Die Initiative ?50plus?


Für den Arbeitnehmer:

Bezieher von Arbeitslosengeld I, die älter als 50 Jahre alt
sind erhalten einen Rechtsanspruch auf eine Kombilohnzahlung, wenn sie einen
Job annehmen, der schlechter bezahlt wird als der Job, in dem sie zuletzt
gearbeitet haben.


Klingt erstmal vernünftig. Ist aber nicht wirklich so ganz
neu, mit Ausnahme der Formulierung als Rechtsanspruch. Bisher gab es Zuschüsse
zum Lohn an den Arbeitgeber, der einen älteren Langzeitarbeitslosen einstellte
und es handelte sich um eine Ermessensleistung. Wobei das Ermessen aber in der
Regel keine Ablehnungsspielräume bot. Für den älteren Arbeitnehmer gab es unter
Bedingungen die sog. Entgeltsicherungsleistung.


Die Ausgleichszahlung beträgt im ersten Jahr 50 Prozent des Nettounterschiedes
zwischen früherem und aktuellem Job und mindert sich im zweiten Jahr auf 30
Prozent. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden auf 90 % der Beiträge vom
früheren Bruttolohn angehoben.


Nüchtern betrachtet erstmal eine klare Verschlechterung zur
bisherigen Entgeltsicherung. Denn diese sah keine Absenkung auf 30 Prozent vor.
Vielmehr erhielt der ältere Arbeitnehmer 50 Prozent über die gesamte Laufzeit
seines ALG-(I)-Anspruches, der allerdings bis zu 32 Monate betragen konnte. Nachdem
man ja nun die Anspruchsdauer bereits auf 12 bzw. 18 Monate gesenkt hat, kann
Münte eine zweijährige Laufzeit mit einer Absenkung im zweiten Jahr durchaus
als Erfolg verkaufen. Große Politik: Man muss halt die Bedingungen zunächst
verschlechtern, um dann unterhalb des bisherigen Niveaus wieder was zum
aufsatteln zu haben. Eine klassische Mogelpackung.


Für den Arbeitgeber:


Unter der Bedingung, dass der Arbeitgeber einen Arbeitsplatz
für einen älteren Arbeitnehmer schafft und diesen dann mindestens ein Jahr
beschäftigt, soll über bis zu zwei Jahre ein hinsichtlich der Höhe noch
festzulegender Eingliederungszuschuss an den Arbeitgeber gezahlt werden.


Gemeint ist vermutlich, dass ein Arbeitgeber den
Arbeitnehmer ein Jahr länger beschäftigen muss, als der Zuschuss gezahlt wird,
sonst wäre es ja ziemlich denkwürdig. Ich würde allerdings nicht meine Hände
dafür ins Feuer legen, dass Denkwürdiges nicht erneut passiert…

Inhaltlich tritt auch hier de facto eine Verschlechterung
ein. Bislang wurde der Eingliederungszuschuss ohnehin schon für 24 Monate
gezahlt. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, in Ausnahmefällen sogar bis zu 60
Monate zu bezuschussen. Diese Option fällt weg. Inwieweit die bisherigen
Zuschusshöhen beibehalten werden, ist ebenfalls unklar. Sicherlich werden sie
aber nicht steigen.

Eine kleine Stichelei am Rande: Der Eingliederungszuschuss
ist gedacht als Ausgleich der Minderleistung, die ein älterer Mitarbeiter
erbringt!

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die „Initiative 50plus“
alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen will. Alle Maßnahmen gibt es schon.
Alle Maßnahmen waren bislang schon erfolglos. Es gibt keinen Grund zu hoffen,
dass die jetzt nochmals abgespeckten Zuschüsse und Kombilöhne in der Zukunft
Erfolg haben werden. Auch wenn „Initiative 50plus“ erstmal knackig klingt!

4 Meinungen

  1. Hallo,ich denke der Kombilohn ist ein fauler Zauber, der den Arbeitnehmer noch mehr unter Druck setzt.Zum einen ist er immer noch den Behördenterror ausgesetzt und zum anderen wird er sicherlich wieder entlassen, wenn die Zuschüsse wegfallen.Was kostet dieses Kombimodel?Der Steuerzahler muß den Lohn zahlen, den der Arbeitgeber nicht zahlen will.Ein Mindestlohn für alle in DE Beschäftigte würde auch keine Arbeitsplätze wegbrechen lassen, weil viel mehr Geld in den Taschen der Bürger wäre. Dadurch könnte die Dienstleistung, die ja hauptsächlich unter der Armutsgrenze arbeit, auch teurer werden.Der Markt würde es richten.

  2. Hallo,ich denke der Kombilohn ist ein fauler Zauber, der den Arbeitnehmer noch mehr unter Druck setzt.Zum einen ist er immer noch den Behördenterror ausgesetzt und zum anderen wird er sicherlich wieder entlassen, wenn die Zuschüsse wegfallen.Was kostet dieses Kombimodel?Der Steuerzahler muß den Lohn zahlen, den der Arbeitgeber nicht zahlen will.Ein Mindestlohn für alle in DE Beschäftigte würde auch keine Arbeitsplätze wegbrechen lassen, weil viel mehr Geld in den Taschen der Bürger wäre. Dadurch könnte die Dienstleistung, die ja hauptsächlich unter der Armutsgrenze arbeit, auch teurer werden.Der Markt würde es richten.

  3. Alsi ich halte eigentlich gar nix von Kombilohn weil ich immer das Gefühl habe – da muss die Gesellschaft dafür aufkommen dass der Unternehmer sparen will.Andererseits ist es aber so, dass ältere Arbeitnehmer wirklich kaum mehr Chancen kriegen – weniger leistungsfähig (angeblich) und teurer (meist wirklich).Also da könnte ein staatlicher Ausgleich schon sinnvoll sein.

  4. Alsi ich halte eigentlich gar nix von Kombilohn weil ich immer das Gefühl habe – da muss die Gesellschaft dafür aufkommen dass der Unternehmer sparen will.Andererseits ist es aber so, dass ältere Arbeitnehmer wirklich kaum mehr Chancen kriegen – weniger leistungsfähig (angeblich) und teurer (meist wirklich).Also da könnte ein staatlicher Ausgleich schon sinnvoll sein.

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