Der ‚Wietpas‘ soll den Drogentourismus in den Niederlanden eindämmen

Mit dem Wietpas (zu Deutsch: Marihuana-Pass) will die holländische Regierung den Drogentourismus eindämmen – so jedenfalls der Plan. Künftig dürfen nur noch registrierte Konsumenten mit einen speziellen Ausweis Marihuana in niederländischen Coffeeshops erwerben – der Pass beschränkt sich dabei ausschließlich auf in Holland wohnhaft gemeldete Personen. Unterm Strich bedeutet das, dass nur noch derjenige in Holland „shoppen“ gehen darf, der auch wirklich in Holland wohnt und sich darüber hinaus staatlich als Konsument registrieren lässt. Das stößt nicht nur auf wenig Zuspruch aus der Bevölkerung, sondern läuft auch Gefahr gravierende Einschnitte in das Persönlichkeitsrecht zuzulassen.

Der Wietpas ist da, doch keiner will ihn

Mit der Einführung des „Hanf-Passes“ am 1. Mai 2012 wurden nicht nur die Stimmen gegen die neue Regelung laut, es wurde auch leise um die Verkaufszahlen, denn nicht nur Konsumenten gingen geschlossen auf die Straßen, um gegen die neue Drogenpolitik zu demonstrieren, auch die Coffeeshopbesitzer schlossen sich an und damit die Türen zu ihren Shops wiederum zu. Die offizielle Stellungnahme der Shopbesitzer war die, dass keine Kunden dagewesen wären – was nicht verwunderlich ist, hat sich doch nachweislich so gut wie niemand für den Wietpas registrieren lassen. Viele Menschen scheuen sich davor sich staatlich als Drogenkonsument registrieren zu lassen, andere verzichten demonstrativ auf den Ausweis in der Hoffnung, dass das Gesetz durch das jüngste Scheitern der Regierung noch einmal gekippt werden wird.

Der Wietpas gegen den Drogentourismus funktioniert nicht

Fakt ist, dass bisher nur drei Städte an dem neuen „Programm“ teilnehmen. Im Rest des Landes soll die neue Politik erst 2013 greifen. Das bedeutet, dass die Umsatzzahlen der Coffeeshops außerhalb von Maastrich und Co. erheblich angestiegen sind, ebenso wie die Drogendelikte in den Städten, in denen die neue Regelung bereits gilt. Polizeisprecher bestätigen, dass der Straßenverkauf massiv zugenommen habe, die Straffälligkeit also durch den neuen Pass angestiegen ist, während sich an der Durchlaufmenge nichts geändert hat. Es bleibt also abzuwarten, ob das neue Gesetz wirklich etwas bringt, denn letztlich sollen ausländische Käufer damit abgehalten werden in Holland offiziell Marihuana kaufen zu können, was erst dann funktionieren kann, wenn das Verbot flächendeckend eingeführt wurde.

Eine Meinung

  1. Das wird dann soweit ausarten, dass sich Holländer den Pass besorgen und die „Ware“ quasi and Touristen weiterkaufen. Dann verlagert sich der Handel nur von den Coffee shops auf den privaten Bereich…ob das so gut ist…ist dann natürlich auch nicht mehr kontrollierbar.

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