Content maßlos überschätzt

Hier einfach mal ein paar Beispiele, wie man auch ganz ohne Content und Anlass, einfach nur mit den Mitteln der Sprache durchs Blogleben kommt:

"Herr Waldemar,
als sich die Aasfliege
auf seine Hand setzte:

«Bitte noch zweimal
um etwas Geduld!» (Paul Klee)

"Es rauscht in den Schachtelhalmen,
Verdächtig leuchtet das Meer,
Da schwimmt mit Tränen im Auge
Ein Ichthyosaurus daher." (Joseph Viktor Scheffel)

"Kikakoku!
Ekoralaps!
Wiso kollipanda opolósa.
Ipassata ih fúo
Kikakoku proklinthe oetéh." (Paul Scheerbart)

"wer in der sahara
miete zahlt
beweist mut

doch wer mit tomaten
tennis spielt
beschwört sodom" (Gerhard Rühm)

"Af dar Höch, sagga,
Steht a Reh, sagga
Schieß i auffi, sagga,
Fallt's a he." (Hans Arp)

"Der Flügelflagel gaustert
durchs Wiruwaruwolz,
der rote Fungur plaustert,
und grausig gutzt der Golz." (Christian Morgenstern)

Null Content, aber jeder Leser ist content.

2 Meinungen

  1. Vielleicht sind es diese Beispiele, ähnlich den Horoskoptexten der Yellow Press („Nachts ist es kälter als draussen…), welche gestandene Journalisten dazu bringen, von Blogs verächtlich als „Poesiealben“ zu sprechen.A propos gelungene sprachliche Gestaltung: Was halten Sie vom neuen Buddhismus-Blog bei germanblogs?

  2. Gestandene Journalisten wissen nichts von Literatur. Deswegen reden sie verächtlich von Poesie …Dem Buddha bin ich hier noch nicht begegnet. Ich muss derzeit mein Wissen über „Kegelbahnen“ auffrischen (kein Witz!).

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