Die Ausstellung Marsden Hartley: Die deutschen Bilder 1913-1915

Vom 05.04. bis zum 29.06.2014 läuft in der Neuen Nationalgalerie in Berlin die Ausstellung Marsden Hartley: Die deutschen Bilder 1913-1915. Der US-amerikanische Maler, der in Europa noch relativ unbekannt ist, gilt in den USA einerseits als Vertreter des dortigen Regionalismus, andererseits als einer der Vorreiter der amerikanischen Avantgarde. Letztere Pionierstellung hat er seiner Zeit in Europa, vor allem den Jahren zwischen 1913 und 1915 zu verdanken, in denen er in Berlin lebte. Die avantgardistischen Gemälde dieser Zeit bilden den Kern der Ausstellung.

Sein Lebenswerk

Der US-amerikanische Künstler lebte von 1877 bis 1943 und gilt in den USA als einer der bekanntesten Maler der Moderne. Von 1912 bis 1916 war Hartley in Europa; zunächst reiste er nach Paris, von 1913 bis 1915 lebte er in Berlin. Aus dieser Zeit stammen auch die Bilder der aktuellen Ausstellung Marsden Hartley: Die deutschen Bilder 1913-1915. Die ersten Gemälde aus dieser Zeit wurden bereits 1913 bei der Armory Show in New York ausgestellt; eine Ausstellung, die großen Einfluss auf die Entwicklung der amerikanischen Kunst hatte. So wird das Jahr 1913 oft als Beginn der Moderne in Amerika betrachtet. Nach seiner Rückkehr in die USA im Jahre 1916 lebte er von 1921 bis 1930 erneut in Europa, bis er daraufhin definitiv in die USA heimkehrte. Dort machte er sich in seinen letzten Lebensjahren vor allem als Anhänger des amerikanischen Regionalismus einen Namen.

Die Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie

Seine markantesten Werke malte Hartley während er in Berlin lebte, in den Jahren 1913–1915. Vor und nach dieser Zeit pflegte er einen gemäßigten, gegenständlichen Stil der Landschafts- und Stillleben-Malerei. Doch in seiner Berliner Zeit gelang es ihm, einen neuen, eigenständigen Stil zu erschaffen, der der damals vorherrschenden Avantgarde-Bewegung in Deutschland entsprang. Dieser war geprägt von seinem intensiven Austausch mit Künstlern wie Wassily Kandinsky und Franz Marc, deren expressionistischer Stil, neben Kubismus und Orphismus, sein künstlerisches Schaffen in diesen Jahren maßgeblich beeinflusste. Es entstand eine Reihe von Gemälden, die sich durch leuchtende Farbexplosionen auszeichnen und die heute als Leitbilder der amerikanischen Avantgarde angesehen werden. Thematisch stehen das preußische Militär sowie der Erste Weltkrieg im Mittelpunkt seiner Werke. Häufige Motive in den Gemälden sind: Flaggen, Standarten und militärische Insignien wie das Eiserne Kreuz. Hartleys Beziehung zu dem preußischen Offizier Karl von Freybourg, der am 7. Oktober 1914 im Krieg starb, führte zu einer Reihe von zwölf symbolischen Gemälden, in denen er den Tod seines Freundes verarbeitete. Eines dieser Meisterwerke ist das „Bildnis eines deutschen Offiziers“ (1914, Metropolitan Museum, New York) – ein symbolisches Porträt, das abstrakte Formen und militärische Gegenstände miteinander verbindet.

Kontrastreiche Sammlung

Hartley ist ein Künstler der Moderne, den es in Europa erst noch zu entdecken gilt. Mit der Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie in Berlin ist der erste Schritt dazu getan. Die avantgardistischen Gemälde seiner Berliner Zeit von 1913 bis 1915 bilden den thematischen Schwerpunkt der Ausstellung. Neben diesen Werken werden auch frühere und spätere Arbeiten des Künstlers ausgestellt, um die Einbettung in das Gesamtwerk des Künstlers zu ermöglichen und den immensen stilistischen Kontrast aufzuzeigen.

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