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    Start » Der Weg zum Cyborg – Eine unvermeidliche Konsequenz der Evolution?
    Besser Leben

    Der Weg zum Cyborg – Eine unvermeidliche Konsequenz der Evolution?

    20. Juni 20063 Minuten Lesezeit

    (Fotostrecke: Mit freundlicher Unterstützung der Messe Bremen)


    Gerade wurde in Bremen der Robo-Cup 2006 ausgespielt. Bei dieser Fußball-WM treten Roboterteams im Wettbewerb gegeneinander an. Auch wenn die Spieler in physischer, kognitiver und kommunikativer Hinsicht irgendwann perfekte Abbilder des Menschen sind, werden sie letztlich nur Werkzeuge bleiben, denn ob und wie eine künstliche Intelligenz zur Persönlichkeit werden kann, ist noch völlig ungeklärt. Es ist also mindestens ein langer Weg, bis die Maschinen zu Individuen werden könnten. Viel kürzer ist der Weg vom Menschen zum Maschinenmenschen, dem sogenannten Cyborg.
     
    Den Cyborg kennen wir bislang aus  P.K. Dicks  SciFi-Romanen. Er ist ein Mischwesen aus lebendigem Organismus und Maschine und im weiteren Sinn sind Menschen mit technischen Implantaten wie Herzschrittmachern, künstlichen Gliedmaßen und komplexen Prothesen dem Begriff des „Cyborgs“ schon recht nahe. Die Neuroprothetik geht aber über die Schaffung physischen Organersatzes weit hinaus. (Netzhaut-Chips)

    Erstmals können nun auch Maschinen, durch direkt aus dem Gehirn übertragene neuronale Signale, gesteuert werden. Diese Entwicklung begann in den 1980er Jahren. Damals hatte John Donoghue, der heutige Leiter der neurologischen Abteilung an der Brown University in Providence, den präfrontalen Cortex von Ratten und Affen mit feinen Drähten verkabelt, um die Signale der Neurone mit den Bewegungen der Tiere in Verbindung zu bringen. Seit dem hat sich die Methode enorm weiterentwickelt.
     
    Operativ können nun Neuronen im menschlichen Hirn unmittelbar mit Chip-Implantaten verbunden werden. Diese Technologie hat Bioingenieur Richard Normann an der University of Utah in Salt Lake City entworfen und realisiert. Hierzu wird ein nur vier mal vier Millimeter großer Mikrochip, bestehend aus 100 haarfeinen Mikroelektroden verwandt. Jede dieser Elektroden kann die Signale von ein oder zwei Neuronen aus dem Gehirn ableiten.
     
    Obwohl die mit diesen Operationstechniken erzielten Ergebnisse, bisher nicht deutlich besser sind als die nichtinversiven Verfahren  Jesse Sullivan „the bionic man“, BBMI, hat diese Technik ein ungeheueres Potential. Irgendwann wird ein Implantatträger nicht nur Kontrolle über einen Cursor besitzen, sonder Werkzeuge, Fahrzeuge, Datenspeicher, Kommunikation und künstliche Sinne direkt per Gedanken steuern bzw. nutzen.
     
    Diese Manipulationen im Gehirn sind nicht unumstritten, Ethiker sehen hier weitgehende Eingriffe ins menschliche Bewusstsein. (Praktische Theologie im Zeitalter der Posthumanität)
     
    In Zukunft könnten solche Implantatträger zu wahren Superhelden aufgerüstet werden. Mischwesen, die leistungsfähiger sind als Normalsterbliche und über Bilder im Kopf womöglich Flugzeuge und Raketen steuern, sind selbstredend der Traum des Militärs. Tatsächlich wird die BCI-Forschung in den USA mit bedeutenden Summen durch das Pentagon gefördert.


    Ist also der Krieg doch der Vater aller Dinge? In gewissem Sinne mit Sicherheit ja!  Der Evolution ist es jedenfalls völlig egal, welche Art von Wettbewerb sie vorwärts treibt.
     



     Die Chefarztfrau

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