Der Spreepark in Berlin: Nostalgische Führungen durch den ehemaligen Freizeitpark

Alles scheint darauf zu warten, dass die damaligen Besucher zurückkehren und einen Nachmittag im Spreepark Berlin verbringen. Der verlassene Freizeitpark erweckt den Eindruck als hätte jemand die Pausetaste gedrückt und die Zeit angehalten. Ein einzigartiger Anblick und ein Stück Berliner Stadtgeschichte verkommen auf fast 30 Hektar in Einsamkeit und Abgeschiedenheit. Nur die Natur ist weiter aktiv und erobert Stück für Stück ein Teil des Rummels in Treptow für sich zurück. Führungen über das Gelände des ehemaligen Vergnügungsparks ermöglichen Interessierten eine Fahrt in die Vergangenheit und lassen sie hautnah erleben, wie schnell die Zeit wirklich voranschreitet.

Die besten Zeiten des Spreeparks in Berlin

1969 als Kulturpark Plänterwald errichtet, beherbergten die 29,5 Hektar verschiedene einfache Fahrgeschäfte sowie Buden für Speis und Trank und machten einen Spaziergang über den Rummel ganzjährig und mitten in der Stadt möglich. Zu Hochzeiten wurden 1,7 Millionen Besucher im Jahr von dem alles überragenden Wahrzeichen, dem 45 Meter hohen Riesenrad, angezogen. Nach der Wende kam es zur Umbenennung in den Spreepark Berlin und zum Ausbau des Vergnügungsparks mit weiteren, neuen Attraktionen. Doch das neue Konzept konnte den Erwartungen der Parkbesucher nicht mehr gerecht werden und nötige Preiserhöhungen wurden nicht akzeptiert. Letztendlich besuchten nur noch 400.000 Gäste die Anlage, sodass die laufenden Kosten nicht abgedeckt werden konnten und Ende 2001 Insolvenz anmeldet wurde. 2002 schloss der Spreepark endgültig seine Pforten für die Besucher.

Neues Interesse für den Spreepark Berlin

Seit damals füllten vor allem Negativschlagzeilen die Boulevard-Presse. Nachrichten über den ehemaligen Betreiber, der in Peru ein weiteres Mal sein Glück mit den Fahrgeschäften versuchte und schlussendlich wegen Drogenschmuggels zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, ließen oft vergessen, dass das Riesengelände im Plänterwald ohne Nutzung dahin vegetierte. Über die Jahre verteilt gab es zwar mehrere gewerbliche Interessenten für das Areal, jedoch konnte keiner mit seinen Plänen wirklich überzeugen. Schließlich wurden die Attraktionen und Karusselle zu alt und nicht mehr TÜV-tauglich, sodass der Spreepark Berlin auch seine letzte Bedeutung verlor.

Nach Jahren der Stille erweckt nun der skurrile, fast nostalgische Anblick eines verlassenen Vergnügungsparks neues Interesse. Zunächst in Musikvideos und Filmen für besonders künstlerische, einsame Szenen verwendet, wollten auch Besucher einmal in diese einzigartige Welt eintauchen. So wird dem Park seit 2009 wieder etwas Leben eingehaucht. Gruppenführungen über das Gelände wurden zu beliebten Unternehmungen am Sonntagnachmittag und das 2011 eröffnete Café Mythos im Eingangsbereich ermöglicht darüber hinaus kleine Besuche gespickt mit Kaffee und Kuchen. Zusätzlich transportiert die alte Spreepark-Bahn innerhalb der Öffnungszeiten des Cafés wieder Passagiere durch den Vergnügungspark. Auch für Veranstaltungen und Konzerte wurde das große Gelände entdeckt und präsentiert so z.B. jährlich ein Techno-Festival im August.

[youtube dxErvVvfnJA&feature=player_embedded]

Eine Führung durch den Spreepark Berlin wird zu einem ganz besonderen Erlebnis für Berliner sowie Urlauber und sollte Platz in jeder Reiseplanung finden.

  • Führungen finden immer sonntags 13 Uhr statt
  • Anmeldung notwendig
  • Dauer: ca. 2 Stunden
  • Preis: 15 Euro pro Person
  • Informationen gibt es hier

Eine Meinung

  1. Toller Artikel, wusste gar nicht dass es so etwas gibt, finde ich durchaus interessant das Ganze und ist auch mal einen Besuch wert. War als Kind öffter dort und es kommt ein wenig ein Nostalgisches Feeling beim Ansehen der Bilder auf. Auch finde ich, dass die Optik der jetzt zugewachsenen Attraktionen etwas hergibt.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.