DAK-Studie: Ärzte verschreiben zu viel Antibiotika

Seien Sie künftig vorsichtig im Umgang mit Antibiotika.Eine Studie der Krankenkasse DAK ergab, dass Ärzte zu oft Antibiotika verschreiben – und zwar oftmals gegen Krankheiten, gegen die sie überhaupt nichts ausrichten können. Wann die Einnahme von Antibiotika wirklich Sinn macht und warum die unnötige Verschreibung fatale Folgen haben kann, erfahren Sie hier.

Wann sind Antibiotika sinnvoll?

Antibiotika wirken ausschließlich bei solchen Infektionen, die durch Bakterien ausgelöst wurden. Viele Patienten berichten jedoch, dass sie auch bei Erkältungen, Husten und bei einer Bronchitis ein Rezept für ein Antibiotikum erhalten haben – und dabei handelt es sich durchweg um Krankheitsbilder, die durch Bakterien verursacht werden. In diesen Fällen können Antibiotika mehr Schaden als Nutzen anrichten, denn die Liste der möglichen Nebenwirkungen ist lang. Ein Antibiotikum sollte daher nur dann eingenommen werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Viele der 3.100 Befragten gaben zudem an, dass sie sich selbst ein Rezept für ein Antibiotikum gewünscht hätten, um schnell wieder fit für den Alltag und den Beruf zu sein. Statt den Patienten darüber aufzuklären, dass ein Antibiotikum in ihrem Fall das falsche Medikament ist, stellten viele Ärzte das Rezept ohne zu zögern aus.

Die unterschätzte Gefahr: Antibiotika-Resistenzen

Bei der sogenannten Antibiotika-Resistenz verliert der antibiotische Wirkstoff zunehmend seine Wirkung, weil viele Erreger resistent gegen ihn werden. Dafür verantwortlich ist insbesondere die gängige Praxis, übermäßig und unsachgemäß Antibiotika zu verschreiben – und das weltweit. Dadurch steigt die Gefahr, dass selbst gut heilbare Infektionen, so zum Beispiel eine Blasenentzündung, zukünftig zu schwerwiegenden Schäden führen können. Schon jetzt sterben in Deutschland jährlich etwa 15.000 Menschen, weil die Keime, die für ihre Infektion verantwortlich sind, sich nicht mit Antibiotika bekämpfen lassen, also resistent sind. Die Weltgesundheitsorganisation wurde daher mit einem globalen Aktionsplan beauftragt, der gegen die Resistenzen ankämpfen soll. In Deutschland existiert solch ein Plan bereits seit dem Jahr 2008.

Nach Alternativen fragen

Insbesondere die Ärzte sind gefordert, wenn es darum geht, den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika zu vermeiden. Auch der Patient kann jedoch einiges tun: Wer ein Antibiotikum-Rezept erhält, soll sich nicht scheuen, nach möglichen Alternativen zu fragen, denn nur so ist gewährleistet, dass Antibiotika auch zukünftig noch ihre volle Wirkung entfalten können.

Foto: nikesidoroff – Fotolia

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