Der Fahrplan des Winters

Also einen Pullover angezogen, einen Zweiten für alle Fälle und dann nichts wie raus! Heute geht's zum Flohmarkt auf den Boxhagener Platz, in den schönen Friedrichshain. Hoppla, überall auf dem Weg dorthin liegen bereits Kastanien als Sammelware auf der Straße und deshalb spiele ich mit einer besonders harten Kastanie Fussball. Hoffentlich ist dieser Künstler heute wieder da, der die unglaublichste Beatbox macht, die ich je gehört habe. Ansonsten gibt es da schon viel Plunder hier, aber aus dem Grund gehe ich da nicht hin. Auch nicht, um mich auf diesem überfüllten Platz zu Tode quetschen zu lassen. Vielmehr spiele ich, wie wir alle hier, noch ein wenig – Sommer. Genau. Darum sind wir hier. SOOOMMMMMER. Es ist fast schon rührend, diese kollektive Zwangsmaßnahme. Bloß noch keinen Mantel oder Schal überwerfen müssen! Also trinkt man draussen seinen Kaffee, und raucht eine Zigarette mehr, wenn die Sonne gerade für wen anders scheint. Dabei kenne ich durchaus die Vorteile des Herbstes, trotz Niederschlag und lästigen Erkältungen. Man muss sich selbst einfach nur mal eingestehen, dass diese Zeit so herzzerreißend melancholisch ist, mit den welken Blättern und der so bequemen Jeansjacke, die Hände in den Hosentaschen… Außerdem muss man sich nicht ständig die Beine rasieren, oder den Haaren unter der sengenden Sonne beim Austrocknen zusehen. Die Allergien gehen zurück, und die Sonntage werden wieder das, wofür man sie liebt, sie kennt und besingt. Wenn man einfach nur im Bett liegt, sich die dritte Pizza des Tages reinpfeift (Spinat mit Gorgonzola-lecker) und möglicherweise vom Sommer träumt… von einer grünen Wiese mit Gänseblümchen und einer ordentlichen Portion Softeis…der perfekte Sonntag im Herbst.

Eine Meinung

  1. Erstaunlich … ich gehe arbeiten. egal, ob Sommer oder Herbst. 🙂

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