Der 24. Bundesliga-Spieltag: Die Highlights

Fast drei Viertel der Saison 2011/2012 sind bereits absolviert und die Meisterschaft scheint mit einem Mal so gut wie entschieden zu sein. Nach diesem 24. Bundesliga-Spieltag hat Borussia Dortmund einen satten Vorsprung von sieben Punkten auf den nächsten Verfolger Bayern München. Noch weiter zurück liegen die so hoffnungsvoll in die Rückrunde gestarteten Schalker und Gladbacher und alle Teams, die dahinter kommen, haben ohnehin keine realistische Chance mehr auf den Titel. Möglich wurde diese komfortable Situation des BVB einerseits durch die beeindruckende Bilanz von sieben Siegen seit Beginn der Rückrunde und andererseits durch die teils unerklärliche Formschwäche der Konkurrenz, die sich vor allem am vergangenen Wochenende in den Ergebnissen manifestierte.

Ist der Meisterschaftskampf nach dem 24. Bundesliga-Spieltag entschieden?

Von den großen Vieren, die um die Meisterschaft kämpfen, ist nur ein ganz heißer Favorit übrig geblieben: Borussia Dortmund. Obwohl Trainer Jürgen Klopp sich wieder einmal im Understatement übt und sicherlich Recht hat, wenn er feststellt, dass schon einer der ersten drei Plätze für den Titelverteidiger ein „überragender Erfolg“ sei, so muss man dem BVB ganz eindeutig die besten Chancen zuordnen. Als einzige Spitzenmannschaft waren die Schwarz-Gelben in der Lage, am vergangenen Spieltag ihren Gegner in die Knie zu zwingen. Auch den FSV Mainz hatten sie lange Zeit im Griff, versäumten aber die Führung durch Jakub Blaszczykowski auszubauen. Überraschend gelang den Gästen in der zweiten Halbzeit durch Zidan der Ausgleich, doch Kagawa stellte nur wenige Minuten später den Vorsprung wieder her und den Sieg sicher.

Katzenjammer herrscht dagegen insbesondere beim FC Bayern. Satte sieben Punkte liegt der Rekordmeister nun schon hinter den Dortmundern und sogar insgesamt zehn Punkte hat er seit dem Rückrundenstart an die Westfalen verloren. In Leverkusen zeigte sich für die Münchener das fast schon gewohnte Leid auf auswärtigen Plätzen. Im Jahr 2012 hat man außerhalb der Allianz-Arena noch kein Spiel gewonnen und versiebt reihenweise Torchancen, nur um dann postwendend in Rückstand zu geraten. In der BayArena gab es diesen erst in der 80. Minute durch Kießling. Bellarabi erhöhte in der Schlussminute auf 2:0 und bestärkte damit den Aufwärtstrend der Rheinländer. Die Bayern sind dagegen weiterhin auf der Suche nach der Hinrundenfrom und drohen, die gute Ausgangsposition in allen drei Wettbewerben zu verspielen.

Nicht so bedrohlich sieht die Situation in Mönchengladbach nach dem 0:1 in Nürnberg aus. Natürlich hatte man sich einen weiteren Erfolg erhofft, um auf Platz 2 vorzurücken und die Chancen waren in der ersten Halbzeit auch vorhanden. Insgesamt trat Lucien Favres Truppe allerdings eher leidenschaftslos auf. Wahrscheinlich muss sie den Highlights der letzten Wochen bei den Siegen gegen die Bayern, Stuttgart und Schalke nun doch etwas Tribut zollen. Dem Club aus Nürnberg war in einer eher mittelklassigen Partie schließlich sogar der Siegtreffer vergönnt, den Albert Bunjaku in der 87. Minute sicher stellte. Dieter Heckings Mannschaft verabschiedet sich damit wohl endgültig aus dem Abstiegskampf und darf sogar noch ein wenig von der Europa League träumen.

Auch der FC Schalke 04 musste eine neuerliche Niederlage einstecken. Beim Schlusslicht SC Freiburg gab es eine unerwartete und unnötige 1:2-Niederlage. Huub Stevens war dementsprechend angefressen, konnte sich aber darin bestätigt fühlen, dass seine Mannschaft noch nicht wieder reif für einen Titel ist. In der Tat müssen sich die Schalker nun nach dem Leverkusener Sieg zunächst nach unten orientieren, um den Champions-League-Platz 4 zu verteidigen.

Die Karten im Abstiegskampf werden neu gemischt

Große Erleichterung gab es dagegen beim SC Freiburg. Den insgesamt guten Leistungen der letzten Wochen, vor allem in Heimspielen, folgte nun auch endlich mal wieder ein dreifacher Punktgewinn, mit welchem die Breisgauer Platz 18 verlassen und um einen Rang in der Tabelle nach oben klettern. Trainer Christian Streich war glücklich darüber, dass es seiner Mannschaft vergönnt war, endlich einmal wieder in Führung zu gehen. Sebastian Freis machte mit der ersten Gelegenheit das 1:0. In Halbzeit 2 verwandelte dann Daniel Caligiuri einen Foulelfmeter zum 2:0, bevor Teemu Pukki durch seinen Anschlusstreffer, die Heimfans noch einmal zum Schwitzen brachte.

Neues Schlusslicht ist nach dem 0:0 gegen den VfL Wolfsburg der 1. FC Kaiserslautern. Die Torlosigkeit spiegelt allerdings nicht die gute Qualität des Spiels wieder, zeigt aber das jeweilige Manko beider Teams. Die Wolfsburger sind auswärts nach wie vor das schwächste Team, während die Lauterer mit gerade einmal 16 Saisontreffern ein großes Defizit in der Chancenverwertung aufweisen. Trotz des für beide Mannschaften enttäuschenden Ergebnisses, zeigten sich daher die Trainer sehr positiv ob der gezeigten Leistungen. Dennoch ist der FCK der Verlierer am 24. Bundesliga-Spieltag unter den Abstiegskandidaten. Über kurz oder lang benötigen die Roten Teufel dringend Siege, um doch noch den Klassenerhalt zu ereichen.

Ein Unentschieden, das sich deutlich wertvoller anfühlt, gelang dem FC Augsburg beim 2:2 in Hannover. Allerdings hätten die Schwaben nach der ersten Halbzeit schon hoch führen können. Jedoch gelang nur Axel Bellinghausen ein Treffer. Hannover drehte das Spiel in der zweiten Hälfte durch Haggui und Diouf, doch der FCA gab sich nie auf und wurde schließlich in der letzten Minute durch einen Elfmeter belohnt, den Abwehrchef Jan-Ingwer Callsen-Bracker sicher verwandelte. Der Punkt reichte den Augsburgern zwar nicht, um Platz 15 zu halten, bestätigt aber den Aufwärtstrend der letzten Wochen. Die Mannschaft erscheint gut genug, um in der Bundesliga bis zum Ende mitzuhalten.

Den ersten Nichtabstiegsplatz nimmt nach diesem 24. Spieltag wieder Hertha BSC ein. Den Berlinern gelang gegen Werder Bremen ein 1:0-Heimerfolg. Obwohl die Bremer spielerisch und auch in der Erarbeitung der Torchancen etwas besser gefielen, so war Otto Rehhagel mit der kämpferischen Einstellung seiner Mannschaft sehr zufrieden und war der Meinung, dass sich seine Jungs den Sieg verdient hatten. Schütze des goldenen Tores war in der 62. Minute Nikita Rukavytsya.

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