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    Start » Der PISA-SchaWahn geht weiter
    Bildung & Beruf

    Der PISA-SchaWahn geht weiter

    6. Juni 20072 Minuten Lesezeit

    Frau Schavan will nun auch einen PISA-Test für die Lehrberufsausbildung. Sie möchte nämlich wissen, wie deutsche Lehrlinge, die nicht akademisch ausgebildet werden, abschneiden im Vergleich zu europäischen Nachbarn, die in den gleichen Berufen akademisch ausgebildet werden (zB Kindergärtnerinnen und andere). Die Ministerin stellt sich vor, also hat quasi die Zielvorstellung, will also beweisen bzw. bewiesen haben, dass diese Erhebung zeigen wird, dass das deutsche System der dualen Berufsausbildung eine super Sache ist. Dazu gibt es aber nicht nur im europäischen Ausland abweichende Meinungen.

    Weiterhin möchte die oberste Bildungspolitikerin der Nation erreichen, dass künftig größere Teile der Berufsausbildung auch im Ausland absolviert werden. In wenigen Jahren soll europaweit ein Punktesystem eingesetzt werden, wonach Ausbildungen nicht akademischer Natur übernational in definierter Weise gegenseitig anerkannt werden. Ein ähnliches System gibt es bereits für Hochschulstudenten. Ich verstehe schon den Sinn einer übernationalen, gegenseitigen Anerkennung gleichartiger Ausbildungsgänge. Warum allerdings die Quote derer, die sich im Ausland ausbilden lassen, steigen soll, erschließt sich mir auch nach längerem Nachdenken nicht. Nur so? Vielleicht?

    Zurück zum Lehrlings-PISA: Selbstverständlich haben bereits wieder Wissenschaftler, die ihr Dasein ausschließlich über Fördergelder der öffentlichen Hand fristen, eine entsprechende Machbarkeitsstudie erstellt. Und natürlich können sie mit vielen stichhaltigen Argumenten für die Notwendigkeit, für´s Lehrlings-PISA öffentliche Gelder zum Fenster hinaus zu werfen, dienen. Zum Beispiel dieses hier: "Trotz einheitlicher Lehrpläne gibt es Anlass zu der Sorge, dass das Niveau der Ausbildung sehr unterschiedlich ist." Na, da muss aber ganz dringend eine Untersuchung her. Koste sie, was sie wolle!

    Im Ernst. Ich bin kein Fan dieser PISA-Manie. Ich sehe bislang absolut nichts, was sich als positiver Effekt bisheriger Studien darstellen ließe. Sicherlich gibt es einen großen Aktionismus seitens der Kultusministerien und unbestritten ist auch, dass seit dem sog. PISA-Schock viel getan wurde. Beispielsweise hat man sich den Begriff Ganztagsschule geschnappt und ihn bis zur Unkenntlichkeit umdefiniert.

    Ich sagte es eingangs. Frau Schavan will wohl mal wieder ein bisschen Aufmerksamkeit. Warum greift Sie sich die bundesweit einheitlich und ohne Landeszuständigkeiten organisierten Lehrberufe heraus? Ich schätze, sie tut dies aus dem gleichen Grund, aus dem sich Affen selbst zwischen den Beinen lecken.

    Weil Sie es kann.

    (Foto: www.pixelio.de / Fotograf: Claudia Hautumm)

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