvard Medical School. Der Atlas wurde von Keith Johnson und Alex Becker erstellt und wird laufend ergänzt. Da läßt sich dann begutachten, wie fortgeschrittener Alzheimer die Gehirnstrukturen verändert [Alzheimer Krankheit im funktionalen MRT] oder welche Auswirkungen eine Herpes Simplex-Infektion auf das Limbische System haben kann [HSV-Encephalitis, guided Tour].
Neben solchen Unerfreulichkeiten gibt es aber auch reichlich Einblicke in das organisch gesunde Gehirn des Menschen [Normal Brain] und eine Art Lernquiz [Can you name these brain structures?]. Mit den Top100 der Gehirnstrukturen [Top 100 Brain Structures] lassen sich nun völlig problemlos so kryptische Bezeichnungen wie Amygdala oder der Hypothalamus im Denkorgan verorten. Wer allerdings wissen will was die ominösen Bezeichnungen bedeuten, muss schon ein Lexikon zur Hand nehmen, am besten ein Online-Lexikon wie Wikipedia.
Bleibt abzuwarten, wann es endlich auch einen Atlas der Gedanken und Gefühle gibt. Das funktionale MRT [fMRT] und die Magnetoenzephalographie [MEG] bieten schließlich heute schon reichlich Gelegenheit, um dem Denken zuzuschauen.
Die Chefarztfrau
Dem Kunden wird jetzt in den Kopf geschaut; Jesse Sullivan ist der erste bionische Mensch; Mit Gedankenkraft einen Computer bedienen, ist das Parapsychologie?
