Das Aldi-Imperium: Wie aus dem Tante-Emma-Laden zwei Konzerne wurden

Aldi Einkaufswagen

Mit Karl Albrecht ist vergangene Woche einer der größten deutschen Unternehmer im Alter von 94 Jahren gestorben. Gemeinsam mit seinem Bruder Theo, den er um vier Jahre überlebte, schuf er das gigantische Einzelhandels-Imperium Aldi. Wie aus dem kleinen Tante-Emma-Laden die zwei weltweit operierenden Discounter-Konzerne Aldi Nord und Aldi Süd wurden, gibt es hier im Überblick.

Der Tante-Emma-Laden: Wie alles begann

Karl Albrecht wurde 1920 als Sohn eines Bergarbeiters und gelernten Bäckers in Essen geboren. Sein Bruder Theo kam zwei Jahre später auf die Welt. Die Mutter führte in der Huestraße 89 in Essen-Schonnebeck seit 1914 einen Tante-Emma-Laden, in dem es Dinge des täglichen Bedarfs wie Brot, Zucker und Eier zu kaufen gab. Diese Filiale existiert bis heute.

Neues Prinzip: Selbstbedienung

1945 übernahmen die Brüder den Laden und bauten darauf eine Lebensmittelkette auf: Im Jahr 1950 gehörten ihnen 31 Geschäfte, zehn Jahre später waren es schon 300. Der Gesamtumsatz belief sich auf 90 Millionen Mark. Eine große Innovation im deutschen Markt war ihre Umgestaltung des Geschäfts in einen Selbstbedienungsladen. Zum ersten Mal konnten sich die Kunden nun selbst Lebensmittel aus den Regalen nehmen und waren nicht mehr auf eine Bedienung durch die Mitarbeiter angewiesen.

Aufteilung in Aldi Nord und Aldi Süd

1961 gründeten Karl und Theo Albrecht die beiden Unternehmensgruppen, die heute als Aldi Nord und Aldi Süd bekannt sind und familiär miteinander verbunden blieben. Während Aldi Süd-Filialen (unter der Leitung von Karl) bis heute in Süd- und Westdeutschland vertreten sind, betrieb Aldi Nord (unter der Leitung von Theo) zunächst die Filialen in Norddeutschland. Später kam Ostdeutschland hinzu. Die erste Discount-Filiale wurde schließlich 1962 eröffnet. Anschließend erfolgte die gesamte Umstellung des Filialnetzes auf das neue Format Aldi (Albrecht Discount).Das Geschäftsprinzip, damals wie heute: ein überschaubares Sortiment, identische Filialen, eine sparsame Ladeneinrichtung, wenig Personal und natürlich günstige Preise.

Das Filialnetz wächst auch international

Seit Ende der Sechziger vergrößert sich Aldi auch auf internationaler Ebene: 1967 kaufte Aldi Süd die österreichische Ladenkette Hofer mit circa 30 Filialen. Später eröffnete die Unternehmensgruppe Filialen in den USA (ab 1976), Großbritannien (ab1990), Irland (ab 1999) und Australien (ab 2001) sowie in der Schweiz (ab 2005), Slowenien (ab 2005) und Ungarn (ab 2008).

Das Aldi-Imperium heute

Nach Branchenschätzungen setzt die Aldi-Gruppe heute weltweit mehr als 50 Milliarden Euro pro Jahr um (davon bundesweit 26 Milliarden Euro). In Deutschland gibt es aktuell rund 1.800 Aldi Süd- und 2.400 Aldi Nord-Filialen. Jeder dritte Deutsche kauft regelmäßig dort ein. Was viele nicht wissen: Der Discounter gehört mittlerweile sogar zu Deutschlands zehn größten Textilhändlern.


Bildurheber: Thinkstockphotos, Getty Images News, Sean Gallup

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