Deutung mit Tarotkarten: Anleitung und Tipps

Das Legen von Tarotkarten ist sehr einfach, wenn man das Tarot Deck gut kennt. Um die Karten kennenzulernen, fängt man mit kleinen Schritten an und steigert dann langsam den Level. Im Folgenden soll in einer „Schritt für Schritt“ Anleitung erklärt werden, wie das am besten gelingt.

Tarotkarten: Was wird benötigt?

  • Tarot Deck (im Beispiel ist es das Crowley Tarot)
  • einen zu dem Tarot passenden Deutungstext

 

Tarotkarten: So wirds gemacht!

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Vorbereitung

  • Wer sich ein Tarot Deck mit Buch anschaffen möchte, der ist gut beraten wenn er sich online oder im Fachbuchhandel die verfügbaren Decks anschaut. Es gibt häufig Sets, Karten und Buch zusammen, diese sind zum Einstieg gut geeignet.
  • Dann sollte man die Tarotkarten sorgfältig anschauen und auf sich wirken lassen. Und das Tarot erwerben, welches man am schönsten findet. Es gibt eine wirklich große Auswahl und es ist gut sich das Spiel auszusuchen, welches einen besonders anspricht.
  • Alle Tarot Karten Spiele sind vom Aufbau her gleich, es gibt 22 große Arkana, das sind übergeordnete Themen. Und dann gibt es die 56 kleinen Arkana, die Unterthemen anzeigen. Diese 56 kleinen Arkana Karten sind so angelegt wie ein Rommè oder Canasta Spiel, nur dass sie anders gestaltet und benannt sind.
  • Es gibt im Tarot die vier Asse, 4×10 Zahlenkarten und die Hofkarten, das sind die Personenkarten wie im Rommè Spiel, also Bube, Dame und König. Die Symbole werden ebenfalls anders benannt. Was im Rommè Spiel „Herz“ ist, wird im Tarot mit „Kelche“ benannt. Was „Karo“ ist, wird im Tarot mit „Scheiben“ benannt. Was „Pik“ ist, wird im Tarot mit „Schwerter“ benannt. Und schließlich was „Kreuz“ ist, wird im Tarot „Stäbe“ genannt.
  • Außerdem wird jeder Symbolart ein Element zugeordnet, das ist für die Deutung wichtig. Dabei sind Kelche = Wasser, Scheiben = Erde, Schwerter = Luft und Stäbe = Feuer. Kelche stehen für Emotionen, Scheiben für Materie, Schwerter für die Gedanken und Stäbe für hohe Energie.

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Beginnen

  • Wenn dann ein Tarotkarten Deck verfügbar ist, ist es gut sich wieder und wieder die Karten anzuschauen und diese so auf sich wirken zu lassen. Wer möchte kann auch eine Meditation damit machen, einfach gerade hinsetzen und den Blick auf einer Karte ruhen lassen.
  • Das Deutungsbuch gibt für jede Karte einen Deutungstext, auch diese sollte man studieren. Dann fängt man einfach an mit der „Tageskarte“, das heißt jeden Tag, am besten morgens, eine Karte zu ziehen, sie anzuschauen und dann den Deutungstext zu lesen. Das macht man zwei Wochen oder auch länger, bis man zum Spiel einen guten Draht hat.
  • Wichtig ist, dass man den Tag über beobachtet, ob es Anzeichen, die auf die Qualitäten der Tarotkarte hinweisen, gibt. Also beispielsweise bei der Tageskarte „As der Kelche“ könnte man am Tag einen lösenden Gefühlsstrom spüren, der Festgefahrenes wieder in Bewegung bringt.

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Legesysteme

  • Nun kann man im nächsten Schritt aus der „Tageskarte“ „drei Tageskarten“ machen, die man interpretiert, die Erste für das „Gestern“, die Zweite für das „Jetzt“ und die Dritte für das „Morgen“. Das kann schon sehr interessant werden.
  • Im weiteren Verlauf legt man dann umfassendere Legesysteme, wie sieben Karten als Verlauf einer Entwicklung, spezielle Befragungen mit dem „Keltischen Kreuz“ oder auch ein „großes Blatt“ mit 28 Karten zum umfassenden Deuten im zeitlichen Verlauf. Um dies genauer zu erläutern folgen nun praktische Beispiele.

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Beispie 1 – Tageskarte

  • Karten verdeckt mischen, eine Karte ziehen. Angenommen die gezogene Karte ist „Zwei Scheiben“. Im Crowley Tarot ist ihr Stichwort „Wechsel“, das Deutungsbuch sagt: Veränderungen mit Gelassenheit begegnen. Die „Scheiben“ beziehen sich auf das Materielle, der Wandel wird also im realen, greifbaren Alltag auftreten.
  • Den Tag über kann man dann genau beobachten, was sich entwickelt. Treten unerwartete Ereignisse ein, kann man sich beruhigen und sich beispielsweise selbst sagen, dass Veränderungen im Leben wichtig sind, wenn wir uns weiterentwickeln möchten. Und das jede Veränderung neue Möglichkeiten mit sich bringt.

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Beispiel 2 – Gestern-Jetzt-Morgen

Karten verdeckt mischen, drei ziehen. Die Erste steht für das Gestern, die Zweite für das Jetzt und die Dritte für das Morgen.

  • Angenommen man zieht die Karten „Prinzessin der Scheiben“, die „Hohepriesterin“ und die „Königin der Kelche“.
  • Die Prinzessin der Scheiben steht für „Schwangerschaft„, eine „Wachstumsperiode“, etwas „heranwachsen“ lassen. Das Deutungsbuch sagt: Etwas Neues kommt auf dich zu. Die Scheiben stehen wieder für das Materielle, also ist das Neue materieller Art. Weil die Karte aber für die „Vergangenheit“ gelegt wurde, kann man vermuten dass das Neue bereits eingetreten ist, wir das aber vielleicht gar nicht erkannt haben.
  • Die Hohepriesterin steht für Intuition, Unabhängigkeit und Ausgeglichenheit. Das Deutungsbuch sagt: Stärke deine intuitiven Kräfte! Da wir ja mit Kartenlegen beschäftigt sind, tun wir das gerade, die Karte steht für das Jetzt.
  • Die Königin der Kelche bezieht sich nach ihrem Element Wasser, auf das Emotionale.
  • Wer seine Emotionen spürt und zu diesen auch steht, wird authentisch sein. Das bedeutet aber jetzt nicht, das wir wie kleine Kinder alle Gefühle spontan ausleben. Es bedeutet vielmehr, aus dem Herzen zu leben und in jedem Augenblick zu beobachten was im Inneren des Herzens geschieht. Und dem als wahr Erkannten zu folgen.

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Beispiel 3 – das Keltische Kreuz

Das Keltische Kreuz ist schon ein komplexes Legesystem:

  • Die Karten mischen und der Reihe nach 10 Karten verdeckt legen.
  • Dir Erste in die Mitte legen, eine Zweite quer darüber und dann in der Form eines Kreuzes um die mittleren Karten, oben die Dritte, unten die Vierte, links die Fünfte und rechts die Sechste
  • dann in Form eines Stabes rechts daneben vier weitere Karten übereinander legen, unten die Siebte, darüber die Achte, darüber die Neunte und darüber die Zehnte. Dann alle nacheinander aufdecken.

Die Positionen sind belegt wie folgt:

  1. Darum geht es
  2. Das kommt hinzu
  3. Das wird erkannt
  4. Das wird gespürt
  5. Das hat dahin geführt
  6. So geht es weiter
  7. So sieht es der Frager (also ich selbst!)
  8. So sehen es andere / dort findet es statt
  9. Das sind Hoffnungen oder Befürchtungen des Fragers (wieder ich selbst)
  10. Dorthin führt es
  • Grundsätzlich gilt, keine einzige Tarotkarte ist nur negativ oder nur positiv. Jede Karte ist einfach ein Denkanstoss und dient dazu, sich selbst besser kennen und einschätzen zu lernen.
  • Es gibt nichts zu gewinnen oder zu verlieren, alle Karten sind immer hilfreich.

Angenommen die Karten liegen wie folgt:

  1. Acht Schwerter – Einmischung
  2. Königin der Scheiben
  3. As der Schwerter
  4. Drei Schwerter – Kummer
  5. Königin der Schwerter
  6. Prinz der Scheiben
  7. Vier Stäbe – Vollendung
  8. Die Kunst
  9. Vier Schwerter – Waffenruhe
  10. Drei Kelche – Fülle

Umgesetzt bedeutet dies (im Einzelnen jede Karte im Deutungsbuch nachlesen):

  1. Darum geht es: Acht Schwerter, Einmischung. Das worum es geht, sind persönliche, geistige Beschränkungen. Geistig weil es sich um Schwerter handelt. Wir würden gerne voran kommen, aber wir werden durch unser eigenes Denken im jetzigen Zustand festgehalten. Die Aufgabe ist, neue Möglichkeiten in unser Denken zu bringen und so alte Probleme loszulassen. Alles fügt sich richtig, wenn ich mir die Erfüllung meiner Wünsche und Träume zugestehe.
  2. Das kommt hinzu: Die Königin der Scheiben (Scheiben = Materie) steht für Einfachheit, Verzicht und Bescheidenheit. Wir können uns mit dem Begnügen was wir bereits haben und so in Frieden mit allem sein. Dadurch löst sich der Druck auf. 1+2 Man kann jetzt lernen, die geistigen Barrieren zu überwinden, die uns am Glücklichsein hindern.
  3. Das wird erkannt: As der Schwerter (die höchste Schwerter Karte, Schwerter = Denken), ich habe die Kraft und die Möglichkeiten mein Denken zu verändern. Beispielsweise, wenn ich mich immer über jemanden Bestimmtes ärgere, kann ich mir sagen: Diese Person verhält sich nicht so, wie ich will. Aber sie hat ihre Freiheit so zu sein wie sie ist und ich habe diese Freiheit ebenso.
  4. Das wird gespürt: Drei Schwerter, Kummer bedeutet, das etwas uns betrübt. Vielleicht sind es vergangene Begebenheiten, oder eher noch die Trauer darüber, dass man nicht alles bekommt was man sich gewünscht hat bzw. nicht sofort bekommt. Also sollte man sich weiter für die gerechte Sache einsetzen, dann wird der Erfolg bald eintreten.
  5. Das hat dahin geführt: Königin der Schwerter. Die Erkenntnis der eigenen Gedankenkräfte ist uns deutlicher geworden. Mit der Freiheit über die eigenen Gedanken, gewinnen wir auch Freiheit für uns selbst. Doch dieser Prozess muss geübt werden, bis man die eigenen Gedanken automatisch reflektieren kann und merkt wenn Korrekturen erforderlich sind. Und dann die Gedankenkraft ändert. Beispiel: Ich denke und sage sehr oft: Das kann ich nicht! Jedes mal wenn ich mich dabei ertappe diese Negativbild zu zeichnen, sage ich mir stattdessen: Das kann ich auch!
  6. So geht es weiter: Der Prinz der Scheiben deutet auf Arbeit im materiellen Leben hin (Scheiben = Materie). Wir finden Arbeit und kommen durch arbeiten wieder in Gleichgewicht, Geld zu verdienen sollte jetzt besonders einfach sein.
  7. So sehe ich es selbst: Vier Stäbe, Vollendung bedeutet, das ich mit meinem materiellen Konzept einverstanden bin und gerne auf dieser Basis weiterarbeiten möchte, wenn ich mich selbst ernst genug nehme.
  8. So sehen es andere: Die Kunst verrät uns, wo das Problem verankert ist. Hier kommt es auf die rechte Mischung von Vorhaben und Projekten an, Extreme sollten vermieden werden, alle Bereiche unseres Lebens brauchen Energie, sie sollte gleichmäßig verteilt werden.
  9. Meine Hoffnungen / Befürchtungen: Vier Schwerter, Waffenruhe. Meine Befürchtung ist, dass ich nicht voran komme, wenn ich jetzt in meinen Bemühungen nachlasse, ich darf jetzt nicht aufhören. Meine Hoffnung ist, dass ich genau auf dem richtigen Weg bin.
  10. Dorthin führt es: Drei Kelche, Fülle. Der eingeschlagene Weg ist der rechte, dadurch das ich andere Menschen und mich selbst liebe wachse ich und kann auf meinem Weg weitergehen.

Tipps und Hinweise

  • Literatur: Gerd Ziegler, Tarot – Spiegel der Seele (zum Crowley Tarot) es ist sehr leicht damit zu deuten
  • Literatur: Akron Hajo Banzhaf, Der Crowley Tarot, ein wirklich umfassendes Werk, bei dem keine Fragen offen bleiben
  • Das Kartenlegen und deuten wird mit der Zeit immer einfacher, je öfter wir uns damit beschäftigen. Man braucht etwas Geduld und Ausdauer. Mit der Zeit wissen wir, wenn wir eine Karte bloß sehen, was gemeint ist. Also üben und statt sich zu fürchten immer das Gute in den Botschaften zu sehen, dann wird es gelingen.
  Zeitaufwand: 1 bis 30 Minuten Schwierigkeitsgrad:  

4 Meinungen

  1. Kartenlegen Online

    Hallo,was bereits im Blog Posting angeschnitten wurde, sollten Kartenlegen-Anfänger unbedingt beachten: Der Deutungstext der vorgibt wie eine Karte zu interpretieren ist hängt von der jeweiligen Lege-Situation ab!So muss z.B. die Todeskarte nicht unbedingt den Tod darstellen, sondern kann auch auf das Ende einer bestimmten Lebensphase deuten! Die Reisekarte muss nicht unbedingt eine tatsächliche Reise darstellen sondern kann auch den Beginn eines neuen Lebensabschnittes symbolisieren, etc.Es muss also stets auf den jeweiligen Kontext geachtet werden!LG,Marlis

  2. Danke für die Umfangreichen Infos.Ich habe als Neuling nur erst wenig Erfahrung mit Tarot.Bisher ist es mir nicht gelungen für Andere etwas Positives aus den Karten zu erbringen, aber es hat Mir sehr geholfen mich selbst zu verstehen. So manche meiner eigenen Reaktionen kann ich heute besser einschätzen.Aber „ohne Fleiß kein Preis“ gilt auch hier. Man muss sich Mühe geben und auch Zeit lassen.Gruß Lutic

  3. Super Artikel, ich beschäftige mich neuerdings auch mit den Tarotkarten und finde diesen Artikel sehr informativ. Gruß Fernanda

  4. Sehr geehrte Damen und herren,ich habe mir die Zehn der Kelch, Der Hierophant und Der Wagen gezogen…was bedeutet das???Mit lieben Grußfreddy

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