Der Krimi des Jahres: James Lee Burkes „Regengötter“

Cover Regengötter

Es gibt ja Menschen, die behaupten, man könne James Lee Burke sowieso nur in der Originalfassung richtig schätzen lernen. Das halte ich allerdings für eine snobistische Übertreibung. Aber vielleicht hatte es damit zu tun, dass seit mehr als zehn Jahren kein einziges Buch des Altmeisters mehr ins Deutsche übertragen wurde – denn die Bücher zu übersetzen ist aufwendig und Leser, die das zu schätzen wissen sind rar gesät. Doch diese Dürrezeit hat ein Ende, jetzt haben die „Regengötter“, so der Titel dieses phänomenalen Romans, den man im Original bereits vor fünf Jahren lesen durfte, das Sagen.

Worum geht es in „Regengötter“? Das ist gar nicht so einfach zusammenzufassen, auf jeden Fall spielt das Buch in Texas, wo es ja traditionell etwas heftiger zugeht. Und so werden gleich zu Beginn die Leichen von neuen asiatischen Nutten gefunden. Sheriff Hackberry Holland, hoch betagter Provinzcop, macht sich auf die Suche nach dem Killer, einem Mann, der den schönen Spitznamen Preacher trägt, weil er ständig aus der Bibel zitiert.

Doch Preacher hat nicht aus eigenem Antrieb gehandelt, seine Auftraggeber sind finstere Drogen- und Menschenhändler. Und die sind gar nicht amüsiert darüber, dass es einen Zeugen gibt. Einen jungen Ex-Marine, der eigentlich bei dem Massenmord helfen sollte, dann aber Muffensausen bekommen hat.

Killer, Sheriffs und Bundesbehörden jagen einen Ex-Marine

Auch die Drogenbehörde und das FBI suchen den geistig nicht immer ganz klaren Mann, der gemeinsam mit seiner Freundin, einer Kellnerin und Möchtegernsängerin, untergetaucht ist. Und anders als Hackberry Holland, der das junge Paar schützen möchte, haben die Bundesbehörden keinerlei Skrupel, würden die beiden opfern, wenn sie dadurch an die großen Bosse rankämen. Kollateralschaden nennt man das dann gern.

Auf 672 Seiten entspinnt sich ein Krimidrama von epischen Ausmaßen, jederzeit spannend und bei aller Gewalt, die durchaus drastisch erzählt wird, von den humanistischen Überzeugungen des Autors durchdrungen. Bleibt zu hoffen, dass „Regengötter“ in Deutschland so viele Leser findet, wie es der Roman verdient und noch viele weitere Bücher von James Lee Burke übersetzt werden.

James Lee Burke
Regengötter
Heyne Hardcore
672 S.
16,99 Euro

Fotocredit: Heyne Hardcore

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